Gangelt: Um den Nikolausmarkt ist es zum Jubiläum schlecht bestellt

Kein schönes Jubiläum : Um den Nikolausmarkt ist es zum Jubiläum schlecht bestellt

30 Jahre wurde der Nikolausmarkt in Gangelt am Sonntag alt und schlechter als am Jubiläumstag war es noch nie um ihn bestellt. Die Organisation gehört dringend in professionelle Hände.

Die immer wieder gerne in die Werbe-Waagschale geworfenen Hobbykünstler waren eindeutig in der Minderheit, mehr Lücken zwischen den Ständen hat es nie gegeben und wo waren all die Besucher, die immer wieder dafür sorgten, dass man nach elf Uhr in einem großen Gedränge über den Nikolausmarkt geschoben wurde?

„Warm, windig, feucht“, so umschrieb Bürgermeister Bernhard Tholen bei seiner Begrüßung das, was er „typisches Nikolausmarkt-Wetter“ nannte. Symptomatisch wirkte, dass Gangelts erster Bürger ganz allein bei der Begrüßung stand und der niederländische Chor, der alljährlich zur Markteröffnung dabei ist, sich auf drei Frauen reduziert hatte. Die Organisation des Gangelter Nikolausmarktes gehört dringend in professionelle Hände, wenn es ihn nächstes Jahr noch geben soll.

Natürlich muss man für den gestrigen Tag berücksichtigen, dass es wetterbedingte Absagen gab. Das allein sorgte schon für einige Lücken. Aber wo sind all die Hobbykünstler hin, die jahrelang das Aushängeschild und Besuchermagnet für den Markt und den Ort waren? „Wir müssen überlegen, das ein oder andere anders oder neu zu machen“, kündigte Bernhard Tholen Änderungen an. Er sprach von der völligen Neugestaltung des Ortskerns und Markt, wenn die Ortsumgehung fertig und die Sittarder Straße massiv verkehrsberuhigt ist. Das wird nicht im nächsten und wohl auch nicht im übernächsten Jahr der Fall sein. Ob der Nikolausmarkt diese Zeit überlebt?

Die Kinder der Gangelter Kindergärten hatten Weihnachtsbäume geschmückt - leider ohne den Nikolaus. Foto: Karl-Heinz Hamacher

Von den in der Pressemeldung angekündigten 90 Ausstellern waren rund 60 da. Natürlich fanden sich darunter auch die, die wochen- und monatelang auf diesen Tag hinarbeiten. Ob Krippen, Vogelhäuser oder wunderbare Holzarbeiten; Gefilztes in jedweder Form, alles rund um Stoff, Weihnachtsdekoration und vieles mehr rund um das nahende Fest – wer genau hinschaute, fand das Passende.

Schön war auch eine Idee aus der Via Nobis, die „Zeit in Gläsern“ anbot. Wie immer war die evangelische Kirchengemeinde, die Suppe gegen eine Spende für den guten Zweck abgab, für andere da. Die Frauen des Turnvereins, die jahrelang mit Ed Bückers Anlaufstelle für die besten und leckersten Berliner weit und breit waren, sind jetzt mit Punsch und Glühwein unterwegs. Der Erlös kommt der Nachwuchsarbeit des örtlichen Musikvereins zugute. Das sind in der Summe die Stände, die an die alte Qualität des 30 Jahre alten Marktes erinnern. So war sich auch Bürgermeister Bernhard Tholen bei seiner Begrüßung sicher, dass „die Vereine die Unterstützung der Besucher verdient haben!“

Bei der „ViaNobis“ konnte man Zeit im Glas kaufen - kann man sich etwas Schöneres schenken? Foto: Karl-Heinz Hamacher

Die Kinder der Gangelter Kindergärten hatten verschiedene Weihnachtsbäume geschmückt – ein herrliches Bild im leise rieselnden Nieselregen. Wäre doch schön gewesen, wenn da auch schon der Nikolaus vor Ort gewesen wäre. Der schiebt aber seit Jahren „Spätschicht“ und fängt erst um 14 Uhr an. Man sieht, es gibt viel zu tun rund um den Gangelter Traditionsmarkt.

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