Gangelt-Birgden: Dorfbühne: Ein Liebesbrief sorgt für „Chaos bei den Cramers“

Gangelt-Birgden: Dorfbühne: Ein Liebesbrief sorgt für „Chaos bei den Cramers“

Bei der Rollenverteilung war Regisseur Werner Jansen klar, dass so in etwa die Idealbesetzung aussehen könnte. Zwar wurde zwischendurch wieder getauscht, doch letztendlich griff er am Ende auf seine erste Idee zurück. Die Weitsicht in diesem Vierteiler hatte sich bestätigt.

Seit 1965 ist die Dorfbühne aktiv, hat viele große Theaterabende auf die Bühne gebracht und das Publikum regelrecht verwöhnt. Mit Weitsicht blickte man auch auf die Jugend, hat hier stets mehr als goldrichtig gelegen. So wie mit Thomas Jansen und Lea Schmitz. Beide gehören bereits fest zum Inventar, wobei Jansen einer der Hauptakteure im Stück war.

Sein Wutausbruch im dritten Akt gegenüber seiner im Stück spielenden Freundin Gaby (Lea Schmitz) war allerhöchste schauspielerische Kunst — der Szenenapplaus prasselte wie ein Orkan durch die Mehrzweckhalle. Selbst im 48. Spieljahr wird die Dorfbühne nicht müde. Die Laienspieler der Dorfbühne zeigten erneut großes Theater. Mit Sandra Nobis hat die Dorfbühne ebenfalls eine Theatergröße im Kader, sie scheint zum Theaterspielen geboren. Oldie Werner Jansen führte Regie, spielte selbst erneut überzeugend und stark — die Routine der älteren Spieler hatte die Jugend wahrhaftig angespornt.

Die Truppe hatte zudem ein ganz famoses Bühnenbild kreiert. Das Hauskreuz am Treppenaufgang im Hause Cramers spielte verrückt und wurde nahezu von Geisterhand gesteuert. Grund war Pater Tobias (Peter Pougin). Er musste aus dem Pfarrheim ausziehen — ein Rohrbruch hatte Schuld. Pater Tobias ist kein Kind von Traurigkeit, gegen ein Gläschen oder mehr aus der Hausbar hat er nichts einzuwenden und ganz abgeneigt von der Liebe schien er auch nicht.

Und dann entdeckt Brigitte Cramer (Sonja Schmitz) einen Brief. Es ist ein Liebesbrief und sie schäumt vor Wut: „Mein Thomas betrügt mich“ ist sie sich sicher und läuft aus dem Haus — ohne Brief. Dieser wird vom Gatten (Achim Müller) gefunden und er atmet immer schneller: „Brigitte betrügt mich“. Das Chaos nimmt dann schnell seinen Lauf als Freunde des Hauses mit Gaby und Walter Schüler (Thomas Jansen) sowie Onkel Gustav und Köchin Gerda (Annelies Pougin) zu Besuch kommen.

Plötzlich verdächtig jeder jeden fremdzugehen und es wird richtig heiter im Stück. Dienstmädchen Susanne (Sandra Nobis) klärt das Missgeschick dann auf — sie hatte den Brief verloren. Friede, Freude, Eierkuchen zum Ende — ein begeistertes Publikum dankte mit nicht aufhörenden Applaus.

(agsb)