Diskussion um Teiche im Baugebiet Tripser Wäldchen geht weiter

Anwohner haben kein Vertrauen mehr : Diskussion um Teiche im Baugebiet Tripser Wäldchen geht weiter

Die Anwohner der Teiche im Wohngebiet Tripser Wäldchen in Geilenkirchen fühlen sich über Jahre hingehalten. Sie sind es leid, das Froschgequake und den elenden Zustand der Grünanlagen vor ihrer Haustür zu ertragen.

Dies machten ihre Wortbeiträge im Rahmen der Einwohnerversammlung zur Problematik deutlich. Ihr Vertrauen in Stadt und Politik ist den Bach runtergegangen. Zwei Anwohner kündigten an, ihre Rechte, die sie mit dem Kauf der Grundstücke erworben hätten, einzuklagen.

Rund 40 Anwohner der Straße „Am Tripser Wäldchen“, Stadtverordnete der Geilenkirchener Ratsfraktionen sowie Bürgermeister Georg Schmitz und der 1. Beigeordnete Herbert Brunen als Moderator nahmen an der Versammlung im großen Sitzungssaal des Rathauses teil.

Jeder, der einen Garten hat, weiß, dass er ihn pflegen muss. Diese Erkenntnis vermittelte nun auch der Landschaftsarchitekt Joachim Scheller.

Bild von der Lage machen

Wie Herbert Brunen erklärte, solle die Einwohnerversammlung den Stadtverordneten dazu dienen, sich ein Bild davon zu machen, was die Einwohner wollen.  Was die Einwohner gerne möchten, dürfte wohl schon lange bekannt sein: eine etwas gepflegtere Grünanlage in ihrem Wohngebiet und bitte nachts schlafen können ohne Froschlärm.

Nur wie dies zu erreichen ist, darüber dürften die anwesenden Stadtverordneten ihren Parteikollegen wohl kaum ein eindeutiges Meinungsbild von der Versammlung in die anstehenden Beratungen auf politischer Ebene mitbringen.

Teich 1 im Wohngebiet Tripser Wäldchen befindet sich  nach einer Baggerattacke immer noch in einem provisorischen Zustand. Foto: Dettmar Fischer

Zunächst hatte Professor Dr. Ingenieur Heribert Nacken den Aspekt der Genehmigungspflicht der abwassertechnischen Anlage, um die es sich bei den drei Teichen handelt, erläutert. Da die eigentliche Versickerungsanlage unter den Teichen liege, so Nacken, sei der Zustand der Teiche in Bezug auf die Genehmigung durch die Untere Wasserbehörde auch nicht maßgebend für die bestehende Genehmigung der Anlage. In Bezug auf die Betriebsgenehmigung könnte also eigentlich alles so bleiben, wie es ist.

Landschaftsarchitekt Joachim Scheller hatte die ökologischen Aspekte der Versickerungsanlage untersucht. Er stellte zwei Varianten vor, wie mit den Teichen weiter verfahren werden könnte. Variante 1 wäre mit 3250 Euro die weitaus kostengünstigere. Sie sieht vor, den per Bagger demolierten Teich 1 im Wesentlichen so zu belassen, wie er nach der teilweisen Zerstörung der Teichfolie sich entwickelt hat.

Demnach würde ein kleiner Teichrest an einem Ende des eingezäunten Grundstückes verbleiben. Der Rest müsste aber zunächst einer umfassenden Pflege unterzogen werden und dann ein bis zweimal im Jahr fachmännisch weiter gepflegt werden. Denn, so Scheller, aus ökologischer Sicht habe sich der Teich nach der Baggerattacke gut entwickelt. Es sei eine Entwicklung der Arten bei Fauna und Flora zu beobachten.

Die Bäume wachsen bereits durch den Zaun. Eine Pflegeschnitt ist dringend nötig rund um die Teiche am Trips Wäldchen. Foto: Dettmar Fischer

Zwei Varianten im Gespräch

Die zweite Variante wäre die Wiederinstandsetzung der gesamten Teichfläche. Diese würde rund 30.000 Euro kosten. Joachim Scheller betonte mehrfach, man müsse aber die drei Teiche als Ganzes betrachten. Auch die beiden anderen Teiche müssten in das Pflegekonzept einbezogen werden. Alle paar Jahre mit der Kettensäge durch den Wildwuchs zu marschieren, wäre nicht zielführend. Geschulte Fachkräfte, wenn möglich über die Jahre dieselben, müssten die Pflege der Teiche übernehmen. Die reduzierte Wasserfläche in Teich 1 würde auch das Froschproblem verringern.

Der Beigeordnete Herbert Brunen vermochte nicht zu sagen, warum die Teiche so schlecht gepflegt werden. Das müsse man jetzt erst einmal so stehen lassen. Der Fall Mönter, so ein Anwohner, sei aber doch schon lange abgeschlossen, da müsse sich doch endlich was tun. Brunen unterbreitete den Vorschlag, man könne, wenn es die Politik wolle, daran denken, mit der Ausschreibung der Arbeiten zur Instandsetzung in welcher Variante auch immer, auch ein Pfegekonzept auszuschreiben.

Die Frage, ob nun die Variante 1 (Teilsanierung) oder die Variante 2 (Komplettsanierung) von den Anwohnern bevorzugt würde, ließ sich bei der Einwohnerversammlung nur schwer ergründen. Einige Vorschläge kamen von den Anwohnern.

Anwohner: Tisch zuschütten

Zuschütten des gesamten Teiches 1 war einer. Ein anderer lautete, den Anglerverein wieder dafür zu gewinnen, dass er Fische einsetzt, um den Froschlaich zu reduzieren. Das war vor einiger Zeit am Widerstand des Nabu gescheitert. Die ausgesetzten Fische seien nicht heimisch, war der Einwand gewesen. Auch die Anlage als reines Versickerungsbecken ohne ständige Wasserfläche zu betreiben, wurde angeregt.

Landschaftsarchitekt Joachim Scheller machte sich wiederholt dafür stark, ein ökologisch sinnvolles Pflegekonzept für alle drei Teiche umzusetzen und Teich 1 nicht wieder in den ursprünglichen Zustand mit breiter Wasserfläche zurückzubauen. Die wichtigste Aufgabe für Politik und Verwaltung dürfte nun sein, neben einer  einem Wohngebiet angemessenen  Gestaltung der Teiche, das Vertrauen der Anwohner zurück zu gewinnen.