Weitere Maßnahmen gegen Überschwemmungen in Gangelt geplant

Bauausschuss : Weitere Maßnahmen gegen Überschwemmungen geplant

Wenn man neu baut und noch vor dem Richtfest der Keller voll Wasser läuft, wird man sich die Frage stellen, ob der Bauplatz richtig gewählt ist. Für Bauherren im Neubaugebiet Bollenstengel in Brüxgen drängt sich diese Frage leider allzu deutlich auf.

Aber auch Anwohner der Hoch- und Schützenstraße in Brüxgen sind von unangenehmen Starkregenfolgen betroffen. Ebenso haben Bürger in Broichhoven bei stärkeren Regenfällen mit Überschwemmungen zu tun.

Günther Dammers hat sich als Ortsvorsteher des Themas angenommen. Er wohnt selber an der Hochstraße in Brüxgen, war aber bislang verschont geblieben. Über die CDU-Fraktion, dessen stellvertretender Fraktionsvorsitzender er ist, hatte er einen Antrag an die Gemeindeverwaltung stellen lassen, das Thema möge im Bauausschuss der Gemeinde behandelt werden.

Einiges bereits umgesetzt

Einiges sei schon in Absprache mit der Gemeindeverwaltung zum Überschwemmungsschutz umgesetzt worden, erläuterte Günter Dammers in der Sitzung, wie etwa ein Damm vor dem Baugebiet Bollenstengel, andere Maßnahmen seien bislang nur angedacht worden. Im Antrag der CDU-Fraktion war darauf hingewiesen worden, dass es seit der aufgrund der B 56n durchgeführten Flurbereinigung bei stärkeren Regenfällen zu Überschwemmungen in  den betroffenen Orten komme.

 Dammers hatte auch ausgeführt, dass der aufgeschüttete Damm zwar seinen Dienst tue, doch das Wasser sich seinen Weg suche und nun andere Grundstücke betroffen seien. Als Ortsvorsteher wolle er, so Günther Dammers, die Leute, im wahrsten Sinne des Wortes, nicht im Regen stehen lassen.

Die Gemeindeverwaltung hatte Dr. Gerd Demny, Leitender Mitarbeiter des Wasserverbands Eifel-Rur, zur Bauausschusssitzung eingeladen. Demny hatte im Auftrag der Verwaltung bereits Vorüberlegungen zum Überschwemmungsschutz der betroffenen Grundstücke angestellt. Er hatte sich die Situation vor Ort angeschaut und teilte den Ausschussmitgliedern und einigen anwesenden Bürgern nun seine gewonnenen Erkenntnisse mit.

Zum jetzigen Zeitpunkt seiner Recherchen konnte Gerd Demny aber noch keine abschließende Aussage zu geeigneten Maßnahmen treffen. Grundsätzlich sei der Wall mit Einlaufbereich aber keine schlechte Sache. Man müsse aber überlegen, ob das Ableiten des Wassers in das benachbarte Versickerungsbecken genehmigungspflichtig sei, da dieses Becken nur für die Wasseraufnahme aus versiegelten Flächen vorgesehen sei. Demny hatte für 2018 vier Starkregenereignisse und eines für 2019 festgestellt.

Am 23. Mai 2018 habe es sogar ein sogenanntes 100-jähriges Ereignis, also eines von einer Stärke, wie sie nur alle 100 Jahre auftritt, gegeben. Bei starkem Regen werde der Boden angefeuchtet, was dazu führe, dass auch kleinere Ereignisse in der Folge Schäden anrichten könnten. Der Sachverständige hatte auch die Fließwege im Feld erkundet. Ein Fließweg würde direkt auf das Neubaugebiet Bollenstengel zu fließen. Zwei weitere würden daran vorbei führen. Wasserfließgeschwindigkeiten, Wassertiefen und Abflussmengen müssten aber noch genauer untersucht werden.

Gerd Demny erläuterte noch den iterativen Prozess und die Erstellung eines instationären 2D-Hydraulikmodells, die für eine Ideengenerierung in Bezug auf geeignete Schutzmaßnahmen notwendig seien. Günther Dammers folgerte aufgrund der Ausführungen des Experten, dass es wohl keinen Sinn mache, als Laie derzeit weitere Maßnahmen zu ergreifen.

Angebot im nächsten Ausschuss

Bis zur nächsten Sitzung des Bauausschusses wird Gerd Demny seine Vorarbeiten abschließen und dem Ausschuss ein Angebot über die Kosten der weiteren Untersuchungsschritte vorlegen.

Karl-Heinz Milthaler, CDU-Fraktionsvorsitzender, schloss aus den Darlegungen des Sachverständigen, dass die B 56n wohl nicht der Verursacher der Überschwemmungen sei. Bürgermeister Bernhard Tholen hatte darauf hingewiesen, dass auch in Schierwaldenrath und Stahe Überschwemmungen festgestellt worden seien. Gerd Schütz (CDU) drängte darauf, dass in der nächsten Sitzung des Bauausschusses eine Entscheidung darüber getroffen werde, wie es weitergehen soll.

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