Bernhard Hoëcker: Eine Seekuh im Adolfosee und Abschiedsschmerz

Bernhard Hoëcker : Eine Seekuh im Adolfosee und Abschiedsschmerz

Da war Bernhard Hoëcker, der bestimmt nicht auf den Mund gefallen ist, doch mal an die Richtigen geraten. Erst stahl ihm das Duo Gort und Roland fast die Schau, und dann band ihm auch noch ein Taucher den Bären von Seekuh und Wels im Adolfosee auf.

Bernhard Hoëcker war mit seinem Programm „Da liegen Sie richtig falsch“ auf Einladung der Stadt Geilenkirchen und der Volksbank Heinsberg in die Aula der städtischen Realschule in Geilenkirchen gekommen. Gort und Roland hatten an diesem denkwürdigen Abend zum letzten Mal die Anmoderation übernommen, die sie in ihrer gemeinsamen Zeit zu einer eigenständigen Nummer bei den Comedy-Veranstaltungen von Stadt, Bank und als drittem im Bunde, zusammen mit Christian Macharski, dem Publikum bescherten und wie, Roland Maintz in Augenkontakt mit seinem Chef, Vorstandsmitglied Dirk Cormann, versprach, auch weiterhin bescheren werden.

Roland Maintz geht in den Ruhestand, und Gort Houben wechselte bei der Stadt Geilenkirchen in ein anderes Amt. Bernhard Hoëcker kam eigens auf die Bühne gesprungen, um die beiden Kollegen noch einmal zu drücken, um den Abschiedsschmerz zu mildern. Hoëcker hat sich mit der Parodiesendung Switch und seiner Schlagfertigkeit im Rateteam „Genial daneben“ zu einem der beliebtesten Comedy-Künstler in Deutschland entwickelt. Seine nebenberufliche Liebe gehört dem Geocaching und den sogenannten Lost Places. Das dünne Eis, Geilenkirchen in die Reihe der Lost Places, über die Hoëcker ein Buch verfasst hat, einzureihen, unternahm der Comedian nicht.

Doch das „Geil“ in Geilenkirchen war natürlich seinem komödiantischen Scharfsinn nicht entgangen. „Geilen“, so Hoëckers Definition, sei der Moment, wenn die Kartoffel unter Lichtabschluss Triebe entwickle. Da lag dann der Besucher dieses vergnüglichen Abends zum ersten Mal „richtig falsch“ oder auch nicht? Im Dialog mit seinem Publikum traf Bernhard Hoëcker auf Kandidaten, die ihm durchaus das Wasser reichen konnten. „Wer hat heute schon gearbeitet“ — „Wenn ja, dann was?“, zwei Fragen, die geeignet waren, einen Dialog auf den Weg zu bringen. Die erste Dame, die sich meldete, war als Lehrerin tätig, die zweite als Politesse, beide Berufe waren gut für ein paar einfach abgestaubte Lacher.

Irgendwie kam Bernhard Hoëcker dann an einen Taucher im Publikum. Der tauchte im Adolfosee in Ratheim und war dort schon einem 2,5 Meter großen Wels begegnet. Bernhard Hoëcker war tatsächlich kurz sprachlos: 2,5 Meter? Dann kramte er die Überbrückungsfrage raus: „Ist der See denn so groß?“ Aber irgendwie standen da immer noch dieser 2,5 Meter lange Wels und die Frage im Raum, bindet der Mann im Publikum mir gerade einen Bären auf oder nicht? Das Zeichen für die Sichtung einer Seekuh steuerte der Taucher auch noch bei. Also auch noch eine Seekuh im Adolfosee? Der Taucher passte dermaßen gut ins Programm, dass man fast glauben mochte, er sei bezahlt.

Seltsamerweise war bei einem Bernhard Hoëcker-Auftritt im nordosthessichen Weiterode mal eine Taucherin aufgetaucht. Ein Zufall, — oder lag man mal wieder richtig falsch? Gut, dass es Menschen wie Bernhard Hoëcker gibt, die einem die Welt erklären.