Geilenkirchen: Ein Hängebauchschwein von Gangelt ist tot

Geilenkirchen : Ein Hängebauchschwein von Gangelt ist tot

Noch immer treibt sich Familie Hängebauchschwein in den hiesigen Wäldern und Wiesen herum. Mittlerweile ist sie allerdings um ihr Oberhaupt dezimiert worden. Wie die Geilenkirchener Stadtverwaltung am Freitag bestätigte, ist der Eber bereits am Mittwoch von einem Jäger geschossen worden — auf ihre Anordnung hin.

Die Tiere haben bereits vor einigen Wochen im Bereich der Dreidörfergemeinschaft Stahe-Hohenbusch-Niederbusch erstmals für Aufsehen gesorgt. Dort wurden sie in den umliegenden Wäldern, aber manchmal auch in Dörfern und Gärten gesehen.

Wahrscheinlich waren die circa sieben bis acht Tiere zuvor ausgesetzt worden. Überliefert ist, dass kurz vor der ersten Sichtung ein Niederländer bei einem hiesigen Landwirt vorstellig geworden sein und eine Hängebauchschweinfamilie angeboten haben soll. Weil kein Interesse daran bestand, die Tiere aufzunehmen, wurden sie anschließend wohl auf freien Fuß gesetzt (siehe auch Ausgabe vom 17. April).

Ihr Aktionsradius hat sich dabei in den vergangenen Wochen nach und nach deutlich vergrößert. Sie wurden nicht mehr nur im Osten des Gangelter Gemeindegebiets gesichtet, sondern praktisch auf der gesamten Achse von Süsterseel bis Übach-Palenberg. Und eben in Geilenkirchen, wo der Eber dann im Bereich Panneschopp-Bocket geschossen wurde.

Eigentlich handelt es sich bei Hängebauchschweinen nicht um „jagbares Wild“. Ein Jäger, der sie ohne Anordnung schießt, riskiert seinen Jagdschein. Werden die Tiere jedoch als Gefahr für die Öffentlichkeit eingestuft, ist die Sachlage offenbar eine andere. Wie der Erste Beigeordnete der Stadt Geilenkirchen, Herbert Brunen, am Freitag auf Nachfrage erklärte, seien weidende Kühe gebissen, eine Maismiete beschädigt und auch sonst ein aggressiver Eindruck hinterlassen worden.

In Absprache mit Kreispolizei, Veterinäramt und unterer Jagdbehörde wurde also beschlossen, Mäßigung herbeizuführen. Ein Jäger schoss für die Stadt den Eber. Der Kadaver wurde einer Tierkörperbeseitigungsanstalt zugeführt, eine Untersuchung desselben für nicht notwendig erachtet. Nach den ersten Sichtungen im Raum Gangelt waren die Behörden noch davon ausgegangen, dass keine Gründe für einen Abschuss bestehen. Auch hieß es damals zunächst, die Tiere seien friedlich. Mehrere Versuche, sie einzufangen, waren gescheitert.

Situation wird nun beobachtet

Die verbliebenen Hängebauchschweine müssen sich zunächst keine Sorgen machen, dass ihnen das gleiche Schicksal widerfährt. Wie Beigeordneter Brunen weiter erklärte, beobachte man nun die Situation. Es sei kein Auftrag erteilt worden, auch die übrigen Tiere zu schießen. Wahrscheinlich sei dies auch gar nicht erlaubt, da die Sau ja offensichtlich Jungtiere aufzieht.

Was den unglücklichen Eber betrifft, so mag Tierfreunde trösten, dass er die letzten Wochen seines Lebens zumindest in Freiheit verbringen konnte.

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