Geilenkirchen: Ferienspiele der evangelischen Gemeinde gehen zu Ende

Geilenkirchen : Ferienspiele der evangelischen Gemeinde gehen zu Ende

Geilenkirchen Sarah tunkt ihren Pinsel tief in die blaue Farbe. Dann schnappt sie sich einen alten Schuhkarton und beginnt, ihn von innen auszumalen. „Die Kinder hängen später noch Fische in den Karton, und dann hat jeder sein eigenes Aquarium“, erklärt Teamer Yannick.

Der 16-Jährige ist einer der zehn Jugendlichen, die ehrenamtlich bei den Ferienspielen der evangelischen Gemeinde aushelfen. „Ich bin selbst als Teilnehmer oft dabei gewesen und habe von den Älteren etwas bekommen. Das möchte ich so zurückgeben“, erklärt er.

Die Woche, die von Pfarrerin Tanja Bodewig und Diakonin Anja Isbanner-Erdner organisiert wurde, hatte das Oberthema „Wasser“. „Wir suchen uns immer Themen, die ansprechend gestaltbar sind“, sagt Bodewig. Sie ist schon seit über zehn Jahren dabei. „Wir starten immer mit Spielen in der Kirche. Danach gehen die Kinder ins Pfarrheim und können in Gruppen kreativ werden.“ Fest eingeplant war für die 37 Kinder auch in diesem Jahr das selbst gestaltete T-Shirt und ein Bilderrahmen.

T-Shirt mit Riesenkrabbe

So sitzen Mara und Merle mit Teamerin Lara an einem Tisch und verzieren mit Buntstiften ihre eigenen T-Shirts. „Ich habe alles, was ich von der Ostsee kenne, gemalt“, sagt Mara und zeigt auf ihr buntes Werk. „Hier ist zum Beispiel eine Riesenkrabbe, die einen Schatz beschützt.“ Am meisten hat ihr der Besuch im Wassermuseum in Mühlheim an der Ruhr gefallen. „Wir haben ein Experiment gemacht, wo wir in eine große Seifenblase kleinere machen konnten“, erzählt sie. Außerdem konnten sie bei einem Quiz einen Code für einen Schatz herausfinden. „Ich hab einen Schwarzspitzen-Riffhai bekommen“, sagt sie stolz. Der liege schon bei ihr zu Hause auf dem Schrank.

Teamerin Lara greift ab und zu behutsam ein und hält beim Malen Merles T-Shirt fest. Sie ist bereits zum dritten Mal als Leiterin mit dabei, und jedes Mal sei die Nachtwanderung von Freitag auf Samstag das Beste gewesen: „Die Kinder sind dann am Ende der Woche schon viel aufgeschlossener, das macht wirklich Spaß.“ Die neunjährige Merle hat mittlerweile einen großen Fisch gezeichnet und malt die Fläche darum blau aus.

Übernachtung in Kirche

Einen Tisch weiter sitzen Svenja, Marielle und Emily zusammen. Sie gestalten Kerzenhalter, indem sie unterschiedlich große Steine bemalen, die später aufeinander geklebt werden. Auch von ihnen ist keiner zum ersten Mal dabei. Die jährliche Nachtwanderung ist auch der siebenjährigen Marielle besonders in Erinnerung geblieben. „Einmal ist ein Teilnehmer auf einen Baum geklettert und hat uns von oben erschreckt, das war gruselig“, erzählt sie begeistert. Aber auch das Filmegucken und Übernachten in der Kirche stehen hoch im Kurs.

Yannick, der auf dem abgedeckten Bodenbereich im Eingang noch das Ausmalen der Kartons überwacht, stimmt dem zu: „Die Stimmung, wenn wir in der Kirche übernachten, ist einfach besonders. Wir Betreuer schlafen in der Nacht eigentlich gar nicht, und die Kinder wachen super früh auf und wollen unterhalten werden“, sagt er lachend. Das Thema „Wasser“ war bei der Hitze der vergangenen Tagen ein absoluter Glücksgriff. „Wir haben immer wieder auch Wasserspiele zwischendurch gemacht“, sagt Pfarrerin Bodewig. Zum Beispiel mit handgefertigten Wasserbomben aus Spülschwämmen.

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