1. Lokales
  2. Geilenkirchen
  3. Gangelt

Mit viel Liebe zum Detail: Jetzt gibt es auch ein Modell der Kirche in Birgden

Mit viel Liebe zum Detail : Jetzt gibt es auch ein Modell der Kirche in Birgden

„Die könnte man doch auch als Modell bauen!“ Solche Gedanken stellten sich bei Erich Peters ein, als er regelmäßig an der Pfarrkirche St. Urbanus in Birgden vorbeifuhr. Erfahrung in diesem Metier hat er: in seinem Keller stehen gleich zwei Modelle der St. Anna-Pfarrkirche Schierwaldenrath; einmal das alte Gotteshaus von vor dem Krieg, einmal die Kirche so, wie sie sich heute darstellt.

Der Maßstab 1:50 ist dabei nicht beliebig gewählt. „Irgendwie muss man die Modelle ja auch wieder aus dem Keller kriegen“, schmunzelt der Mann, der genau die Ruhe ausstrahlt, die man braucht, um solche Projekte mit großer Liebe zum Detail zu verwirklichen. Umfangreich sind natürlich die Vorarbeiten zu so einem Bau. Da setzt man sich nicht hin und fängt so Pi mal Daumen an – zumindest macht Erich Peters das nicht so.

Den Grundriss der Kirche fand er in dem Albert-Josef-Pappert-Werk „Die Kirchenbauten des 19. Jahrhunderts im Kreis Heinsberg“ – ein Fachbuch, das nicht vielen Leuten bekannt ist. Vom Vermessungsbüro Klaus Frenken konnte er das Aufmaß übernehmen, das Architektenduo Sandra Rongen und Christoph Apweiler bearbeitete die Unterlagen im richtigen Maßstab. „Ohne diese Unterstützung wäre es mir nicht möglich gewesen, das Modell herzustellen“, fasst er zusammen und meint damit natürlich den peterstypischen Hang, ganz nah am Original zu sein.

St. Urbanus wirkt wuchtig und wurde in der heutigen Form 1869 fertiggestellt. Als Grundplatte nahm Erich Peters eine 19 Millimeter starke Spanplatte. Das Gebäude besteht grundsätzlich aus vier Millimeter Sperrholz. Obstkistenhölzer, Streichhölzer und Rund- und Vierkantstäbe sind zu finden. Das Ensemble wird dann in verschiedenen Farbtönen gestrichen und lackiert. Das Mauerwerk und die Pflasterung des Bodens werden mit Lineal und silberfarbenen Stiften und ungezählten Stunden selber angefertigt. Zahllose Fotos hat Erich Peters rund um die Birgdener Kirche gemacht. Zumeist Detailaufnahmen, die dann zu Rate gezogen wurden, wenn es kniffelig wurde.

Die ganzen Arbeit am Mauerwerk, am Dach und am Turm gingen scheinbar recht leicht von der Hand. Schließlich hatte der Schierwaldenrather mit dem beiden Kirchen aus dem Ort schon genug Übung. „Ein Problem waren die Fenster“, erinnert er sich. Die kann man ja nicht einfach von unten nach oben fotografieren. Wie einen stürzende Linien zur Verzweiflung bringen können, weiß jeder Fotograf. Aber auch dafür fand er eine Lösung. Kirche fertig, Dach drauf, Turm „gedeckt“ und Pflasterung gemalt – Feierabend!

Nicht ganz. Hier kommt dann die Liebe zum Detail des gelernten Kunstschmieds zum Vorschein. Natürlich ist die Kirche von innen beleuchtet. Und es gehört ja auch zwingend das Spiel der Glocken dazu. Vier Glockenklänge bietet St. Urbanus. So, oder so ähnlich kann man die im Modellbauhandel kaufen. Da bei Peters alles – bis auf die Lämpchen – selber gemacht wird, kommt das natürlich nicht in Frage. Erich Peters stellt sich mit einem Aufnahmegerät an Kirche und nimmt jeden einzelnen Klang selber auf. Das wird dann so aufbereitet, dass es über kleine Knöpfe abspielbar und irgendwie das Tüpfchen auf dem i ist.

Wie bisher immer hat Erich Peters die Arbeitsstunden nicht gezählt. Zu viel Spaß macht ihm das Tüfteln und der Kampf gegen die Schwierigkeiten. Am 11. Januar habe ich begonnen; „Ziel war es, Ende des Jahres fertig zu sein!“ Doch dann kam Corona und jede Menge Freizeit. Allerdings ist Corona auch daran Schuld, dass die Öffentlichkeit das Modell vorerst nur hier in der Zeitung sieht. „Es wird sich aber irgendwann die Gelegenheit ergeben, im Rahmen kirchlicher Feiern das Projekt zu präsentieren“, so Erich Peters.