Geilenkirchen: Frauenchor „TonArt“ begeistert in Hünshoven

Geilenkirchen : Frauenchor „TonArt“ begeistert in Hünshoven

Ost- und Westdeutschland vereint — was niemand zu hoffen wagte, wurde 1989 wahr, und der Feiertag am 3. Oktober erinnert jedes Jahr an diesen Meilenstein deutscher Geschichte. So war Pfarrerin Tanja Bodewig besonders glücklich, an diesem Festtag in der Kirche auch Vertreter der evangelischen Partnergemeinde Teupitz aus Brandenburg begrüßen zu dürfen.

„Tag der deutschen Einheit und Gäste aus dem Osten — das passt“, verkündete sie strahlend in ihrer Begrüßungsrede.

Ebenso herzlich hieß sie den Frauenchor „TonArt“ der Übacher Gemeinde St. Petrus in ihrem Gotteshaus willkommen und freute sich sehr, dass er ihrer Einladung gefolgt war. Der Chor ließ sich nicht lange bitten, und Dirigent Herbert Günther griff schwungvoll in die Tasten, so dass gleich mit dem ersten Lied „Come let us sing“ die zahlreichen Besucher in heitere Stimmung versetzt wurden und rhythmisch mitklatschten. Alle weiteren Stücke leitete Chormitglied Marlies Kinny mit humorvollen Worten ein.

So folgten beschwingte Lieder wie „Gemeinsam den Aufbruch wagen“ und „Einmal werden unsere Träume wahr“. Hiermit trafen die Sänger offenbar genau ins Schwarze, denn es wirkte fast so, als seien diese Titel extra für den Zusammenbruch der DDR geschrieben worden. Ruhig und besinnlich ging es weiter mit „Wo beginnt der Weg zu dir?“ und „In Deinen Händen steht die Zeit“, der Chor klang dabei schön und sauber, auch in den Höhen.

Gospel-Feeling riss das Publikum kurz darauf mit: „This little light of mine“ und „If you‘re happy and you know it, say Amen“, teils mit Solo-Einlagen von Verena Günther, ernteten stürmischen Applaus, wozu auch der fetzig am Schlagzeug aufspielende Alexander Mainz nicht unerheblich beitrug. Ihre Sopranstimme konnte Verena Günther sanft und gefühlvoll im Anschluss daran im Solo-Stück „You raise me up“ zum Klingen bringen, einfühlsam unterstützt durch ihren Vater Herbert am Piano.

Wise-Guys-Song im Programm

Kaum geendet, regte der Song „Wir hatten eine gute Zeit“, eine A-cappella-Komposition der Wise Guys, die Menschen im hell erleuchteten Kirchenschiff zum Nachdenken an — raumfüllend, doch ungemein sensibel interpretiert von den drei Solistinnen Marlies Kinny, Petra Neft und Verena Günther unterstützt vom Chor. Weiter ging es mit „Ich will den Herrn loben alle Zeit“ und „Es wird hell“, dabei zeigte der seit seinem siebten Lebensjahr Schlagzeug spielende Alexander Mainz mit einer temperamentvollen Soloeinlage eindrucksvoll sein Können. Die Zuschauer honorierten das Solo mit einem wahren Beifallssturm.

Leicht und locker sang sich der Chor immer weiter in die Herzen der Anwesenden und versetzte sie mit Roy Orbisons „You got it“ und „All you need is love“ von den Beatles, bei dem Chorleiter Günther den Part von John Lennons Sprechgesang übernahm, in derart gelöste Stimmung, dass sich Summen und Mitwippen in den Reihen ausbreitete. „Altogether now“, verlangte Günther, und das Publikum gehorchte gerne. Dem nicht genug: Die wunderschöne, ins Ohr gehende Melodie „Hallelujah“ von Leonard Cohen entführte die Gäste träumerisch in andere Sphären, bei „I will follow him“, im Original von Petula Clark gesungen, klatschte schließlich Jung und Alt bis in die hintersten Reihen.

„Stargast“ zum Finale

Mit aktuellem Bezug verabschiedeten sich die Musiker — George Clooneys Hochzeit. „Barbara Ann“ von den Beach Boys handelt nämlich von einem ‚Womanizer‘, dem es erging wie dem berühmten Schauspieler: Es dauerte lange, bis ihm die Richtige über den Weg lief, doch dann waren alle anderen vergessen.

Nach zwei vehement erklatschten Zugaben des begeisterten Publikums bedankte sich Pfarrerin Bodewig, die teilweise mit geschlossenen Augen den Darbietungen gelauscht hatte, für das großartige Erlebnis und bat alle Künstler und ihre Brandenburger Gäste zu einem Umtrunk ins Gemeindehaus. Marten Enders konstatierte anerkennend: „Voll cool.“