Fazit: Exzellente Musik und Klaviersommer-Schnitten

Fazit : Exzellente Musik und Klaviersommer-Schnitten

In jedem Jahr entwickelt sich der Geilenkirchener Klaviersommer ein Stück weiter. Auch in diesem Jahr gab es bei der Veranstaltungsreihe vom 20. bis 28. Juli wieder Neuerungen.

Neben dem Internationalen Klavierwettbewerb „Euregio Piano Award“ wurde beispielsweise nun auch ein Klavierwettbewerb für die jüngeren Künstler ausgetragen, der „Young Euregion Piano Award“.

Herausragende Woche

Für Veranstalter Florian Koltun war es eine herausragende Woche: „Mit der ständigen Erweiterung des Festivals von einzelnen Konzerten im ersten Jahr zu einem Kulturereignis mit über 40 Veranstaltungen wächst natürlich der Arbeitsaufwand, dieses kulturelle Großprojekt zu stemmen. Unser kleines Team aus Kulturamt Stadt Geilenkirchen und Konzertdirektion Koltun hat aber die nötige Erfahrung, das organisatorisch zu meistern.

Somit liefen alle Konzertveranstaltungen reibungslos und höchst professionell ab.“ Rund 130 Pianisten und Pianistinnen gaben eine Woche lang ihr Bestes und begeisterten das Publikum bei Konzerten, Lunchkonzerten und Meisterkursen im Geilenkirchener Gebiet. „Gerade die Erweiterung des Euregio Piano Awards mit der finalen Orchesterrunde mit der Kammerphilharmonie St. Petersburg war ein toller Erfolg“, sagt Koltun. Besonders die Auftritte von Aljosa Jurinic und Nejc Kamplet imponierten dem Veranstalter.

Live-Übertragung im Internet

Und natürlich dem Publikum. In diesem Jahr strömten noch mehr Besucher zu den Konzerten als in den vergangenen Jahren. Etwa 2500 Besucher verteilten sich über die acht Tage. Dabei blickte das Angebot sowohl auf junge als auf ältere Menschen. So wurde das jüngere potenzielle Publikum zum Beispiel mit einem besonderen Angebot angesprochen: In den sozialen Medien konnten Interessierte die Konzerte erstmals live streamen.

Dass es hier und dort einige Übertragungsschwierigkeiten gab, die im kommenden Jahr noch ausgemerzt werden könnten, sieht auch Koltun, aber der nächste Schritt in der Weiterentwicklung der Konzertreihe auch in Sachen Digitalisierung ist somit gemacht. Koltun ist sich sicher: „Das Gesamtergebnis zeigt nun mal, dass Klassik auf dem Land sehr wohl eine Darseins-Berechtigung hat und nicht, wie von vielen behauptet, in die Bedeutungslosigkeit versinkt. Es ist halt eine Frage der Vermittlung an die Gesellschaft und die Kunst, durch Dialog zwischen Publikum, Politik und Sponsoren eine postivie Symbiose zu schaffen.“

Ein besonderes Highlight war auch der Siegeszug von Pianist Dominic Chamot. Der erst 24-Jährige aus Köln gewann sowohl den ersten Platz beim Internationalen Wettbewerb, als auch den Publikumspreis und den Pressepreis. Aber neben dem vergebenen Preisgeld waren vor allem die 25 ausgeschriebenen Konzertengagements, die die Teilnehmer ergattern konnten, heiß begehrt.

Die Planungen für nächstes Jahr laufen schon auf Hochtouren. „Ziel ist es, das Format des Euregio Piano Awards mit dem Orchesterfinale halten zu können und somit dem Wettbewerb eine internationale Wertigkeit zu geben“, sagte Koltun. Das genaue Programm werde aber erst zu einem späteren Zeitpunkt bekannt gegeben, damit die Spannung noch erhalten bleibe. Dass dann auch wieder Gastronomie und Gewerbe mit ins Boot geholt werden, ist gar nicht so unwahrscheinlich, denn: „Welches Musikfestival hat schon eine Klaviersommer-Schnitte oder genießt bei 40,5 Grad einen leckeren Klaviersommer-Becher?“