Entscheidung im Umweltausschuss: Lärmschutzwall in Stahe darf nun flacher ausfallen

Entscheidung im Umweltausschuss : Lärmschutzwall in Stahe darf nun flacher ausfallen

Trotz der Bedenken einer Grundstücks-Nachbarin hat der Umweltausschuss in Gangelt der Absenkung der Lärmschutzwälle in Stahe zugestimmt.

„Vor diesem Hintergrund sind die von der ,Person 1’ vorgetragenen Belange, die sich nicht mit der Höhe der Lärmschutzmaßnahmen befassen, vorliegend als nicht abwägungsrelevant zu bewerten.“ Mit diesem Satz hatte die Gemeindeverwaltung die Einwände gegen das neue Baugebiet in Stahe am „Niederbuscher Weg“, die die Besitzerin eines Nachbargrundstücks schriftlich erhoben hatte,  beschieden. In der Sitzung des Bau- und Umweltausschusses der Gemeinde Gangelt ging es beim einzigen öffentlichen Tagesordnungspunkt tatsächlich nur um die Reduzierung der Höhe eines Lärmschutzwalles.

Keine fünf Minuten war die Sitzung alt gewesen, als der öffentliche Teil denn auch schon vorüber war. Das Publikum hatte den Saal zu verlassen. Der anwesenden Einwänderin war ihr Unmut darüber, dass ihre Bedenken im Ausschuss keinerlei Resonanz gefunden hatten, aber deutlich anzumerken.

Es ging bei der Änderung des Bebauungsplans um einen Lärmschutzwall, der das neue Baugebiet zur Landstraße 47 hin abschließen wird. Der Lärmschutzwall war im Bebauungsplan, der im Oktober 2017 in Kraft getreten war, mit einer Höhe von 2,70 Metern festgelegt worden. Da zwischenzeitlich die B56n eröffnet und die am Baugebiet vorbeiführende B56 zur L47 herabgestuft worden war, hatte im März 2018 eine Verkehrszählung soviel weniger Verkehr ergeben, dass eine Absenkung des Lärmschutzwalles von 2,70 Meter auf 2 Meter ausreichend erschien.

Dies zustimmend zur Kenntnis zu nehmen, schien wohl allen Ausschussmitgliedern unproblematisch. Die Einwänderin, die im Selfkant lebt und gleich neben dem Baugebiet an der L47 Eigentum hat, hatte in ihrer schriftlichen Stellungnahme ihrer Befürchtung Ausdruck verliehen, dass ihre Immobilie einen Wertverlust erleiden könnte. „Ich lege Einspruch ein gegen die Bebauung von 70 bis 80 Prozent der im Bebauungsplan ausgewiesenen Fläche“, schreibt sie in ihrer Stellungnahme.

Und weiter: „Es bedeutet eine enorme Belastung, dass unter anderem zwölf Doppelhäuser - 72 Wohneinheiten, zum Beispiel à vier Personen und somit circa 288 Personen - direkt neben meinem Haus wohnen sowie eine industrielle als auch gewerbliche Nutzung stattfindet.“ Es solle eine bandmäßige Bebauung im Bebauungsgebiet stattfinden, wodurch ihr Haus auf dem Nachbargrundstück minderwertig für Mieter und nicht mehr lebenswert werde. Mieter würden sich so kaum noch finden lassen.

Sie schreibt: „Die der Berliner Mauer ähnliche Planung des Lärmschutzes verstärkt die Abschreckung der Mieter! Das Ortsbild wird völlig verändert, die Natur und Landschaft werden unharmonisch, und die Lebensqualität geht völlig verloren.“ Bezugnehmend auf ihr Vorsprechen im Rathaus ergänzte sie: „Außerdem ist es nicht korrekt, mir keinen Einblick in den Bebauungsplan zu gewähren,…“ Auch den Bauherrn habe man ihr im Rathaus nicht nennen wollen.

Zur Stellungnahme der Einwänderin hatte die Verwaltung ihrerseits eine Stellungnahme erarbeitet. Auch wenn die Einwände in Bezug auf den Bau des Lärmschutzwalls nicht relevant seien, hatte die Verwaltung dennoch ihre Argumente darlegt. Unter anderem hatte sie in der den Sitzungsunterlagen beigefügten Stellungnahme argumentiert, die Unterlagen zum Bebauungsplan hätten von der „Person 1“ während der allgemeinen Dienststunden im Rathaus sowie jederzeit auf der Internetseite der Gemeinde Gangelt eingesehen werden können.

 In der Zurückweisung der Bedenken heißt es unter anderem: „Warum benachbarte Siedlungstätigkeiten dazu führen sollten, dass sich Objekte nicht mehr vermieten lassen, ist nicht ersichtlich.“ Mit der Bemerkung ins Rund der Ausschussmitglieder, hier säßen wohl nur „Nicker“, hatte sich die Einwänderin aus der Sitzung verabschiedet.

(defi)
Mehr von Aachener Nachrichten