Geilenkirchen: Awo-Kita Stadtmitte erhält das Fair Trade Siegel

Faire Kita : Awo-Einrichtung ist Vorbild für eine offene und gerechte Gesellschaft

Faire Bezahlung für faire Arbeit – dieser Gedanke beschäftige die Kinder der Awo-Kita Geilenkirchen-Stadtmitte. Gemeinsam mit Erziehern und Eltern haben die Kinder beschlossen, sich um ein Fair Trade Siegel zu bewerben – mit Erfolg.

Mit der Awo-Kita Stadtmitte hat Geilenkirchen die erste Faire Kita in der Region bekommen. Dr. Mona Pursey, Promotorin für entwicklungspolitische Bildungsarbeit beim Eine Welt Forum Aachen, war nach Geilenkirchen gekommen, um im Rahmen des Familientages der Kita am Beamtenweg die Auszeichnung zu übergeben.

Die Einrichtungsleiterinnen Ingrid Grein und Stefanie Altmann hatten den Familientag zusammen mit ihren Kolleginnen gleich unter zwei Gesichtspunkten gestaltet. Zum einen wurde die Auszeichnung „Faire Kita“ natürlich gebührend gefeiert, zum anderen war der Familientag aber auch eingebunden in die bundesweite Aktion „Tag der offenen Gesellschaft“. Viele Eltern nahmen mit ihren Kindern an diesem Festtag teil. Ein vielfältiges Programm von der Fotorallye, über Mitmach-Tänze und –Lieder bis zur Goldgräbersuche sorgten an diesem besonderen Tag für beste Stimmung.

Natürlich kam auch das leibliche Wohl nicht zu kurz. Wobei die Kinder und ihre Erzieherinnen natürlich auf den Fair-Trade-Aspekt der verwendeten Produkte auch schon vor der Übergabe der Auszeichnung größten Wert legten. Wie Einrichtungsleiterin Ingrid Grein in ihrer Ansprache berichtete, war der erste Impuls, sich als Faire Kita zu bewerben, von den Kindern ausgegangenen. Sie hatten 2018 die Auszeichnung Geilenkirchens als erste Fair Trade Town in der Region mit verfolgt. Der Gedanke, dass Menschen in fernen Ländern für ihre Arbeit bei der Produktion von Lebensmitteln nicht genug Geld als Lohn erhalten, um davon leben zu können, hatte die Kinder beschäftigt. Ein Kind habe eine Erzieherin gefragt: „Bekommst Du denn genug Geld?“

Der Gedanke – faires Geld für faire Arbeit – war auch im Kinderrat aufgegriffen worden. Gemeinsam habe man dann, so Ingrid Grein, in der Kita beschlossen, sich als Faire Kita zu bewerben. Dr. Mona Pursey würdigte in ihrer Laudatio die Bemühungen der Awo-Kita: Sie habe alle fünf Kriterien erfüllt, die das Netzwerk Faire Metropole Ruhr an die Titelvergabe knüpfen würde. Das Netzwerk ist ein Zusammenschluss von Eine Welt Zentren, kirchlichen und kommunalen Organisationen und Fair Trade Deutschland.

Mona Pursey erläuterte die fünf Auszeichnungskriterien:

  1. ein offizieller Beschluss, Faire Kita zu werden;
  2. die Gründung eines Fairen Teams;
  3. die dauerhafte Verwendung von mindestens zwei Fairen Produkten, so dass die Kinder, das Team und die Eltern den Fairen Handel im Alltag erleben;
  4. kindgerechte Arbeitseinheiten zum Fairen Handel;
  5. tue Gutes und sprich darüber, die Öffentlichkeitsarbeit.

Mona Pursey übergab die Urkunden mit einigen fair gehandelten Rosen an die Kinder. Jürgen Benden, Sprecher der Steuerungsgruppe zur Fair Trade Town Geilenkirchen, freute sich besonders darüber, dass nun mit der Awo Kita nicht nur die Stadt als einzige in der Region den Titel Fair Trade Town zugesprochen bekommen habe, sondern auch die erste Faire Kita in der Region ausgezeichnet worden sei. Benden drückte seine Hoffnung aus, dass andere Kitas und Schulen nicht nur in Geilenkirchen dem Bespiel folgen werden. Ulla Sevenich-Mattar, Fachbereichsleiterin beim Awo-Kreisverband, meinte, die Kita könnte Vorbild sein für eine offene und faire Gesellschaft.

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