Geilenkirchen-Gillrath: Aktive Interessengemeinschaft

Aktiv für Gillrath : „Neuer“ Dorfplatz ist erst der Anfang

Es hat sich schon einiges getan in Gillrath, aber es soll sich noch mehr tun. Und da „Tun“ bekanntlich seit dem Verschwinden der Kölner Heinzelmännchen nicht mehr einfach so über Nacht geschieht, ist die vor einem Jahr gegründete Interessengemeinschaft Gillrath froh, mit 64 Mitgliedern viele aktive Unterstützer in ihren Reihen zu wissen.

Allen, die in den letzten Wochen an der Karl-Arnold-Straße in Gillrath, Höhe Kirche, vorbeigekommen sind, dürfte der „neue“ Dorfplatz an der Kirche aufgefallen sein. Er ist das sichtbare Zeichen für die Aktivitäten des ersten Vereinsjahres der IG Gillrath. Zwei Bänke, umrandet von einer ansprechenden Begrünung, und ein umgesetztes Wegekreuz, das bei Anbruch der Dunkelheit stimmungsvoll beleuchtet wird, zeugen davon, dass es die Interessengemeinschaft nicht bei bloßen Worten belässt, sondern Taten ihrem Ziel, das Dorfleben mitzugestalten, folgen lässt.

Dass der Platz so schnell gestaltet werden konnte, dafür richtet die Interessengemeinschaft ausdrücklich einen Dank an die Stadt Geilenkirchen, die bei den Arbeiten wertvolle Unterstützung geleistet habe.

In enger Zusammenarbeit mit den Dorfvereinen möchte die Interessengemeinschaft mit ihrem Vorsitzenden Günter Schmitz die Kräfte im Ort bündeln, die Gillrath zu einem Dorf machen, in dem es sich gerne leben lässt. Das gesellige Miteinander, der Austausch, der Besuch der Veranstaltungen, die von den Dorfvereinen ausgerichtet werden, und die Eingliederung der Neubürger in das Dorfleben gehören zum Sechs-Punkte-Programm der Interessengemeinschaft.

Im Einzelnen strebt die IG die Umsetzung folgender Ziele an: 1. Dorfverschönerung, 2. Integration der Neubürger, 3. Festigung der Dorfstruktur, 4. Stärkung der Jugendarbeit, 5. Stärkung und Koordination der Aktivitäten aller Dorfvereine und 6. Erstellung und Pflege einer Webseite.

Punkt 6. ist auch schon in Angriff genommen: Unter www.ig-gillrath.de informiert die IG über ihre Aktionen und das Dorfleben.

Zwar wird der „neue“ Dorfplatz erst im kommenden Jahr beim Maifest offiziell eingeweiht werden, doch auch schon am 1. Dezember wird die neue Dorfmitte sicherlich im Mittelpunkt vieler Gespräche der Bürger stehen, die an diesem Samstag ab 15 Uhr den kleinen aber feinen Adventsmarkt gleich an der Kirche St. Mariä Namen besuchen. Der Adventsmarkt wird ein gutes Beispiel dafür sein, wie sich die IG die Gestaltung des Dorflebens vorstellt.

Der Vorsitzende Günter Schmitz erläutert, dass etwa zehn Stände auf dem Adventsmarkt geplant sind, die von den Mitgliedern der Ortsvereine ausgerichtet werden. Die IG bietet somit die Plattform, auf der sich die Vereine präsentieren und austauschen können. Das Aufstellen eines großen Adventskranzes und der Auftritt des Chors Relatio sind Teil des Programms des 1. Gillrather Adventsmarktes.

Damit der neue Dorfplatz so schön bleibt, wie er sich jetzt im frischen Glanz präsentiert, hat sich aus den Reihen der Interessengemeinschaft eine 15-köpfige Gruppe zusammengefunden, die sich um die Pflege des Platzes kümmern wird.

Stand die Gestaltung des Dorfplatzes im Zentrum der Aktivitäten des ersten Vereinsjahres, so wird das Anlegen eines 13,8 Kilometer langen Kapellenwanderweges den Schwerpunkt des zweiten Vereinsjahres bilden. 24 Stationen wird der Wanderer, der sich auf diesem Weg zu den Kapellen und Wegekreuzen der Orte Gillrath, Hatterath, Nierstraß und Panneschopp begibt, einmal ansteuern können. Auf dem Dorfplatz und an den Stationen werden Infotafeln dem Wanderer berichten, was es zu entdecken gibt. Das Grab eines nach Amerika ausgewanderten Geistlichen auf dem Friedhof an der Kirche wird Erwähnung finden und auch eine der schönsten Kapellen auf dem Wanderweg.

Die römisch-katholische Kapelle am Gillrather Hof steht als Baudenkmal unter Denkmalschutz. Sie wird eine Station des Kapellenwanderwegs der Interessengemeinschaft Gillrath werden. Foto: Dettmar Fischer

Ortsunkundige würden diese unter Denkmalschutz stehende, römisch-katholische Kapelle am Gillrather Hof sicherlich übersehen, liegt sie doch etwas versteckt zwar in der Nähe der Grundschule, doch abseits im Feld.

Eine Aktion der Mitglieder der Interessengemeinschaft Gillrath wird im Frühling erblühen. An zwei Tagen hat die IG einmal 1500 und beim zweiten Aktionstag 1000 Narzissenzwiebeln entlang der Gillrather Straßen eingesetzt, die in ihrer Blüte den Ort verwandeln werden.

Auch der Dorfhistorie widmet die IG viel Aufmerksamkeit. Eine Aufstellung alter Gewerbebetriebe und Geschäfte hat die IG bereits auf ihrer Webseite dokumentiert, und auch eine Dorfchronik ist im Aufbau. Einfach mal reinschauen lohnt sich. Man erfährt, dass es sogar mal Raubritter im Gillrather Bruch gab. Die Raubritter von Bronsfeld wurden sie genannt. Das ist zwar schon lange her, aber immer noch eine lehrreiche Gesichte. Sie berichtet von einem hartherzigen Raubritter, dem erst der Freitod der einzigen Tochter Einhalt gebot.

Alle Bürger, die mehr über die Interessengemeinschaft Gillrath und die Dorfvereine erfahren möchten, werden auf dem Adventsmarkt am Samstag, 1. Dezember, Ansprechpartner für jedes Anliegen finden.

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