Gangelt: Interkommunales Gewerbegebiet wird weiter verfolgt

Interkommunales Gewerbegebiet : Rat bleibt bei den Plänen für eine Fläche zwischen Birgden und Waldenrath

Trotz einiger Bedenken bezüglich des genauen Standortes bleibt der Rat der Gemeinde Gangelt bei den Plänen für ein interkommunales Gewerbegebiet zwischen Birgden und Waldenrath.

Nach dem Bauausschuss befasste sich nun auch der Rat der Gemeinde Gangelt mit einem Zukunftsprojekt erheblicher Dimension: einem interkommunalen Gewerbegebiet zwischen Birgden und Waldenrath. Die Ausweisung einer Fläche zur Verwirklichung eines solchen Gewerbegebietes auf Heinsberger und Gangelter Gebiet an der Auffahrt zur B 56n soll im Rahmen der Regionalplanung intensiv verfolgt werden, hatte, wie berichtet, schon der Bauausschuss bei einer Gegenstimme des fraktionslosen Mitgliedes Hans-Günter Heinen beschlossen.

Die Idee geht auf eine Handlungsempfehlung der Bürgermeister und der Wirtschaftsförderungsgesellschaft für den Kreis Heinsberg für die kreisweite Gewerbeflächenentwicklung zurück. Diese Empfehlung sieht ein 38 Hektar großes interkommunales Gewerbegebiet der Gemeinde Gangelt und der Stadt Heinsberg auf einer Fläche vor, die nördlich von der B 56n und südlich von der Birgdener Straße begrenzt wird. Dieser erarbeitete Vorschlag war auch der Bezirksregierung Köln im Rahmen der Aufstellung des Regionalplanes vorsorglich mitgeteilt worden.

Die Ansiedlung überregional tätiger Unternehmen soll in grenznaher Lage mit guten Verkehrsanbindungen in diesem interkommunalen Gewerbegebiet erfolgen. Heinz-Josef Schlicher von der Fraktion Unabhängige Bürger wandte allerdings ein, dass es aufgrund des vorliegenden, noch nicht sehr genauen Planes so aussehe, als würde die Gewerbefläche in drei Bereichen sehr nahe an die Wohnbebauung heran reichen. Am schlimmsten betroffen wäre der Ort Waldenrath und das dortige Altenheim St. Josef. Flora und Fauna dürften nicht, so argumentierte Schlicher, einen höheren Stellenwert bei der Ausweisung von Bebauungsgebieten haben als das Schutzgut Mensch.

Die Planskizze der Wirtschaftsförderungsgesellschaft für den Kreis heinsberg veranschualicht das interkommunale Gewerbegebiet zwischen Birgden und Waldrath. Foto: Dettmar Fischer

Heinz-Josef Schlicher schlug alternativ einen Standort für das interkommunale Gewerbegebiet in Richtung Hahnbusch vor. Dann wären drei Kommunen beteiligt, neben Heinsberg und Gangelt auch Geilenkirchen. Wenn sich eine Beeinträchtigung der Anlieger vermeiden lasse, möge man doch nach Alternativen schauen, regte Schlicher an. Er geht davon aus, dass die Bürger nicht von der Geschichte, so wie sie jetzt geplant ist, begeistert wären.

Gangelts Bürgermeister Bernhard Tholen verwies darauf, dass man derzeit noch nicht sagen könne, ob es sich einmal um ein einfaches Gewerbegebiet oder um ein Industriegebiet handeln werde. Bei normalen Gewerbebetrieben sei eher nicht mit Belästigungen zu rechnen. Beispielsweise beim Gewerbegebiet Gangelt West habe man nie Beschwerden gehört. Es gelte aber nun zu entscheiden, ob die Gemeinde etwas bei der Landesentwicklungsplanung reservieren und man die Interessenbekundung aufrecht erhalten möchte.

Bei einer Verlagerung in Richtung Hahnbusch sieht Bürgermeister Tholen das Problem, dass die Trasse der K 3 derzeit beklagt werde und man nicht wisse, wie lange das dauert. Die Verkehrsführung über die alte Trasse wäre sicherlich keine gute Idee für die Birgdener.

Bei drei Enthaltungen aus der Fraktion der Unabhängigen Bürger und einer Gegenstimme der FDP beschloss der Rat die Ausweisung der Fläche für das interkommunale Gewerbegebietes in der vorgeschlagenen Form im Rahmen der Regionalplanung intensiv weiter zu verfolgen.

Auf die Berichterstattung zum Bauausschuss Gangelt hin hatte sich Walter Leo Schreinemacher von den Freien Wählern Heinsberg zu Wort gemeldet. Er verwies darauf, dass die ursprüngliche Initiative ein interkommunales Gewerbegebiet zwischen Waldenrath und Birgden auf den Weg zu bringen, von den Freien Wählern Heinsberg ausgegangen sei. Diese Initiative sei dann von den Freien Wählern Gangelt aufgegriffen worden. Hintergrund sei, dass neue Gewerbegebiete auf Wunsch der Landesregierung nur noch als interkommunale Gewerbegebiete ausgewiesen werden sollten. Da hätte sich das Gebiet zwischen Waldenrath und Birgden angeboten. Eventuell könne sogar noch Waldfeucht, dessen Gemeindegebiet angrenze, mit ins Boot geholt werden. In Gesprächen mit Waldenrather und Birgdener Bürgern habe er Zustimmung für die Idee erfahren, so Schreinemacher. Eine Verlagerung Richtung Hahnbusch würde die Bezirksregierung sicherlich schon aus naturschutzrechtlicher Sicht nicht mitmachen, ist Walter Leo Schreinemacher überzeugt.

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