Gangelt: Fahrspaß auf drei Rädern mit historischem BMW-Motorrad

Gangelt : Fahrspaß auf drei Rädern mit historischem BMW-Motorrad

„Da reichen zur Not Hammer und Meißel“, sagt Manfred Houben und lacht, wenn man ihn auf Reparaturen rund um sein Motorrad Marke Ural anspricht. Baujahr 1964 ist die legendäre Beiwagen-Maschine, die allerdings 1994 von Grund auf restauriert wurde und ihr heutiges Aussehen erhielt.

Manfred Houben (59), der sich lange mit der Geschichte dieses Motorradtyps beschäftigt hat, fand heraus, dass die deutsche Wehrmacht zu Zeiten des Zweiten Weltkrieges auf die deutschen BMW-R-71-Motorradgespanne aufmerksam wurde. Die Schnelligkeit und Wendigkeit der BMW hatte sich sehr bewährt und die Russen damals beeindruckt. Das sowjetische Verteidigungsministerium beriet zu dieser Zeit über die Anschaffung neuer Fahrzeuge. Nach längerer Diskussion wurde entschieden, die R-71 im eigenen Land nachzubauen.

Das sowjetische Militär hatte nach Houbens Recherchen schon zu Friedenszeiten BMW-Boxer-Motorräder gekauft und dann den BMW-Boxer als nachzubauendes Fahrzeug ausgewählt. Produktionsstandort wurde das sichere Uralgebiet — daher auch der ungewöhnliche Name des Vehikels.

Auf der einen Seite gehört dem dreirädrigen Gefährt die Leidenschaft des Gangelters; da ist aber auch noch Lotte, eine Briard-Hündin mit einem gewissen Hang zum Motorsport und scheinbar viel Liebe zu Benzin. „Auch wenn wir Go-Kart fahren, ist sie immer dabei in der Boxengasse“, sagt Houben. „Wenn ihr alles zu viel wird, geht sie einfach zum Auto und legt sich da hin!“

Der Kart-Sport, den Houben seit 35 Jahren betreibt, war Anlass, sich als Autodidakt mit der Reparatur von Motoren und dem ganzen Drumherum zu beschäftigen. „Ersatzteile für mein Motorrad gibt es im Grunde ausreichend in Deutschland. Wenn alle Stricke reißen, kann man sie aus Russland importieren.“

Wenn Manfred Houben bei seinen Ausflügen in die Eifel, nach Belgien oder in die nahen Niederlande an Parkplätzen oder Gaststätten anhält, sind Fans (von Hund wie von Motorrad) meist nicht weit. „Da gibt es dann immer reichlich Gesprächsstoff.“ Bald, so planen Herrchen und Lotte, soll es hoch in den Norden, eventuell bis ans Nordkap gehen. Da muss Lotte aber dann bestimmt neu eingekleidet werden.

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