Gangelt: Via Nobis feiert ihr 150-jähriges Bestehen mit großem Fest

150 Jahre Via Nobis : „Das ist doch wohl ein tolles Fest hier“

Die Via Nobis Gangelt feiert ihr 150-jähriges Bestehen mit einem großen Fest. Bewohner, Mitarbeiter und Gäste präsentieren sich als eine starke Einheit und stellen ein tolles Programm auf die Beine.

„Zuerst handeln, dann beten“, war der Leitspruch, mit dem 1869 drei Frauen vom Orden der Dernbacher Kongregation „Arme Dienstmägde Jesu Christi“ nach Gangelt geschickt wurden, um dort Nächstenliebe zu praktizieren. Ausnahmsweise wurde dieser Leitsatz bei der großen 150-Jahr-Feier umgekehrt. Einem Gottesdienst auf der Bühne unter Beteiligung des Gangelter Gospelchores „Glory to God“ folgte die Eröffnung mit einem kurzen Dialog zwischen Moderator Dieter Könnes und Martin Minten, dem Geschäftsführer der Gangelter Einrichtung. Der nutzte die Gelegenheit, die Gäste mit Blick auf die Temperaturen an „viel trinken“ zu erinnern, sprach von den 1900 Mitarbeitern, die die Einrichtung beschäftigt, und davon, dass das Miteinander in dieser großen Belegschaft immer noch wächst.

Er nutzte aber vor allem die Gelegenheit, all denen Danke zu sagen, die dieses tolles Fest organisiert hatten. Und da war nicht nur Martin Minten voll des Lobes. Vor allem von vielen Gangeltern hört man, dass man sich eine solche Qualität und Ausgewogenheit auch nach vielen Jahren mal wieder beim Nikolausmarkt wünschen würde.

Irgendwo war immer irgendetwas los. Mittendrin waren natürlich den ganzen Tag die Leute, um die sich am Gangelter Standort der Via Nobis alles dreht: die Menschen mit Behinderung. Am weitesten weg waren die Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr, die unter anderem ihre Drehleiter präsentierten, und die Oldtimerfreunde mit rund 25 Fahrzeugen. Dieser Verein ist der jüngste in Gangelt.

Stefan Güsgen, ehemaliger Mitarbeiter in Gangelt und Deutscher Meister als Comedy-Zauberer, verzauberte auf der Bühne ebenso, wie die „Drum Conversation“, die Dutzende Trommeln im Publikum verteilte und alle sehr schnell in einen Rhythmus brachte. Der hauseigene Kindergarten präsentierte sich, es gab Akrobaten und mit „All in“ und „Wheels“ zwei renommierte Bands, die für beste Stimmung sorgten. Für das leibliche Wohl war umfangreich gesorgt, und – das Wichtigste des Tages – Getränke gab es an jeder Ecke.

Martin Minten hatte es bei der Begrüßung schon angedeutet: „Jeder weiß, dass man bei uns Arbeit finden kann!“ Entsprechend gab es einen Stand, der über die Möglichkeiten informierte. Ganz viel wurde für die Kinder geboten; das meiste im Mitmachbereich. Im Festsaal gab es Marionettentheater, in der Kapelle ein Theaterstück, in dem sich Bewohner der Einrichtung mit der Ordensgründerin Katharina Kaspar befassten. Ausschließlich geschmackvolle, oft selbstgemachte Sachen wurden in einer kleinen Budenstadt an der Katharina-Kaspar-Straße angeboten.

Getrud, eine der Bewohnerinnen, die schon seit langem in Gangelt ist, brachte das Credo des Tages auf den Punkt: „Das ist doch wohl ein tolles Fest hier!“

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