Geilenkirchen: Eine Schleuse, die Sicherheit gibt

Geilenkirchen: Eine Schleuse, die Sicherheit gibt

Ein Angeklagter hatte während des Prozesses mit seiner Pistole den Staatsanwalt erschossen. Nach der schrecklichen Bluttat im Dachauer Amtsgericht stellt sich die Frage: Könnte sich eine derartige Szene auch im Geilenkirchener Amtsgericht abspielen?

„Eine 100prozentige Sicherheit kann sicherlich keiner garantieren”, räumt Amtsgerichtsdirektor Helmut Bongartz auf Nachfrage unserer Zeitung ein.

Ein Einschmuggeln von gefährlichen Waffen in das Geilenkirchener Justizgebäude dürfte indes schwierig bis gar unmöglich sein. Beim Umbau des Gebäudes im Jahr 1999 wurde auch eine Sicherheitsschleuse im Eingangsbereich installiert. Ähnlich wie beim Flughafen-Entree werden die Besucher des Amtsgerichtes auf verdächtige Metall-Gegenstände hin mit einem Detektor „gefilzt”. Die Schleuse wurde sogar im vergangenen Jahr nochmals auf den neuesten technischen Stand gebracht.

„Wenn Richter oder Rechtspfleger darauf hinweisen, werden die Sicherheitsvorkehrungen natürlich erhöht”, erklärt der Amtsgerichtsdirektor. Das heißt: die Angeklagte und Besucher müssen sich einer Leibesvisitation unterziehen. Im Gerichtssaal seien auch, im Bedarfsfall, Wachtmeister präsent, die gegebenenfalls eingreifen können.

Zu einer Trutzburg sollen die Gerichte auch nicht hochgerüstet werden, betonte nach dem Mord von Dachau auch das Justizministerium. Dennoch sollte man für solch überraschende Angriffe wie jüngst in Dachau gewappnet sein. Wie meinte Amtsgerichtsdirektor Helmut Bongartz: „Lieber einige Sicherheitsvorkehrungen zu viel als zu wenig.” Bislang hat es in Geilenkirchen allerdings keine gravierenden Zwischenfälle oder Attacken auf Justitia gegeben.

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