Eltern fürchten Betreuungslücke in den Sommerferien in Geilenkirchen

Getrübte Vorfreude auf die Einschulung : Lösung für Betreuungslücke in den Sommerferien?

Während die Kinder ihre Sommerferien voller Vorfreude erwarten und mit Spannung herbeisehnen, zerbrechen sich viele Eltern aktuell den Kopf über die Betreuung ihrer Sprösslinge. Eltern von zukünftigen Schulanfängern drohen in diesem Sommer nämlich erhebliche Engpässe bei der Unterbringung und Betreuung ihrer Kinder.

„Das neue Schuljahr beginnt erst am 29. August, aber der Betreuungsvertrag mit der Kita endet schon zum 31. Juli“, zeigt Katja Wegner-Hens, die Vorsitzende vom Jugendamtselternbeirat der Stadt Geilenkirchen, das Problem auf. „Dadurch entsteht eine Betreuungslücke von 6,5 Wochen - so lange kann niemand Urlaub nehmen.“

Auch die Offenen Ganztagsschulen würden in Geilenkirchen nur eine Betreuung in den ersten drei Wochen der Sommerferien anbieten, dadurch könnten Eltern also lediglich die Zeit bis zum 2. August überbrücken. „Einige Mütter aus Geilenkirchen werden ihr Kind wohl mit zur Arbeit nehmen oder es bei Verwandten unterbringen - aber das klappt nicht bei jedem“, weiß Katja Wegner-Hens aus Erfahrung. „Für Alleinerziehende ohne Verwandte vor Ort wird es besonders kompliziert.“

Um die Betreuungslücke zu schließen hatte der Landeselternbeirat der Kitas in NRW eine sinnvolle Anpassung des Kitajahres an den Schulbeginn gefordert. Danach hätte das Kitajahr künftig am 1. September und nicht wie gewohnt bereits ab August starten sollen: „Doch damit hatten wir keinen Erfolg im Landtag.“

Daher hat der Jugendamtselternbeirat von Geilenkirchen sich mit einer Anfrage an die Verwaltung gewandt. „Ob die Stadt Geilenkirchen hier Vorsorge getroffen hat und ob auch die Betreuungsangebote für andere Altersgruppen in den Sommerferien ausreichen, möchten wir mit der Anfrage geklärt wissen“, will der Beirat wissen.

„Die Landesregierung jedenfalls scheint davon auszugehen, dass es in der Zuständigkeit der Kommunen liegt, die späteren Sommerferien in ihre Planung einzubeziehen und dabei die Belange der Eltern und Kinder beim Übergang von der Kita in die Grundschule zu berücksichtigen.“ An eine finanzielle Beteiligung des Landes zur Erfüllung der Vorgaben bei späten Sommerferien sei dabei offenbar nicht gedacht.

„Ich bin wirklich auf die Antwort unserer familienfreundlichen und gut aufgestellten Stadt gespannt“, so Katja Wegner-Hens. Die Enttäuschung darüber, dass der Antrag auf Audit zur familengerechten Kommune jüngst abgelehnt wurde, ist ihr deutlich anzusehen: „Eigentlich weiß ich schon, dass es keine Lösung von der Stadt gibt.“ Für den Notfall gebe es allerdings schon einen Eilantrag in der Hinterhand, den die Grünen unterstützen wollen.

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