Heinsberg-Dremmen: Drömmer Hahne haben zwei neue „Chefs”

Heinsberg-Dremmen: Drömmer Hahne haben zwei neue „Chefs”

„Ich könnt mich wegschmeißen, wenn Jochen loslegt” , meinte eine Dame am Ehrentisch und strahlte, als Jochen Lintzen das Wort ergriff und sofort wieder in seinem Element war. Letzte Session war er Prinz und hatte deshalb als Sitzungspräsident eine Auszeit eingelegt.

Das Narrenvolk hatte ihm zu Beginn der Proklamationssitzung für eine glanzvolle Session als Prinz Karneval bei den Drömmer Hahne gedankt. „Ich möchte keine Sekunden missen”, so der scheidende Prinz - und dann kam das vermutlich schönste Lob des Jahres an seine Prinzessin Dani (Trümper): „Du bist das Beste, was mir je passiert ist!”

Das alte Prinzenpaar ging, das neue kam: Dremmen empfing Prinz Carlos I. und Ihre Lieblichkeit Prinzessin Ruth (Teixeira). Rund 600 Rosen verteilten beide ans Publikum. Mit in den Sitzreihen: die Eltern von Prinz Carlos, die eigens aus Portugal angereist waren, um den rheinischen Karneval live mitzuerleben.

Die Proklamation eines Dremmener Prinzen ist Chefsache von Albert Heitzer, der auch seit vielen Jahren Ortsvorsteher von Dremmen ist. Wer gedacht hatte, die Proklamation des Vorjahres sei nicht zu toppen, der hatte sich gewaltig getäuscht. Heitzer war auch der Eisbrecher der folgenden Sitzung. Er begrüßte das Prinzenpaar fließend auf Portugiesisch. Heitzer beschrieb Carlos als waschechten Casanova, der den befreundeten Brööker Waaterratte aus Oberbruch einen Strich durch die Rechnung gemacht und sich für die Drömmer Hahne entschieden hatte. Als „kleinen Fred Astaire” bezeichnete er ihn außerdem, da er in einer portugiesischen Folkloregruppe mit Vorliebe Fandango tanzt. Ob Carlos, Prinzessin Ruth oder gar der Elferrat - sie alle mussten dran glauben, als Heitzer seine Späße machte.

Für weitere Lacher sorgte dann die offizielle Proklamation. „Ich überreiche Dir das Prinzenzepter als Symbol...” setzte Heitzer an und griff nach dem Zepter - und griff ... und griff ... ins Leere, bis der Prinz ihm das Zepter endlich übergab. „Schnitt! Schnitt!”, rief Heiter. „Proklamation, die zweite”, sagte Lintzen - wie im Film, wenn die Szene noch einmal gedreht wird -, und nahm das Zepter des Prinzen. Der hielt es schon bereit und reichte es schließlich doch noch an Heitzer weiter.

Die Drömmer Hahne warteten gleich zu Beginn der Sitzung mit einer Überraschung auf. Erstmals in der Vereinsgeschichte wurde ein Maskottchen präsentiert. Gockel Konstantin ist nun Chef der vielen wilden Drömmer Hahne. Von Anfang an war die Stimmung im Festzelt bestens, am Abend wurde das Stimmungshoch mehrmals getoppt. Der lustige Jo sollte ordentlich einheizen, da war das Dremmener Eis aber schon längst gebrochen.

Die erste Tanzeinlage kam von der kleinen und mittleren Garde der Drömmer Hahne. Der Leo stand danach in der Bütt, anschließend bewies Dremmens Showtanzgruppe Temptation, das sie genau weiß, was auf den Sitzungen gut ankommt. Als Tanzmariechen Eva Teixeira zu späterer Stunde die Bühne betrat und zu tanzen begann, schlugen die Herzen nicht nur in ihrer eigenen Familie höher. Das Publikum wurde förmlich von den Sitzen gerissen. Die große Tanzgarde der Drömmer Hahne überzeugte vor allem mit akrobatischen Showelementen.

Weitere Höhepunkte waren der Besuch des Stadtprinzen-Dreigestirns aus Heinsberg; ein nicht minder farbenprächtiges Bild gaben die befreundeten Gastvereine ab, als sie in der Halle herzlich empfangen wurden.

Die Latte lag nach dem Auftritt von Albert Heitzer zwar hoch, aber es sollten weitere Stimmungskanonen folgen. Christoph Engels (Comedy), die Stimmungsband „Jeck is” und Dirk Scheffel (Musik und Comedy) ließen es richtig krachen und zeigten, was großes Entertainment bedeutet. Zum großen Finale kamen die „Schlappis”. Die Stolberger spielten direkt zu Beginn ihres Auftritts den Hit „Eine Nacht ist mir zu wenig” - damit holten sie auch die letzten, trägen Jecken von den Stühlen.