Über die sozialen Netzwerke verbreitet: Fridays for Future-Demo in Geilenkirchen

Über die sozialen Netzwerke verbreitet : Fridays for Future-Demo in Geilenkirchen

„Es ist fünf vor 12“ lautete das Motto der ersten Fridays for Future-Demo in Geilenkirchen. Damit dieses Motto auch Gehör in der Welt findet, bildeten die 55 Teilnehmer einen Uhrzeigerkreis auf dem Marktplatz, legten die Demo-Schilder als Uhrzeiger in die Position 5 vor 12 und machten Aufnahmen von diesem Signal für den Klimaschutz.

Der Ausstrahlung über die sozialen Netzwerken wird bei einer solchen öffentlichen Demonstration zumindest die gleiche Aufmerksamkeit gewidmet, wie dem Geschehen vor Ort. Max Hagen nahm die Aufgabe des Kameramanns wahr. Gemeinsam mit Laura Savelsberg, Hailey Esken, Justin Hens und Kristine Schilling bildet Max Hagen  das Orga-Team der neu gegründeten Fridays for Future-Gruppe Geilenkirchen. „Es sind etwa so viele Menschen gekommen, wie wir erwartet hatten“, stellte Justin Hens zufrieden fest.

55 junge und auch ein paar ältere Menschen sind vielleicht nicht so viele, doch man darf die Wirkung dieser engagierten Gruppe sicherlich nicht unterschätzen. Ihre Demo-Erfahrung haben die Geilenkirchener Schüler auf jeden Fall schon sammeln können etwa bei der Groß-Demonstration in Aachen. So war denn auch der Ablauf locker- professionell.

Selbst ein Passant der lautstark seine konträre Meinung kundtat, konnte das Orgateam nicht aus dem Konzept bringen. Laura Savelsberg hatte zu Beginn der Demo ein paar Regeln bekannt gegeben: nicht auf Bäume klettern, rauchen nur außerhalb des Demo-Geländes und keine Gewalt.

Hailey Esken hielt eine der Reden bei der Freitagsdemo in Geilenkirchen. Foto: Dettmar Fischer

Zum Aufwärmen hatte Laura Savelsberg ein paar Sprüche mitgebracht, die von den Teilnehmern lautstark skandiert wurden. „Wir sind hier, wir sind laut, weil Ihr uns die Zukunft klaut”, lautete ein Spruch und ein weiterer enthielt die Zeile: „Es gibt kein Recht auf Kohlebaggerfahrer“. „Das können wir noch lauter“, forderte Laura Savelsberg ihre Mitdemonstranten auf. So laut wie die Feuerwehr, die in dem Moment gerade zum Einsatz fuhr, ging es aber noch nicht. Ein paar passende Songs vom Band wurden eingespielt und drei Mitglieder des Orgateams hielten kurze Reden.

Hailey Esken hielt die erste: „Wir alle haben uns hier zusammen gefunden, weil wir etwas ändern wollen.“ „Wir alle haben das gleiche Ziel: Wir wollen eine gerechte Politik!“ Wie könne es sein, dass Konzerne wie RWE Dörfer abreißen dürften, den Hambacher Forst zerstören dürften und somit den Lebensraum zahlreicher Pflanzen und Tiere zerstöre, und die Schüler freitags nicht mal während der Schulzeit demonstrieren dürften? Hailey Esken: „Wir fordern eine gerechte Klimapolitik, eine gerechte Flüchtlingspolitik und vor allem Toleranz.“ „Und auch wenn einige von Euch vielleicht denken, dass wir mit Fridays for Future noch nichts erreicht haben, allein das Ergebnis der Europawahl beweist das Gegenteil.“

Laura Savelsberg ging in ihrem Redebeitrag auf die nicht erfolgte Ausrufung des Klimanotstands in Geilenkirchen ein und kritisierte, die Stadt Geilenkirchen habe die Stelle des Kilmaschutzbeauftragten auf zwei Jahre befristet.

Justin Hens verglich das Schülerdasein mit dem der Politiker, beide müssten ihre Hausaufgaben machen. Allerdings mit dem entscheidenden Unterschied: mache der Schüler seine Hausaufgaben nicht, verbaue er sich die eigene Zukunft, mache der Politiker seine Hausaufgaben nicht, verbaue er vielen Menschen ihre Zukunft.

Wie es mit Fridays for Future in Geilenkirchen weitergeht, steht noch nicht ganz fest. In den Ferien steht eine überregionale Sommerakademie von Fridays for Future an. Weitere Freitags-Demos in Geilenkirchen sollen aber folgen. Welche Konsequenzen auf die Geilenkirchener Schüler zukommen, wenn sie freitags nicht am Unterricht teilnehmen, wird sich zeigen. Ob tatsächlich Bußgelder wegen Fernbleibens vom Unterricht verhängt werden, ist bislang noch offen, da die erste Freitags-Demo in Geilenkirchen nach der Zeugnisausgabe in schulfreier Zeit stattfand.

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