Diskussion um Schüleranmeldezahlen in Geilenkirchen

Grundschulen betroffen : Diskussion um Anzahl der Eingangsklassen

Die vorläufigen Anmeldezahlen und die Klassenbildung zum neuen Schuljahr an den Grundschulen sorgen Jahr für Jahr für Diskussionen in den Ausschüssen und im Stadtrat. Und auch in diesem Jahr beschäftigte sich der Ausschuss für Bildung, Soziales, Sport und Kultur eine Stunde lang mit den von der Verwaltung vorgelegten Zahlen, die auch Schulamtsdirektor Christoph Esser erläuterte.

Nach den aktuellen Daten des Melderegisters sind in Geilenkirchen 239 Kinder schulpflichtig. Um die Zahl der Eingangsklassen zu ermitteln, muss laut nordrhein-westfälischem Schulgesetz die Zahl der Schulneulinge durch 23 geteilt werden. Demnach würden sich für Geilenkirchen elf Eingangsklassen ergeben. Allerdings muss an jedem Standort die Mindestzahl von 15 Schülern erreicht werden. Liegen bis zu 29 Anmeldungen vor, wird eine Klasse gebildet, bis 57 Kinder sind es dann zwei Eingangsklassen.

Eigentlich sollte die Angelegenheit klar sein, sollte man meinen, denn für Geilenkirchen ergeben sich folgende Zahlen: Katholische Grundschule Geilenkirchen 75 Kinder (drei Klassen), Gemeinschaftsgrundschule Geilenkirchen 40 Kinder (2 Klassen), Katholische Grundschule Teveren 28 Kinder (eine Klasse), Gemeinschaftsgrundschule Gillrath 40 Kinder (zwei Klassen), katholische Grundschule Würm 25 Kinder (eine Klasse), Katholische Grundschule Immendorf 30 Kinder (2 Klassen).

Für Diskussion sorgte in diesem Fall die Grundschule Immendorf, weil hier die Höchstgrenze von 29 Kindern gerade mal um eine Anmeldung überschritten wird und deshalb eine weitere Eingangsklasse gebildet werden müsste. Berücksichtigt bei der Ermittlung der Anzahl der Klassen wird nämlich nicht nur die bisher vorliegende Anzahl von Anmeldungen, sondern auch die gemeinsam mit den Schulleitungen ermittelten Prognosedaten. Denn durch Zu- und Fortzüge, durch Kinder, die die erste Klasse wiederholen oder durch eine Bildung von kleineren Klassen bei Inklusion kann es noch zu Verschiebungen kommen.

Schulamtsdirektor Christoph Esser sagte, die für die Klassenbildung letztlich entscheidende Prognosezahl liege häufig unter der tatsächlichen Anmeldezahl, da vor Schulbeginn angehende Schüler auf Antrag der Eltern zurückgestellt würden. Andere Eltern würden sich vor Schulbeginn kurzfristig für eine Förderschule entscheiden. Deshalb würden meist weniger Kinder eingeschult, als ursprünglich angemeldet. Bis auf die Grundschule Immendorf seien aber alle Zahlen in Geilenkirchen stabil.

Gegen diese Darstellung wandte sich Ruth Thelen (Grüne). In Geilenkirchen sei es so, dass die tatsächliche Zahl der Anmeldungen die Zahl der prognostizierten Anmeldungen übersteige. Das sei in Geilenkirchen bereits seit Jahren so. „Deshalb wurde in Geilenkirchen in jedem Jahr eine Klasse weniger gebildet. Die Schülerzahl war immer höher als die prognostizierte Zahl. Vielleicht ist der Awacs-Verband die Ursache für diese Abweichung. Die Verwaltung sollte unser Recht auf Bildung einer zwölften Klasse geltend machen “, erklärte sie auch mit Blick auf die Schulen des gemeinsamen Lernens.

Bei der Gemeinschaftsgrundschule Geilenkirchen, der Katholischen Grundschule Geilenkirchen und der Katholischen Grundschule Teveren handelt es sich nämlich um Schulen des gemeinsamen Lernens, an denen die Klassengrößen aus pädagogischen Gründen auf maximal 25 Schüler reduziert werden sollte.

„An der GGS Geilenkirchen wurden auch wieder nur zwei Klassen mit jeweils 28 Kindern gebildet, obwohl man eine dritte Klasse hätte bilden können“, monierte Thelen und erhielt Unterstützung von ihrem Fraktionschef Jürgen Benden: „Das geht jetzt seit vier Jahren so. Wir lassen die Eltern im Stich. Wir fassen den Beschluss, dass in Klassen des gemeinsamen Lernens 25 Kinder pro Klasse sitzen, und am Ende sind es wieder 28.“ Dazu entgegnete Esser: „Die Klassenbildung beruht auf den Prognosen der Schulleitungen. Erfahrungswerte der vergangenen Jahre dürfen laut Schulgesetz nicht berücksichtigt werden.“ Dazu meinte Ausschussvorsitzender Marko Banzet (SPD): „Prognose ist also wichtiger als Realität.“

Karola Brandt (Bürgerliste) riet den Schulleitungen, ihre Prognosen hochzuschrauben. Dazu meinte der Schulamtsdirektor: „Prognosen sind ein wichtiges Geschäft der Schulleitungen. Sie geben als Landesbeamte Daten nach bestem Wissen und Gewissen weiter und stehen mit Ihrer Unterschrift dafür gerade.“

Rainer Jansen meinte, die Erläuterungen verstanden zu haben: „Uns wird gesagt: Ihr könnt machen, was ihr wollt. Wir verarschen Euch doch.“ SPD-Fraktionschef Christoph Grundmann formulierte es moderater. In Richtung Esser sagte er: „Sie sind nur ausführendes Organ des Kreises Heinsberg. Wir können uns nur an die Landesregierung wenden. Denn täglich grüßt hier das Murmeltier.“

Die Diskussion um die Anzahl der Eingangsklassen geht in der nächsten Sitzung des Stadtrates am 12. Dezember weiter.

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