Förderurkunde für LBBZ Geilenkirchen

LBBZ expandiert durch Streetscooter : Erfolgsstory der Geilenkirchener Laserexperten

Die Spezialisten aus dem Laserbearbeitungs- und Beratungszentrum NRW (LBBZ) im Gewerbegebiet Niederheid schreiben weiter an ihrer Erfolgsstory:

Startete der Geschäftsführer, Diplom.-Ingenieur Ulrich Berners, Ende 1999 mit 30 Mitarbeitern in einer 1600 Quadratmeter großen Produktionshalle an der Gutenbergstraße, so sind heute bereits über 400 Mitarbeiter in fünf Hallen beschäftigt. Und dennoch platzt das LBBZ fast aus allen Nähten. Aus diesem Grund wird bald auf einer rund 7000 Quadratmeter großen Fläche an der Ottostraße eine weitere Produktionsstätte entstehen.

Und dort, wo sich heute noch der Musikpark befindet, wird im nächsten Jahr Halle Nummer sieben entstehen. „Beide Hallen sind nicht lärmintensiv“, betont Lehnen angesichts möglicher Kritiker innerhalb der Bevölkerung. Ulrich Berners und Diplom.-Biologe, MBA und Patentingenieur Marcus Lehnen, kaufmännischer Geschäftsführer des LBBZ, sind sich sicher: Auch die Belegschaft wird weiter wachsen.

Was das LBBZ ständig wachsen lässt, ist die Produktion des Streetscooters. Im Gewerbegebiet Niederheid wird die komplette Karosserie im Drei-Schicht-Betrieb gefertigt, in Aachen und Düren wird das Auto zusammengebaut. Da Streetscooter, eine 100-prozentige Tochter von DHL, nicht nur die eigenen Boten mit Elektroautos versorgt, sondern auch andere Kunden gewinnt, wird auch das LBBZ weiter wachsen.

Das LBBZ investiert Jahr für Jahr in neueste Technik:. Unser Bild zeigt die Beschichtungsanlage. Foto: Dettmar Fischer

„Zwischen 5000 und 10.000 Karosserien werden von uns im Jahr gefertigt“, sagt Marcus Lehnen. Doch wenn Ulrich Berners in die Zukunft blickt, steckt er seine Ziele höher: „60.000 werden es in einigen Jahren sein.“ Dass das LBBZ in ganz Deutschland einen guten Namen hat, weiß Berners ebenfalls: „Junge Ingenieure, die ansonsten nach Süddeutschland gegangen wären, kommen zu uns. Andere Ingenieure, die schon in Süddeutschland gearbeitet haben, kommen zurück.“

Nun ist das LBBZ auch in den Fokus des Bundesforschungsministeriums geraten: Thomas Rachel (CDU), Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Bildung und Forschung, hat bei einem Besuch in der Firma der Geschäftsführung eine Förderurkunde für das erfolgreich beantragte und vom Ministerium finanzierte Verbundprojekt „Eskodia“ übergeben. „Eskodia“ steht für „Entwicklung von Selbstorganisationskompetenzen in digitalisierten, industriellen Arbeitsumgebungen“.

Zu dem interdisziplinären Projektkonsortium zählen neben dem LBBZ die europäische Fachhochschule Rhein/Erft, das European 4.0 Transformation Center an der RWTH Aachen, die Deutsche MTM-Vereinigung und die Unternehmenspartner Aut-Tech und Ph-Mechanik. Im Beisein des CDU-Bundestagsabgeordneten Wilfried Oellers und des Geilenkirchener Bürgermeisters Georg Schmitz übergab Thomas Rachel einen Förderbescheid für das LBBZ in Höhe von 106.744 Euro.

Eine neue Investition im LBBZ ist diese Roboteranlage. Foto: zva/Udo Stüßer

„Bei diesem Projekt geht es um die Qualifizierung von Mitarbeitern. Es geht um die Frage, wie wir Mitarbeiter fit machen für die Industrie 4.0 und die digitalen Anforderungen. Was muss der Mitarbeiter im digitalen Zeitalter können? Welche Qualifikation braucht er? Mit diesen Fragen werden wir uns in den nächsten drei Jahren auseinandersetzen“, erklärt Marcus Lehnen das Projekt. „Wir wollen, dass die Menschen in einer sich stark wandelnden Arbeitswelt mitkommen. Dafür brauchen wir eine gute betriebliche Weiterbildung, die zeigt, wie der Mensch mit digitaler Unterstützung die Arbeit beherrschen und gestalten kann.

Wenn uns das gelingt - und dieses Projekt hilft dabei - haben wir gut ausgebildete Fachkräfte und ein kollegiales Miteinander am Arbeitsplatz und bleiben auch in Zukunft Innovationsweltmeister“, erklärt Thomas Rachel zu dem Projekt. Das Ministerium habe den Mittelstand im Blick: „Er stellt 16 Millionen Arbeitsplätze. Und 83 Prozent der Ausbildungsplätze kommen aus dem Mittelstand“, betont Rachel. Allerdings verändere sich die Arbeitswelt und die Qualifikation aufgrund der Digitalisierung.

Digitalisierung, so der Parlamentarische Staatssekretär, dürfe nicht zu Lasten der Beschäftigten geschehen. „Der Mensch muss im Mittelpunkt stehen. Der Roboter soll dem Menschen zur Seite stehen und ihn nicht ersetzen“, so Rachel.

„Dieses Projekt hilft, unseren Wachstum zu strukturieren. Wir wollen modernste Fertigungstechnologie auf die Straße bringen und global wettbewerbsfähig sein“, sagt Berners. Derweil fügt Rachel hinzu: „Ansonsten werden uns die Chinesen brutal überrollen.“

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