Geilenkirchen: „Dieser Kindergarten ist Ihr Lebenswerk“: Abschied von Mechthild Hilgers

Geilenkirchen : „Dieser Kindergarten ist Ihr Lebenswerk“: Abschied von Mechthild Hilgers

„Ich bin schon jetzt, beim Hineingehen in die Kirche, ganz baff von dem, was ich hier sehe“, bemerkt Mechtild Hilgers sichtlich überwältigt, als sie die vielen Fotos aus den vier Jahrzehnten ihrer Kindergartentätigkeit erblickt. Ihre Kolleginnen haben sie im Eingangsbereich der Kirche St. Johann Baptist liebevoll arrangiert.

40 Jahre war Mechtild Hilgers Leiterin des Katholischen Kindergartens St. Johann Baptist in Lindern, nun geht sie in den Ruhestand. Aus diesem Anlass haben ihre kleinen Schützlinge zusammen mit den Erzieherinnen eine feierliche Verabschiedung vorbereitet. Langjährige Kolleginnen wie Annette Schmitz und Claudia Gronowski begrüßten die zahlreichen Gäste und luden sie ein zu einer „Reise um die Welt“.

Fotoalbum zur Erinnerung

Mit einem fröhlichen Lied begannen die Jungen und Mädchen ihre Darbietungen, und einzelne Kinder erklärten, wie „Guten Tag“ in anderen Sprachen heißt. Die Kirchenbesucher erfuhren noch mehr über ferne Länder, denn nun spielte die muntere Truppe vor, wie man sich woanders begrüßt: Während sich die Deutschen die Hand geben, streicheln die Polynesier mit den Händen das andere Gesicht und die Eskimos reiben ihre Nasen aneinander. Dem Nachwuchs machte die Vorführung sichtlich Spaß.

Pastor Peter Frisch würdigte die Verdienste von Mechtild Hilgers: „Der Kindergarten in Lindern ist Ihr Lebenswerk, und Sie dürfen mit Stolz auf diese Zeit zurückblicken!“ Den Kleinen habe Hilgers eine zweite Heimat gegeben und für die Eltern immer ein offenes Ohr gehabt, betonte er. Er bedankte sich, auch im Namen von Pfarrer Norbert Kaluza und überreichte einen Blumenstrauß mit Umschlag.

Auch die Jungs und Mädels hatten ein Geschenk. Vergnügt überreichten sie ein großes Fotoalbum, worin sie ihre Handabdrücke verewigt hatten, und mit genug Platz ist für alle 40 Fotos aus dem Eingangsbereich.

Mechtild Hilgers freute sich: „Ich habe 40 Jahre lang Kinder betreut, und jedes hat sich zu einer tollen Persönlichkeit entwickelt!“ Sie dankte vor allem ihrem Team „denn alleine kann man nichts schaffen“.

Am Ausgang der Kirche wartete eine weitere Überraschung: Die Kleinen standen Spalier und drückten der Ruheständlerin langstielige, weiße Rosen in die Hand. Blumen liebt Mechtild Hilgers über alles, und aus den einzelnen Blüten wurde ein Riesenstrauß.

Ruhender Pol

Im Kindergarten warteten zahlreiche Gratulanten, und der Elternrat bedankte sich bei ihr als „ruhendem Pol und stets hilfsbereit“ mit einem Gutschein für eine Erlebnis-Fahrradtour. Markus Nacken (39) aus Lindern erzählt: „Ich selbst war im Kindergarten bei Frau Hilgers. Sie war herzlich und mütterlich und hat sich nicht verändert in den 40 Jahren. Darum habe ich ihr auch meine Kinder anvertraut.“ Die vierjährige Lara Hensen meint: „Ich finde es nicht gut, dass Frau Hilgers geht, denn ich mag sie so gerne!“ Und die gleichaltrige Maria Alpmann sagt: „Ich mag sie noch viel lieber!“

Mechtild Hilgers resümiert: „Ich habe damals fünf Jahre in einer anderen Einrichtung gearbeitet und dann die Stelle als Leiterin übernommen. Auch jetzt will ich mich neuen Herausforderungen stellen und in der Flüchtlingsbetreuung arbeiten. Zudem möchte ich Fernreisen machen. Mein verstorbener Mann und ich wollten immer die Antarktis besuchen. Das ist etwas, was unerledigt ist, und diesen Traum möchte ich mir noch erfüllen!“

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