Riekie und Heinz-Josef Schlicher öffnen ihren Garten

Tag der offenen Gartenpforte : Gäste tauchen in ein duftendes Blütenmeer

Am Tag der offenen Gartenpforte öffneten auch Riekie und Heinz-Josef Schlicher in Schierwaldenrath ihre Türen für mehr als 130 Interessierte, die in ein duftendes Blütenmeer eintauchten.

Nur „der Nase nach“ brauchten die Besucher in Riekie und Heinz-Josef Schlichers Garten zu gehen, um immer mehr in das duftende Reich der beiden einzutauchen. Im Rahmen der Aktion „Offene Gartenpforte“ zeigte das Ehepaar Interessierten sein grünes Kleinod, gelegen im „Klein Feldchen 12“ des Gangelter Ortsteils Schierwaldenrath. Enkelin Marleen Ebel (17) unterstützte Oma und Opa hierbei tatkräftig.

Von weit her kamen die Gäste, sogar aus Aachen, und am frühen Nachmittag zählte die Strichliste am Eingang bereits 131 Personen. „Früher war hier alles Wiese mit unzähligen Quecken!“, erzählte Riekie Schlicher, die eigentlich Hendrike heißt, im niederländischen Brabant geboren wurde, und 1973 „der Liebe wegen“ in die Heimat ihres Mannes Heinz-Josef zog. „Unkräuter wie Quecken merze ich immer mit dem Spargelstecher aus“, verriet sie auch gleich eins ihrer „Geheimrezepte“.

Die parkähnliche Anlage lässt sich nicht auf einmal überblicken, und den Reiz des Entdeckens fördern schmale, lauschige Wege, die, umrahmt von hohen Ziergehölzen und Bäumen, von einem Bereich in den anderen führen, ohne das man das Ziel sehen kann. Schon am Eingang des 2200 Quadratmeter großen Terrains zieht ein Teich die Blicke auf sich: Gesäumt von wohlriechenden Rosen, gelben und blauen Iris sowie Rhododendren, tummeln sich hier im klaren Wasser Goldfische und Frösche.

Vorbei an einer munter umschwirrten „Insektenvilla“ aus Holz neben Weinreben, die sich bis zur Dachrinne emporschwingen, geht es weiter zu einer glitzernden Sonnenuhr, platziert in einem Rondell mit Bodendeckern und zarten Akeleien. Die große Wiese gleich nebenan mit gemütlicher Sitzgelegenheit und einem weiteren Teich ist eingerahmt von einem wahren Meer aus Blüten- und Blattstauden in allen Größen, Farben und Formen, umflattert von Schmetterlingen, Bienen und Hummeln.

„Trotz der Größe des Gartens habe ich nicht viel Arbeit, weil Stauden und Bodendecker dem Unkraut keinen Platz lassen“, betonte Riekie Schlicher, und im Herbst schneide sie keine Samenstände ab, diese schützten im Winter die Pflanzen und böten den Tieren Nahrung. „Im Frühjahr ist dann alles dürr und lässt sich leicht entfernen“

Schmunzelnd bestaunt wurde von den Gästen der „Taschentuchbaum“, der seinen Namen den großen, weißen Hochblättern verdankt, die wie Taschentücher in den Ästen hängen. Daneben reckt ein „Echter Tulpenbaum“ seine Äste gen Himmel. „Der hat Blätter, die wie Tulpen aussehen“, erläuterte die „Gartenherrin“. Auch zwei Ginkos, eine Blutbuche und Obstbäume sind Teil der riesigen Gartenanlage.

„Vor zwölf Jahren haben wir viele Bäume gepflanzt, da wir wussten, dass hinter unserem Grundstück ein Baugebiet erschlossen wird“, führte Riekie Schlicher weiter aus. Sie zeigte den Gästen auch den Teil ihres grünen Reichs, der an die neue Straße grenzt. Hier steht das selbst gebaute Gewächshaus ihres Mannes, und außer Himbeersträuchern zieht das Paar Bohnen, Erbsen, Erdbeeren, Weiß- und Rotkohl, Salat sowie Rhabarber. „Mit den großen Rhabarberblättern mulche ich das Terrain. Auch fressen die Schnecken die Blätter und lassen so das Gemüse in Ruhe“, sagte sie lachend.

Weiter führt der Weg vorbei am rosafarbenen Blütenmeer der Tamarisken, an Gewürzsträuchern bis zu einem Rosenbogen mit weißen Blüten der „Girlande d‘Amour“ und der fast betörend duftenden Urform der Königin der Blumen „Rose de Resht“. „Ich versuche den Garten so zu gestalten, dass er zu jeder Jahreszeit schön ist“, hob Riekie Schlicher hervor.

Besonders eins liegt dem Ehepaar Schlicher am Herzen: „Mit den Führungen durch unseren Garten möchten wir den Leuten bewusst machen, wie wichtig die Natur für das Überleben ist: Die Natur braucht uns nicht, aber wir brauchen die Natur!“ Am 16. Juni und 15. September öffnen die Eheleute erneut ihren Garten für Interessierte.

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