Gemeinde Gangelt übernimmt das Infocenter von Prospex

Infocenter Gangelt : Gemeinde übernimmt den Betrieb von Prospex

Noch in diesem Jahr wird die Gemeinde Gangelt wieder den Betrieb des Infocenters und der anhängenden Bereiche wie dem Wohnmobilstellplatz übernehmen. Grund ist eine Umstrukturierung beim bisherigen Betreiber Prospex. Bürgermeister Bernhard Tholen wünscht sich Strukturen, die den Tourismus voran bringen.

Idyllisch könnte man den Ort nennen, an dem das Infocenter der Gemeinde Gangelt liegt. Von der Außenterrasse blickt der Gast auf den Kahnweiher. Gleich gegenüber lädt das Freibad zum Sprung ins kühle Nass ein. Rundherum lockt ein Stück Natur, das es so nicht oft in der Region gibt. Ein Paradies für Radfahrer und Wanderer.

Dieses Zentrum des Individualtourismus optimal den Gästen darzubieten, ist der Wunsch des Gangelter Bürgermeisters Bernhard Tholen. Das Infocenter wurde am 1. April 2008 in Betrieb genommen. Das Projekt wurde im Rahmen der Euregionale 2008 über die Städtebauförderung ermöglicht. Neben dem Infocenter wurde auch der angeschlossene Wohnmobilstellplatz aus Mitteln der Städtebauförderung finanziert.

Da in den Jahren 2009 und 2010 bilanzielle Defizite erwirtschaftet wurden, hatte die Gemeinde versucht, einen anderen Träger für das Infocenter zu finden. Wegen der Fördermittel ist die Weiterverpachtung an private Interessenten nicht möglich. Es darf keine wirtschaftliche Betätigung stattfinden. Im April 2011 wurde das Infocenter kostenfrei der Firma Prospex überlassen. Die Firma Prospex ist eine gemeinnützige Gesellschaft, deren Gesellschafter derzeit noch die Lebenshilfe Heinsberg und die Katharina-Kasper ViaNobis sind. Eine Umstrukturierung steht bei Prospex aber bevor.

Bürgermeister Bernhard Tholen erklärt im Gespräch, dass bei der Übergabe 2011die Absicht bestanden habe, den kompletten Betrieb einschließlich des Kiosks und des Druckens der Freibadkarten, des Minigolfs und des Kahnweihers von der Firma Prospex weiterführen zu lassen. Im Jahr 2016 sei der Kiosk wieder von der Gemeinde übernommen und die Öffnungszeiten des Infocenters seien von 22 auf 18 Uhr, bei gutem Wetter auf 20 Uhr, reduziert worden. Der Grund hierfür seien personelle Probleme gewesen. Im Jahr 2018 habe auch der Betrieb des Infocenters über 18 Uhr hinaus nicht mehr stattfinden können. Die Fahrradwache habe ebenfalls nicht mehr besetzt werden können.

Zum 1. April sei dann die Fahrradwache mit Minigolf und Kahnweiherbetrieb von Prospex an die Gemeinde Gangelt abgegeben worden. Bürgermeister Tholen erklärt vor dem Hintergrund, dass die Firma Prospex voraussichtlich zum 1. Juli umstrukturiert werde, dass die Gemeinde Gangelt ab diesem Zeitpunkt auch das Infocenter mit Wohnmobilstellplatz wieder übernehmen werde. Im Hinblick auf den Betrieb des Minigolfs und des Kahnweihers sei es die wirtschaftlichste Lösung, da ansonsten in den Wintermonaten ein Parallelbetrieb stattfinden würde.

Um das zu erwartende Defizit so gering wie möglich zu halten, sollen, wie bereits berichtet, die Preise für den Wohnmobilstellplatz, Minigolf und Kahnweiher moderat angepasst werden. Bürgermeister Tholen: „Für die Gemeinde Gangelt ist es wichtig, dass diese touristischen Anlaufstellen weiterhin 364 Tage im Jahr, in den Sommermonaten bis 22 Uhr und in den Wintermonaten bis 18 Uhr, geöffnet sind.“ In den Sommermonaten sei es während der Freibadsaison sehr von Vorteil, wenn das Infocenter bis 22 Uhr geöffnet sei, da das Freibad bis 19 beziehungsweise 20 Uhr offen sei. Tholen: „So kann man nach dem Freibadbesuch noch bis 22 Uhr im Infocenter draußen sitzen und einen Kaffee oder ein Bier trinken und das schöne Wetter genießen.“

Zum 1. Juli ist zunächst geplant, Flüchtlingen im Infocenter einen Arbeitsplatz im Gastronomiebereich anzubieten, um die Integration voranzutreiben. Neben drei festen Mitarbeitern würden sicherlich viele Saisonkräfte beschäftigt werden. Daneben soll im nächsten Jahr zusätzlich eine Fachkraft für den touristischen Bereich eingestellt werden. Ziel sei es, den Tourismus in Gangelt noch besser zu organisieren, eventuell auch im Rahmen einer zu gründenden Gesellschaft. Mit deren Unterstützung könnten nicht nur die bestehenden Feste wie etwa der Nikolausmarkt organisiert werden, sondern auch die tollen touristischen Einrichtungen in der Gemeinde gefördert werden.

Bürgermeister Bernhard Tholen: „Wir brauchen Strukturen, die den Tourismus in der Gemeinde nach vorne bringen.“

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