Geilenkirchen: Gefährlicher Körperverletzung und Beamtenbeleidigung

Geilenkirchen: Gefährlicher Körperverletzung und Beamtenbeleidigung

Zu einer Freiheitsstrafe von sieben Monaten und zwei Wochen verurteilte das Schöffengericht unter Vorsitz von Richter Anselm Pütz einen 25-jährigen Angeklagten aus Übach-Palenberg.

„Der Angeklagte hat sich der gefährlichen Körperverletzung und der Beamtenbeleidigung schuldig gemacht”, begann der Richter die Urteilsbegründung nach drei Verhandlungstagen. Beim Palenberger Kaiser-Karl-Fest im September 2007 habe er sich mitten in der Nacht, sicherlich erheblich alkoholisiert, an Ständen auf dem Ausstellungsgelände zu schaffen gemacht. Zu zweit hätten sie schließlich zwei Männer, die in ihren Fahrzeugen versucht hätten zu schlafen, angegriffen.

Ein aus Pakistan stammender Marktteilnehmer sei derart angegriffen worden, dass er mit einer Gehirnerschütterung, einer Nasenbeinfraktur und Rippenprellungen ins Krankenhaus eingeliefert werden musste. „Der Angeklagte stand zum Tatzeitpunkt unter erheblichem Alkoholeinfluss von 2,7 Promille, was für den Angeklagten spricht und beim Urteil zu berücksichtigen war”, erläuterte der Richter weiter.

Das Gericht habe sich neben der Bewährungsstrafe auch dazu entschlossen, eine Geldstrafe in Höhe von 300 Euro zu verhängen. Am dritten Verhandlungstag war zunächst festgestellt worden, dass lediglich die damals beim Kaiser-Karl-Fest ebenfalls anwesende Ehefrau des erheblich geschädigten Pakistaners als Zeugin aussagt. Ihr Ehemann ist inzwischen mehrfach täglich an ein Sauerstoffgerät angeschlossen und deshalb transportunfähig.

„Ich kann mich an den Sachverhalt damals bei diesem Fest noch sehr genau erinnern”, sagte die 37-jährige Zeugin. Sie erkenne den Angeklagten wieder. Er habe damals den Schirm des Standes nebenan zerstört und ihren Mann geschlagen. Wach geworden sei sie, als der Angeklagte mit einer Bierflasche geworfen habe. „Der Angeklagte hat mit einem Eisenring geschlagen.”

Staatsanwalt Dennis Bäcker hatte eine Bewährungsstafe von sieben Monaten und zwei Wochen, Strafverteidigerin Karin Stein eine Geldstrafe gefordert.

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