1. Lokales
  2. Geilenkirchen

Offener Brief an die Bürgermeisterin: Friedhofsschändung in Geilenkirchen schlägt weiter hohe Wellen

Offener Brief an die Bürgermeisterin : Friedhofsschändung in Geilenkirchen schlägt weiter hohe Wellen

Initiative Erinnern und weitere Akteure wenden sich in einem offenen Brief an die Bürgermeisterin der Stadt Geilenkirchen.

In einem offenen Brief an die Bürgermeisterin der Stadt Geilenkirchen, Daniela Ritzerfeld, übt die Initiative Erinnern Kritik an der Einstufung des Verfahrens zur Schändung des jüdischen Friedhofs als Sachbeschädigung und spricht der Verwaltung Dank aus. „Wir sind darüber schockiert, dass diese Schandtat vonseiten der Staatsanwaltschaft nach wie vor lediglich als ‚Sachbeschädigung und Störung der Totenruhe‘ eingestuft wird, obwohl zahlreiche Fakten und Indizien gegen die rechtsradikalen Tatverdächtigen vorliegen“, heißt es in dem Schreiben.

Nach jüngster Sitzung des Gerichts sei es der Initiative deshalb ein Bedürfnis, der Verwaltung dafür zu danken, dass sie im von der Stadt geführten Adhäsionsverfahren „beharrlich und mit ruhiger Umsicht“ in diesem Prozess dafür Sorge trägt, dass die Tatsache der rechtsradikalen, volksverhetzenden Schändung unseres Jüdischen Friedhofs nicht unter den Tisch fällt.

„Klares Zeichen gegen Extremisten“

„Es hat Jahrzehnte gedauert, bis sich unsere Stadtgesellschaft der Verfolgung, Vertreibung und Ermordung Geilenkirchener Bürgerinnen und Bürger jüdischen Glaubens im Hitlerfaschismus gestellt und deren Angedenken zum Herzensanliegen unserer Stadt gemacht hat. Wir als zivilgesellschaftliche Akteure stehen fest an der Seite unserer Stadt und werden Sie weiter darin bestärken, ein klares Zeichen gegen Extremisten zu setzen, denn zerstörte Grabsteine treffen uns alle“, heißt es in dem Brief an die Bürgermeisterin.

Zu den Unterzeichnern des Briefs gehören neben Hans Bruckschen, Sprecher der Initiative Erinnern, auch Christa und Alfons Nickels, Peter Pauli, Bernward Coers, Uwe Böken und die Anita-Lichtenstein-Gesamtschule, Jürgen Benden und die Fraktion Die Grünen Geilenkirchen, Sebastian Stasch und die Realschule Geilenkirchen, das Bischöfliche Gymnasium St. Ursula Geilenkirchen sowie Ruth Drechsler und das Berufskolleg EST Geilenkirchen.

(red)