Geilenkirchen: In den Ferien drehen Kids ihre eigene Trickfilme

Im Trickfilmstudio : „Weltkatastrophe“ und „Die Klippen des Todes“

Mit viel Einfallsreichtum drehen die Kinder bei den Ferienspielen in der Stadtbücherei Geilenkirchen ihre eigenen Trickfilme. Von der Geschichte über die Dreharbeiten bis zur Vertonung machen sie alles selbst.

Jeder Film braucht einen Titel, der zum Anschauen reizt. Actionfilme dürfen gerne mal ein bisschen reißerisch betitelt sein. „Die Weltkatastrophe“ klingt da genau richtig. Ein Monster überfällt einen Bus, beißt einer Passagierin die Hand ab, und dann taucht glücklicherweise Batman auf. Batman haben die Kinder in der Grabbelkiste gefunden. Darin hat Medienpädagoge Mark Koppe reichlich Vorrat gesammelt, um Action- und andere Filme mit Darstellern bestücken zu können.

Mark Koppe ist mit seiner Ausrüstung aus Oberhausen angereist, um drei Tage lang in der Stadtbücherei Geilenkirchen mit den Jungs und Mädels Trickfilme zu drehen. Stop Motion nennt der Fachmann solche kleinen Filme, die Bewegung dadurch erzeugen, dass die Figuren in einzelnen Bildern aufgenommen werden. Von Bild zu Bild werden die Figuren leicht bewegt.

Die Grundbegriffe eines solchen Trickfilms waren schnell erlernt. Als Kamera diente den Kindern ein Tablett, mit dem sie eh schon gut umgehen konnten. Eine spezielle, kostenlose App ermöglichte die Trickfilmaufnahmen.

Mit dem Tablett als Kamera drehten die Teilnehmer eines Trickfilm-Workshops in der Stadtbücherei Geilenkirchen ihre eigenen Filme. Foto: Dettmar Fischer

Die Geschichte, die die einzelnen Gruppen in ihren Filmen erzählen, hatten sich die Kinder selbst ausgedacht. „Die Weltkatastrophe“ geht übrigens gut aus. „Nachdem Batman das Monster besiegt hat, fährt der Bus friedlich weiter“, erklärte eine der jungen Filmemacherinnen.

Mark Koppe hatten neben Stativen, Lampen und Tabletts, auch verschiedene Baukästen dabei. Eine andere Gruppe hatte aus einem der Kästen einen Bagger zusammengebaut. Mit den passenden Männchen wurde eine Baustelle dargestellt. Auch die Dialoge der Bauarbeiter hatten sich die Jungs ausgedacht. „Bauen wir zuerst das Haus des Bürgermeisters oder die Kirche?“, war einer der zentralen Sätze, die aber erst in der Nachvertonung zusammen mit der musikalischen Untermalung zum Tragen kommen werden.

Workshopleiter Mark Koppe (r.) hatte eine Rolle Klebeband parat, um die Positionen der Schauspieler zu markieren. Foto: Dettmar Fischer

Ein paar Mädels brauchten gleich zwei Tische, um ihre Filmszene aufbauen zu können. Zwischen beiden Tischen spannte sich eine Brücke, die schon etwas baufällig war. Als Arbeitstitel hatten die Filmemacherinnen sich für „Der Autounfall“ entschieden. Klang aber angesichts von „Die Weltkatastrophe“ eher nicht nach einem Kassenschlager. Doch nach kurzem Grübeln kam eine von ihnen auf „Die Klippe des Todes“. Das klang schon eher nach Blockbuster.

Eine weitere Gruppe verzichtete ganz auf Requisiten und spielte selbst die Trickfilmszenen. Ein Rundgang durch die Bibliothek sollte dargestellt werden, aber mit einigen Tricks. So sollte ein Darsteller hochspringen, und wenn er dann am Boden landet, sollte er sich in einen anderen Jungen verwandelt haben. Den Trick zu realisieren, stellte die Filmemacher vor eine schwierige Aufgabe. Die Szenen würde nur echt wirken, wenn die beiden Darsteller auch punktgenau aufkommen würden. Mark Koppe hatte für solche Fälle Klebeband dabei, um die Positionen markieren zu können. Spaß hatten die Kinder auf jeden Fall.

Ein Filmteam drehte den Trickfilm „Die Klippe des Todes“. Foto: Dettmar Fischer

Der ein oder andere will mit der App auf dem Handy auch zu Hause mal einen Trickfilm drehen. „Wir wollten den Kindern zeigen, welche kreativen Möglichkeiten ein Tablett oder Handy bietet“, meinte Mark Koppe. Auch für den Schluss von „Die Weltkatastrophe“ hatte das Filmteam schon einen Plan: „Da steht dann ,The End’.“

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