Gangelt: Für fair gehandelte Produkte: Der Weltladen in Gangelt

Gangelt: Für fair gehandelte Produkte: Der Weltladen in Gangelt

Es sind oftmals schon die kleinen Dinge, die eine große Wirkung haben. Selbst wer nur ein Paket fair gehandelten Kaffee oder ein Glas Marmelade kauft, kann bereits helfen.

„Ist ja klar, dass man sich nicht alles leisten kann, aber wenn ich mir nur ein Teil kaufe, tue ich auch schon was”, sagt Petra Meyer-Rabczynski und schaut sich um. Die Regale in dem kleinen Ladenlokal sind prall gefüllt. Die Auswahl ist groß: Kaffee, Tee, Marmelade, Senf, Geldbörsen, Ketten, Körbe und Taschen. Produkte aus der ganzen Welt gibt es in dem Geschäft an der Sittarder Straße.

Der „Weltladen Gangelt” kommt von außen ganz modern daher. Auf den ersten Blick mag man hier kaum fair gehandelte Produkte vermuten. Liebevoll haben die rund 20 Ehrenamtler, die den Weltladen führen, die Fenster dekoriert und das Geschäftsinnere eingerichtet. Träger des Weltladens ist seit Anfang 2011 die Evangelische Kirchengemeinde Gangelt, Selfkant, Waldfeucht.

Das Ziel der Ehrenamtler: Den fairen Handel und die daraus resultierenden Produkte in einem Laden öffentlich zu machen. „Wir verkaufen hier nicht nur Sachen, wir leisten auch ein Stück weit politische Arbeit. Dabei wollen wir aber nicht urteilen, sondern informieren”, sagt Ilse Schumacher. Informieren und aufklären über die schlechten Bedingungen etwa der Kaffeebauer, die schnell in die Abhängigkeit von großen Konzernen geraten, ihr Land verlieren und verarmen. Über Kinderarbeit etwa in Indien, wo viele junge Menschen in Steinbrüchen schwere Arbeiten verrichten, um ihre Familien zu unterstützen.

Ilse Schumacher hat sich bereits während ihrer Studienzeit Ende der 1950er Jahre damit beschäftigt. „Damals waren fair gehandelte Sachen allerdings Nischenprodukte”, erzählt sie. 1989 dann gab es einen Stand mit fair gehandeltem Wein auf dem Nikolausmarkt. Koordinatorin Ilse Schumacher ist seit diesem ersten Tag dabei. Ihre Idee ist gewachsen. Und musste über die Jahre oft umziehen, bis das derzeitige Ladenlokal eingerichtet werden konnte.

Vorrübergehend gab es einen Lagerraum im Keller des evangelischen Pfarrhauses. 2002 dann endlich einen richtigen Laden. Aus diesem Haus musste die Initiative allerdings nur wenige Monate später wieder ausziehen. Es folgten weitere Umzüge: in eine ehemalige Metzgerei, ein Textilgeschäft, eine Bäckerei. Jedes Mal setzte das engagierte Team in vielen Stunden ehrenamtlicher Arbeit die Ladenlokale wieder in Stand. „Jeder kann sich eben bei uns mit seinen eigenen Qualitäten einbringen”, betont Ilse Schumacher. Die einen sind stundenweise im Verkauf tätig, den anderen liegt eher das Dekorieren oder die Planung. Der Dienstplan etwa liegt in den Händen von Marita Meertens. Mehrere Stunden in der Woche verbringt sie damit, alle Interessen unter einen Hut zu bringen. „Es hat natürlich jeder so seine Vorstellungen, wann er gerne im Laden arbeiten würde”, sagt sie.

Marita Meertens ist durch einen Auslandsaufenthalt ihrer Tochter mit dem Thema fairer Handel in Berührung gekommen sie. Diese hat ein soziales Jahr in Brasilien gemacht und sich dort für Straßenkinder eingesetzt. Das Schulprojekt Manguera in Salvador wird seitdem auch von der Evangelischen Kirchengemeinde finanziell unterstützt. In solche Projekte und in die Unterhaltung des Ladens fließt auch das Geld, das mit dem Weltladen eingenommen wird. Auch der Stand auf dem Nikolausmarkt hat sich über die Jahre gehalten und vergrößert. Auf viele Kunden für die Zukunft hofft auch das Ehrenamtler-Team. Denn jeder kann mit seinem Einkauf einen Beitrag für eine gerechte Entlohnung leisten. Weitere Ehrenamtler sind stets willkommen

Der Gangelter Weltladen an der Sittarder Straße hat in den Sommerferien immer donnerstags von 15 bis 18 Uhr geöffnet. Die Öffnungszeiten außerhalb der Ferien: montags von 10 bis 12 Uhr, dienstags und donnerstags von 15 bis 18 Uhr sowie samstags von 10 bis 12 Uhr.

Wer sich gerne als Ehrenamtler engagieren möchte, erhält weitere Infos im Gemeindebüro unter der Telefonnummer 02454/2650.