Geilenkirchen: Großtauschtag der Briefmarkenfreunde

Internationaler Briefmarkentauschtag : „Wer sich spezialisiert, kann Werte schaffen“

Marken, Alben und Münzen – beim internationalen Großtauschtag der Geilenkirchener Philatelisten gab es viel zu tauschen und zu fachsimpeln.

Zu ihrem internationalen Briefmarken-Großtauschtag trafen sich die Mitglieder des Philatelistenvereins Geilenkirchen dieses Mal in der Mensa der Anita-Lichtenstein-Gesamtschule Geilenkirchen. Da der übliche Veranstaltungsort für den Großtauschtag, die Aula der Gesamtschule, ebenso derzeit von den Umbauarbeiten an der Schule betroffen ist wie das Vereinsheim im Keller des Gebäudes, bot sich die Mensa als Ausweichort an. Den Händlern, die ihre schweren Koffer mit Marken, Alben und Münzen zum Tauschtag mitbrachten, war die Mensa durchaus recht, konnten sie ihre Ware doch dieses Mal ebenerdig anliefern.

Willi Grün, Vorsitzender der Geilenkirchener Briefmarkenfreunde, und sein Geschäftsführer Ronny Hennings freuten sich über den guten Zuspruch, den der Großtauschtag von Händlern und Besuchern erfuhr. An 50 Ausstellertischen hatten 24 Händler ihre Briefmarken, Postkarten und Münzen ausgebreitet. Vom Raum Düsseldorf-Köln bis in die Eifel hinein und aus den benachbarten Niederlanden und Belgien waren die Gäste zum Großtauschtag angereist, um vielleicht das ein oder andere lang ersehnte Stück für die eigene Sammlung zu ergattern.

Der Begriff „Großtauschtag“ täuscht dabei ein wenig, wird doch heutzutage in der Regel nicht mehr so oft wie früher Marke gegen Marke, sondern eher Geld gegen Briefmarke „getauscht“. Festzustellen sei in den letzten Jahren der Trend, mehr und mehr im eigenen Stübchen zu sammeln, anstatt sich einem Verein anzuschließen, hatte Ronny Hennings festgestellt. Er ist aber nach wie vor davon überzeugt, dass das Sammeln in der Gemeinschaft Gleichgesinnter viele Vorteile bietet. „Im Verein oder spätestens im Verband findet man immer den Fachmann, der eine Marke genau beurteilen kann“, ist Hennings überzeugt. Gerade beim Kauf von Marken über den Online-Handel sei das Auge des Fachmanns gefragt, um mögliche Fälschungen erkennen zu können.

Herbert Ager ist das einzige Mitglied des Philatelistenvereins Geilenkirchen, das sich in seiner Sammlung vor allem auf den Bereich der Münzen spezialisiert hat. Er hatte einige schöne Stücke an seinem Stand anzubieten. Annette Patzelt aus Geilenkirchen ist eine der wenigen Sammlerinnen im Kreis der Briefmarkenfreunde. Sie stöberte ausgiebig in den Alben eines Mönchengladbacher Händlers, um ihre Sammlung von Marken zu ergänzen. Wie viele Sammler hatte auch Annette Patzelt in ihrer Kindheit zunächst nach „Schönheit“ gesammelt. Dann war das Hobby etwas in den Hintergrund geraten, doch seit einigen Jahren sammelt sie wieder ganz konzentriert und spezialisierte sich auf Briefmerken des deutschsprachigen Raumes.

Fachliteratur und der Austausch mit anderen Sammlern sind für eine interessante Sammlung bedeutsam. Wenn man aber eine Wertanlage suche, sagt Annette Patzelt, „dann sammeln sie lieber Goldbarren.“

Ronny Hennings weist darauf hin, dass sicherlich viele Sammlungen zu breit angelegt seien, um ihren Wert zu halten. Doch, wenn sich ein Sammler spezialisiere, etwa nur die Marken oben rechts im Bogen sammle, dann könne eine Briefmarkensammlung durchaus auf Dauer wertvoll bleiben. Die Mitglieder des Philatelistenvereins Geilenkirchen hoffen, sich bald wieder in ihrem Vereinsheim treffen zu können, um sich in Ruhe über Marken, Karten und Münzen auszutauschen.

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