Geilenkirchen: Freiwilliges Soziales Jahr im Fußballverein

FSJ bei Germania Bauchem : Bei den Kids ist Björn Achilles der „Chef auf dem Platz“

Björn Achilles leistet gerade beim FC 09 Germania Bauchem sein Freiwilliges Soziales Jahr ab. Achilles ist 19 Jahre alt und hatte sein Abitur am Kreisgymnasium Heinsberg erfolgreich bestanden.

Doch statt sich gleich nach der Schule in eine Ausbildung oder ein Studium zu stürzen, entschied er sich dafür, erst einmal durchzuatmen. Das Freiwillige Soziale Jahr (FSJ) bietet ihm die Möglichkeit, sich zu orientieren und gleichzeitig noch etwas Sinnvolles zu leisten.

Björn Achilles lebt bei seiner Familie in Heinsberg-Porselen, anders wäre die Zeit als FSJ-ler finanziell wohl auch nicht zu regeln, denn mehr als ein Taschengeld bekommt er nicht. In seinem Fall zahlt dieses Taschengeld der Fußballverband Mittelrhein. 44 junge, fußballbegeisterte Menschen unterstützen derzeit im Rahmen des Freiwilligendienstes im Sport die Jugendarbeit in den Vereinen sowie auf Kreis- und Verbandsebene des Fußball-Verbandes Mittelrhein. In ihren Einsatzstellen leiten sie nach bestandener C-Lizenz-Ausbildung Schul- und Kita-AGs und geben Trainingseinheiten.

Der Fußball-Verband Mittelrhein ist dabei Koordinierungsstelle der Sportjugend NRW und gibt den Freiwilligen an ihren Bildungstagen Hilfestellungen für ihre tägliche Arbeit. Dazu gehören neben der Trainerausbildung auch ein Erste-Hilfe-Kurs, Fortbildungen im Kinderfußball sowie Kenntnisse über Verbands- und Vereinsstrukturen oder Öffentlichkeitsarbeit.

Björn Achilles wollte in seinem Freiwilligen Sozialen Jahr gerne was mit Fußball machen. Er hatte in Jugendmannschaften in Porselen, Dremmen und Würm-Lindern gespielt und kickt heute mit der Reservemannschaft des 1. FC Heinsberg-Lieck in der Kreisliga C. Über seinen Vater hatte Björn Achilles den Kontakt zum Geschäftsführer von Germania Bauchem, Markus Diederen, bekommen. Nach einem Vorstellungsgespräch war gleich am nächsten Tag der Vertrag unterschrieben worden.

Nach der entsprechenden zweiwöchigen Ausbildung in der Sportschule des Fußball-Verbands Mittelrhein in Hennef hatte Björn Achilles ausgerüstet mit der Trainer-C-Lizenz seine Stelle in Bauchem angetreten. Achilles konnte bereits erste Erfahrungen mit den Jungs und Mädels sammeln, die bei Germania Bauchem das Fußballspielen erlernen. Die Kids brauchen klare Ansagen hatte Achilles festgestellt. „Der Chef auf dem Platz bin ich“, sagt er lachend.

Mit der Trainer-C-Lizenz kann Achilles alle Jugendmannschaften trainieren. Auch in der GGS und KGS Geilenkirchen sowie in der GGS Gillrath gibt Björn Achilles den Kindern Fußball-Unterricht im Offenen Ganztag. Außderdem kümmert er sich um die Internetpräsenz der Germania. So kommt der FSJ-ler auf eine Vollzeitbeschäftigung, die ihm aber viel Freude macht. „Im Freiwilligen Sozialen Jahr habe ich die Möglichkeit, mich selbst zu finden und erwachsen zu werden“, sagt Achilles. Und auch für seine berufliche Zukunft werde sich das Freiwillige Soziale Jahr in einem Fußballverein sicherlich positiv auswirken, ist er überzeugt.

Sein Ziel ist es Sportmanagement zu studieren. Die praktischen Erfahrungen, die Björn Achilles derzeit täglich im Umgang mit den jungen Kickern sammeln darf, könnten ihm sicherlich keine Schulbank vermitteln. Neben dem FC Germania Bauchem wird derzeit noch ein weiterer Verein im Kreis Heinsberg von FSJ-lern unterstützt: Drei der insgesamt 44 FSJ-ler, die der Fußballverband Mittelrhein in seine Mitgliedsvereine ausgesandt hat, arbeiten derzeit beim SC 09 Erkelenz.

Björn Achilles hat seine Entscheidung für ein Freiwilliges Soziales Jahr bei Germania Bauchem bislang nicht bereut. Wenn die Eltern ihre Jungs und Mädels zum Training auf die Sportanlage in Bauchem bringen, geht es auf dem Rasen sehr lebendig zu. Achilles gibt die Kommandos „Jeder nimmt einen Ball“, „Dribbeln“, „Abgeben“, und die Kids sind mit großer Begeisterung bei der Sache. Viele der jungen Fußballspieler, die zum Jugendtraining bei Germania Bauchem gebracht werden, kennt Björn Achilles schon aus den Grundschulen, an denen er unterrichtet. Die meisten nennt er schon beim Namen – manchmal steht der dann auch als kleine aahilfe über der Rückennummer.