Geilenkirchen: Freundeskreis feiert zum letzten Mal

Geilenkirchen : Freundeskreis feiert zum letzten Mal

„Heute ist ein Tag für uns mit einem lachenden und einem weinenden Auge, denn der Freundeskreis will sich verabschieden“, begann Heinz Hussels, Vorsitzender des Freundeskreises der Selfkant-Kaserne, seine Rede beim Sommerfest in der Einrichtung. Hier ist seit 1991 das Zentrum für Verifikationsaufgaben der Bundeswehr stationiert, das Aufgaben der Rüstungskontrolle für Deutschland wahrnimmt.

Der Vorsitzende ließ die vergangenen sechs Jahre seit der Gründung des Vereins im Jahr 2012 Revue passieren: Angefangen habe alles am Karnevalssonntag 2011 in Süggerath, als er und vier Freunde den Entschluss fassten, etwas Eigenes auf die Beine zu stellen.

Im Frühjahr 2012 habe Hussels eine Veranstaltung besucht, bei der sein Enkel und andere Kinder im Rahmen von Projekttagen der Grundschule vom „Circus Lollipop“ zu „Nachwuchs-Artisten“ ausgebildet wurden. Begeistert von dieser Vorführung, habe er die Idee gehabt, solch ein Projekt für Kinder als Ferienfreizeit in den Sommerferien anzubieten.

180 Kinder pro Jahr dabei

Hussels Mitstreiter seien ebenfalls angetan gewesen, erzählt er, und als Ort der Circus-Aufführung habe man die Selfkant-Kaserne gewinnen können, da Hussels früher zwölf Jahre dort tätig war und noch Freunde dort hatte. Auch Brigadegeneral Jürgen Beyer, der damalige Kommandeur, befürwortete den Plan.

Was die Finanzierung betraf, konnte Hussels viele seiner Geschäftspartner als Sponsoren des Projektes „Circus Lollipop“ gewinnen und daher den Beitrag für die teilnehmenden Kinder gering halten. Um sich auch gesetzlich auf sicherem Terrain zu bewegen, gründeten die fünf Freunde am 5. Juni 2012 den Freundeskreis der Selfkant-Kaserne als eingetragenen Verein. Von 2012 bis 2014 gab es die Ferienspiele, erst ein-, dann zweiwöchig, mit 180 Kindern pro Jahr.

Aber nicht nur um Kinder, auch um Senioren kümmerte sich der rührige Verein. 2012 initiierte er eine Adventsfeier in Würm mit Präsenten, Musik und dem Nikolaus für Bewohner verschiedener Seniorenheime, die keinen Familienanschluss mehr hatten. In den Jahren 2013, 2014 und 2015 nahm der Verein zudem mit eigenem Wagen und reichlich „Kamelle“ an den Karnevalsumzügen in Geilenkirchen, Immendorf, Prummern, Teveren und Süggerath teil.

Seit 2015 ruhe der Freundeskreis jedoch, da die gemeinnützige Aktion von außen durch „Miesmacher“ ständig gestört und infrage gestellt worden sei, bemerkte Hussels betrübt. Er dankte allen Unterstützern, besonders den Verantwortlichen der Bundeswehr und den Familien derMitglieder, und erklärte, das Vereinsvermögen in Höhe von 20.000 Euro solle sozialen, gemeinnützigen Institutionen zugutekommen, deren Vertreter alle beim Sommerfest anwesend waren. Bürgermeister Georg Schmitz drückte sein Bedauern aus über die Auflösung des Freundeskreises, der für die Stadt Geilenkirchen viel Gutes getan habe.

Über die Spende freuten sich Schulleiter Peter Pauli für die Realschule Geilenkirchen, Nicole Abels, Veronika Hapke und Manfred Voges für den Bürgertreff, Michaela Schumacher und Dagmar Naus für das Mütter-Kind-Zentrum Geilenkirchen, Sibilla Gärtner für das Jugendzentrum Zille, Björn Clahsen und Erich Joachims für ihr Projekt „Schatzsucher“ beim ambulanten Hospizdienst Regenbogen in Wassenberg, Klaus Meier für die Lebenshilfe Heinsberg und eine junge Familie, deren Kind an Leukämie erkrankt ist.

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