Geilenkirchen: Automatensprengung kann nicht nachgewiesen werden

Schöffengericht Geilenkirchen : Automatensprengung kann Angeklagtem nicht nachgewiesen werden

Im Juni 2017 wurde in der Römerstraße ein Zigarettenautomat gesprengt. Nun musste sich ein Drogenabhängiger vor dem Schöffengericht in Geilenkirchen verantworten.

Erst knallte es laut, dann zog eine dicke Rauchwolke über die Römerstraße in Gangelt. Zahlreiche beschädigte Zigarettenschachteln und einiges an Bargeld lagen verstreut um einen total zerfetzten Zigarettenautomaten. Für diese Tat aus dem Juni 2017 musste sich der drogenabhängige Marco G. am Dienstag gemeinsam mit seinem Komplizen Christian S. vor dem Schöffengericht in Geilenkirchen verantworten. Doch da Christian S. auf der Flucht ist und per Haftbefehl gesucht wird, befasste sich das Gericht nur mit den Vorwürfen gegen Marco G.

Dieser stritt jede aktive Beteiligung an der Sprengung des Automaten ab. Er habe rund 100 Meter entfernt gestanden, als S. die drei „Polen-Böller“ anzündete und in den Zigarettenautomaten gesteckt habe. „Ich war neugierig und wollte mir das anschauen“, erklärt der Angeklagte. Von dem Ausmaß der Explosion sei er allerdings überrascht gewesen: „Ich habe mich erschrocken und bin weggelaufen, ohne etwas von dem Geld oder den Zigaretten zu nehmen.“ S. habe hingegen etwas eingesteckt, bevor auch er den Tatort in eine andere Richtung verließ. Nach einer Verfolgungsjagd mit einem durch den Knall alarmierten Anwohner wurde G. rund 500 Meter vom Tatort entfernt von der Polizei aufgegriffen.

Der durch die Explosion entstandene Schaden lässt sich laut dem Eigentümer nur schwer beziffern. Ein neuer Zigarettenautomat koste zwischen 3000 und 3500 Euro. An dem Tatort stellte die Polizei rund 115 Euro sowie 193 Packungen Zigaretten sicher. Diese waren beschädigt und nicht mehr für den Verkauf geeignet. Wie viel Bargeld und wie viele Zigarettenpackungen sich vor der Explosion in dem Automaten befanden, weiß der Eigentümer nicht.

Marco G. ist bereits mehrfach vorbestraft und beschäftigte erst im Frühjahr 2018 das Amtsgericht Geilenkirchen. Damals wurde er für Diebstahl in fünf Fällen, vier davon schwer,  zu einer Bewährungsstrafe verurteilt.

Die geladenen Zeugen konnten die Ausführungen von Marco G. weder bestätigen noch wiederlegen. „Keiner hat sie bei der Sprengung beobachtet, daher hatten sie Glück und wir müssen uns auf ihr Gesagtes verlassen“, so Richterin Corinna Waßmuth zum Angeklagten. Allerdings bezweifelte sie, dass G. nur aus Interesse die Sprengung verfolgte. Es sei wahrscheinlicher, dass auch er es auf das Bargeld und die Zigaretten abgesehen hatte, aber dann von der Explosion erschrocken das Weite suchte. Somit sei es ein versuchter Diebstahl. „Für diese Tat halte ich eine Freiheitsstrafe von vier Monaten für angemessen“, führt die Richterin aus. Diese könne zur Bewährung ausgelegt werden.

Mit der Strafe aus dem bereits abgeschlossenen Verfahren im März 2018 ergibt sich in der Summe eine Bewährungsstrafe von drei Jahren. Außerdem muss Marco G. dem Gericht binnen eines Monats ein Drogenscreening vorlegen.