Gangelt: Besondere Projekte bei Stahlbau Trepels

Aus dem Geschäftsleben : Innovative Schmelzverfahren „made in Gangelt“

Beim Gangelter Stahlbauunternehmen Trepels wurden in den letzten Wochen zwei große Alu-Schmelzwannen hergestellt, die als Prototypen von einem der größten Aluminiumhersteller der Welt bestellt wurden.

Der Auftraggeber bleibt geheim, und die Wannen dürfen nur aus einem bestimmten Winkel fotografiert werden, damit man innovative Details nicht erkennen kann.

Auf den ersten Blick ist die Herstellung von Aluminium simpel. Bauxitpulver, das ist ein Aluminiumerz, das vorwiegend aus den Aluminiummineralen besteht, in die Schmelzwanne, mit Strom versetzen und heraus kommt Aluminium. Ganz so einfach ist es aber scheinbar doch nicht, denn Innovation, die ständige Weiterentwicklung der Schmelzverfahren, spielen in der umkämpften Branche eine große Rolle.

Wie ein eher kleines Unternehmen wie Stahlbau Trepels aus Gangelt an einen solchen Auftrag kommt, steht für Guido Küppers, einem der beiden Geschäftsführer des über 200 Mitarbeiter starken Betriebes fest: „Die wissen, was wir können!“

Den Grundstein für dieses Wissen legte der Firmengründer Reinhard Trepels am 1. Juli 1968 im Keller seines Elternhauses in Gangelt. Kurze Zeit später verlegte er seine Schlosserei in eine alte Scheune in der Kirchstraße, um das Unternehmen Stück für Stück zu dem zu machen, was es heute an dem großen Standort an der Frankenstraße darstellt. Anfangs noch für Privatleute tätig, sind es heute große Industrieunternehmen wie RWE und EON, die auf das Können der Gangelter Firma zurückgreifen.

Imposant! In Gangelt wurden zwei große Alu-Schmelzwannen hergestellt, die als Prototypen von einem der größten Aluminiumhersteller der Welt bestellt wurden und nun auf die Reise gehen. Foto: Karl-Heinz Hamacher

30 Tonnen ist jede der beiden Wannen schwer, hat 48 Kubikmeter Inhalt, ist 16 Meter lang, 4,5 Meter breit und zwei Meter tief. Ganze sechs Wochen hat es vom Walzen des ersten Blechs bis zur Fertigstellung gedauert. Zwei Millimeter Toleranz waren zulässig. Als Projektleiter war Josef Heinen zuständig; je vier Mitarbeiter schafften in Früh- und Spätschicht an dem Projekt. Ohne den Einsatz modernster 3D-Messtechnik ist so etwas nicht zu machen.

Die Zusammenarbeit zwischen dem Auftraggeber und Stahlbau Trepels besteht schon seit rund 30 Jahren. „Von Ersatzteilen bis zu ganzen Förderanlagen haben wir da schon alles geliefert“, erinnert sich Guido Küppers. In dieser Woche waren Spezialisten des skandinavischen Unternehmens zur Abnahme da. Jetzt gibt es noch den Feinschliff, und in den nächsten Tagen werden die beiden Wannen mit einem Schwertransport zum Rotterdamer Hafen gefahren, wo sie auf ein Spezialschiff verladen und die Reise in den Norden antreten.

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