Geilenkirchen: „Familiengerechte Kommune“: Grüne wollen sich mit Zertifikat abheben

Geilenkirchen : „Familiengerechte Kommune“: Grüne wollen sich mit Zertifikat abheben

Aachen ist eine familiengerechte Kommune. Auch die Stadt Stolberg kann sich mit diesem Zertifikat schmücken. Geht es nach dem Willen der Geilenkirchener Grünen, soll sich die Stadt an einem sogenannten Auditierungsverfahren namens „Familiengerechte Kommune“ in Trägerschaft des Vereins Familiengerechte Kommune e. V. zum Erwerb dieses Zertifikats beteiligen.

Ein entsprechender Antrag soll in einer von den Grünen beantragten Sondersitzung des Ausschusses für Bildung, Soziales, Sport und Kultur am Dienstag, 11. September, diskutiert werden. Zielsetzung, Verfahrensweisen und Umsetzungsmöglichkeiten sollen, so der Antrag der Grünen, von Beatrix Schwarze als Expertin von Familiengerechte Kommune e. V. in Bochum erläutert werden.

„Wir sind Fairtrade Town, wir wollen naturnah sein, und jetzt wollen wir uns noch als familienfreundliche Kommune von den anderen Städten abheben. Damit hätten wir ein richtiges Pfund in der Hand“, sagt Grünen-Fraktionschef Jürgen Benden. „In einem Zeitalter, in dem sich Familie verändert, sollte man versuchen, Verbesserungen herbeizuführen“, fügt er hinzu.

Familienfreundlichkeit sieht der Grünen-Fraktionschef als „einen entscheidenden Erfolgsfaktor für die Zukunft der Stadt“. Die Identifikation von Potenzialen, aber auch die kritische Reflexion der Schwächen in einer Kommune stelle die Basis für zukünftige Planungsprozesse dar. „Da für die Analyse und für kreative Planungs- und Umsetzungsprozesse externes Expertenwissen sehr hilfreich ist, trifft es sich gut, dass der Verein in Person von Frau Schwarze seine Erfahrungen und Dienstleistungen dem Ausschuss vorstellt“, begründet Benden seinen Antrag.

Auf die Diskussion darf man gespannt sein. Immerhin hatte die Stadt Stolberg für das Auditierungsverfahren 25.000 Euro in den städtischen Haushalt eingeplant. Für das kleinere Geilenkirchen würden sich die Kosten auf rund 18.000 Euro belaufen. Dafür werden laut Verein Entscheider in Politik und Verwaltung unterstützt, mit weiteren Akteuren der Zivilgesellschaft eine nachhaltige Strategie und eine zielbezogene, integrierte Steuerung einer familien- und generationengerechten Ausrichtung der Kommune zu etablieren.

(st)
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