Gemeinden arbeiten zusammen: Interkommunales Gewerbegebiet kommt

Gemeinden arbeiten zusammen : Interkommunales Gewerbegebiet kommt

Bei einer Gegenstimme sprach sich der Bau- und Umweltausschuss der Gemeinde Gangelt dafür aus, die Idee eines interkommunalen Gewerbegebietes zwischen Birgden und Waldenrath aufzugreifen.

Die Ausweisung einer Fläche zur Verwirklichung eines solchen Gewerbegebietes auf Heinsberger und Gangelter Gebiet an der Auffahrt zur B 56n soll weiter im Rahmen der Regionalplanung intensiv verfolgt.

Als es die Fraktion der Freien Wähler in Gangelt noch gab, hatte diese einen Antrag zur Ausweisung eines interkommunalen Gewerbegebietes gestellt. Dieser Antrag war in der Sitzung des Gemeinderates am 20. März 2018 vorerst zurückgestellt worden. Der Rat wollte abwarten, bis die Bürgermeister gemeinsam mit der Wirtschaftsförderungsgesellschaft für den Kreis Heinsberg eine kreisweite Handlungsempfehlung für die Gewerbeflächenentwicklung erarbeitet hätten.

Zwischenzeitlich liege hierzu ein Ergebnis vor, wonach eine solche Ausweisung zwischen Birgden und Waldenrath stattfinden soll, so die Verwaltung. Somit würde also ein interkommunales Gewerbegebiet der Gemeinde Gangelt und der Stadt Heinsberg entstehen können. Dieser erarbeitete Vorschlag sei auch der Bezirksregierung Köln im Rahmen der Aufstellung des Regionalplanes vorsorglich mitgeteilt worden, erläuterte die Gemeindeverwaltung.

Die Fläche, die nördlich von der B 56n und südlich von der Birgdener Straße begrenzt wird, hat eine Größe von circa 38 Hektar. Die Beteiligten waren zu dem Schluss gekommen, dass diese Fläche besonders geeignet ist, für die Ansiedlung überregional tätiger Unternehmen aufgrund der grenznahen Lage mit direkter Verkehrsanbindung an die B 56, B 221, BAB 46, N 297, A 2 und an Binnen- und Überseehäfen im Benelux- Raum.

Auch wenn die Gemeinde Gangelt zurzeit noch keine eigenen Flächen in diesem Bereich habe, hatte die Verwaltung vorgeschlagen, die Ausweisung einer solchen Fläche als interkommunales Gewerbegebiet in Abstimmung mit der Regionalplanung weiter zu verfolgen. Hans-Günter Heinen stimmte als Einziger gegen den Beschlussvorschlag der Verwaltung.

Es sei schon interessant, so Heinen, dass nach anderthalb Jahren der Antrag der Freien Wähler wieder auftauche. Dies sei wohl nur möglich geworden, weil die Freien Wähler inzwischen zum Appendix der CDU geworden seien. Als allgemeines Unverständnis angesichts dieser Äußerung Heinens laut wurde, erklärte dieser sich gerne bereit, den Begriff Appendix zu erklären, dies sei ein Wurmfortsatz. Allerdings bezog sich das Unverständnis einiger Ausschussmitglieder weniger auf den Begriff als auf die damit getroffene Aussage Heinens, die Freien Wähler hätten sich der CDU inzwischen angenähert und würden nur so Grünes Licht für ihren Antrag bekommen.

Freie Wähler aufgelöst

Diese Sichtweise wurde aus Richtung der CDU-Fraktion zurückgewiesen. Hintergrund für die spitze Bemerkung Hans-Günter Heinens ist das Auseinanderbrechen der Fraktion Freie Wähler im April. Das Ehepaar Heinen hatte die Freien Wähler verlassen.

Hans-Günter Heinen nimmt seitdem ohne Fraktions- und Parteizugehörigkeit als sachkundiger Bürger an den Sitzungen des Bauausschusses teil. Ludwig Dohmen, bei dem Heinen die Nähe zur CDU vermutet, verblieb bei den Freien Wählern und ist Ratsmitglied ohne Fraktionsstatus. Heinen hatte sich in seiner Zeit als Freier Wähler heftig mit der CDU angelegt und geht wohl davon aus, dass ein Antrag der Freien Wähler, solange er noch dazu gehörte, keine Aussicht auf Umsetzung gehabt hätte.

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