Übach-Palenberg: Die Stadt Übach-Palenberg kauft das Marientaler Wäldchen

Übach-Palenberg : Die Stadt Übach-Palenberg kauft das Marientaler Wäldchen

Während die öffentliche Diskussion um das Marienberger Neubaugebiet weitgehend zum Erliegen gekommen ist, werden im Hintergrund weiter die Fäden zusammengeführt. Dazu zählt nicht nur, dass die formellen Hürden für eine Bebauung genommen werden, sondern auch die Schaffung der Voraussetzungen für ein Naturschutzgebiet.

Wie vielfach berichtet, sind CDU und Opposition sich vom Grundsatz her einig, dass das Wäldchen in der Mitte des Plangebiets dauerhaft vor der Säge gerettet werden soll — ein Schritt, der von CDU-Seite sicherlich auch als Zugeständnis an die Kritiker des Projekts zu interpretieren ist.

Die Stadt unternimmt daher zurzeit Anstrengungen, den besagten Wald zu kaufen und scheint sich mit dem bisherigen Eigentümer soweit einig zu sein. Der Hauptausschuss hatte der Verwaltung bereits vor der Sommerpause in nicht-öffentlicher Sitzung grünes Licht gegeben, die notwendigen Schritte in die Wege zu leiten.

Diese Informationen bestätigte die Verwaltung gegenüber unserer Zeitung. Mittlerweile fehle nur noch die notarielle Beurkundung, um den Kauf abzuschließen, heißt es aus der städtischen Pressestelle. Der Kaufpreis wurde auf Nachfrage nicht genannt, er sei jedoch „angemessen“. Nach Informationen unserer Zeitung wurden die üblichen Waldpreise gezahlt.

Die Gründe für den Kauf erklärt die Verwaltung damit, dass das Gebiet zurzeit noch als Fläche für die Landwirtschaft ausgewiesen sei. Sinnigerweise wird jedoch eine Ausweisung als Waldfläche angestrebt. Wie alle anderen Waldflächen, die sich in städtischem Besitz befinden, solle die Fläche dann von der Forstbetriebsgemeinschaft betreut werden. Voraussetzung dafür sei die städtische „Verfügungsgewalt“ — also ein Kauf.

Ausgleichsfläche in petto

Wie unsere Zeitung erfuhr, ist außerdem angedacht, sich den Wald als Ausgleichsfläche anrechnen zu lassen. Der Schritt hätte in jedem Falle den Reiz, dass die Stadt eine Ausgleichsfläche in petto hätte, auf der praktisch nichts mehr gemacht werden muss. Die Bäume stehen ja schon da. Für gewöhnlich halten naturverbundene Akteure davon eher wenig.

Ihnen wäre es lieber, wenn die Anmeldung von Ausgleichsflächen mit der Schaffung neuer Bepflanzung einherginge. So ist es wohl auch zu erklären, dass die Stadt erst auf ausdrückliche Nachfrage hin einräumte, dass das Marientaler Wäldchen zu einer Ausgleichsfläche werden könnte.

Nach allem, was zur Bebauung bislang kleckerweise bekannt wurde, sollen nach aktueller Planung in Mariental zwei Bauabschnitte verwirklicht werden. Der erste läge im Westen des Plangebiets im Bereich Grenzweg, der zweite nördlich in der Nähe des Marienhofs. Die CDU ist damit ebenso einverstanden wie die UWG, die Grünen sind klar dagegen.

Internen Beschluss noch nicht gefasst

Eine Zwischenposition deutet sich hingegen bei der SPD an. Einen internen Beschluss hat die größte Oppositionsfraktion im Übach-Palenberger Rat jedoch noch nicht gefasst. Nichtsdestoweniger präzisierte Vorsitzender Alf-Ingo Pickartz diese Woche die Haltung seiner Fraktion — und unterstrich dabei die Bedeutung eines Antrags, den SPD und Grüne im Juni gemeinsam an die Verwaltung gerichtet haben.

„Wenn der Antrag nicht genau so umgesetzt wird und in den Bebauungsplan eingefügt wird, werden wir einer Bebauung nicht zustimmen“, sagte Pickartz. Im Umkehrschluss bedeutet dies, dass die SPD eine Bebauung nicht rundheraus ablehnt.

Anders als die CDU, die offenbar nur das Wäldchen zu einem Naturschutzgebiet machen will, sehen SPD und Grüne selbiges nur als Teil eines Verbundkorridors zwischen der alten Kiesgrube im Westen und den Wurmauen im Osten des Plangebiets.

Ferner soll die Anbindung an die „Natuurmonumenten“ Landgraaf gewährleistet bleiben. Planungsgrundlage für Mariental soll gemäß Antrag das Artenschutzgutachten von Ulrich Haese sein.

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