Geilenkirchen/Übach-Palenberg/Gangelt: Die Bauhöfe wollen dem Schnee kräftig einheizen

Geilenkirchen/Übach-Palenberg/Gangelt: Die Bauhöfe wollen dem Schnee kräftig einheizen

Der Winter kann kommen. Die Leiter der hiesigen Bauhöfe blicken ihm, so möchte man sagen, mit einem kalten Lächeln entgegen. Seit einigen Jahren schon werden die Vorbereitungen im Kreis Heinsberg mit vereinten Kräften getroffen, Streusalz wird gemeinsam bestellt. Das spart Geld, ebenso das frühzeitige Aufgeben der Gemeinschaftsbestellung in den Sommermonaten.

100 Tonnen Streusalz sollen in Geilenkirchen reichen — für´s Erste, wohlgemerkt. In drei großen Silos wartet das Natriumchlorid am Bauhof in Niederheid auf seinen Einsatz. „Und sobald die ersten 25 Tonnen raus sind, wird nachgeliefert“, verspricht Leiter Wolfgang Jansen. (Beinahe) Egal, wie heftig der Winter wird: Engpässe seien nicht zu befürchten. Denn bei der Duisburger Firma Eurosalz liege weitere weiße Ware bereit — für Geilenkirchen reserviert.

In harten Wintern 500 Tonnen

Und dass auch dieses seinen Weg in die Stadt an der Wurm findet, ist recht wahrscheinlich. Denn selbst in milden Wintern, hat Wolfgang Jansen recherchiert, wurden stets um die 300 Tonnen verbraucht. In harten Wintern waren es sogar 500 Tonnen. Neben den 100 Tonnen in den Silos lägen außerdem 40 Tonnen an „Sackware“ für Bürgersteige, Kindergärten und Schulen bereit.

Ein bisschen knapper fällt der erste Vorrat in Übach-Palenberg aus. Der stellvertretende Bauhofleiter Udo Langendorf und seine Kollegen haben 75 Tonnen Streusalz im Rücken. Auch hier gilt: Bei Bedarf liefert Duisburg ruckzuck reservierte Ware nach. Nicht nur Langendorf hat nämlich den Winter 2009/2010 in unguter Erinnerung, als heftiger Schneefall und Lieferengpässe seine Zunft im tiefsten Winter ins Schwitzen brachten: „Das soll ganz einfach nicht mehr vorkommen.“

Sobald Temperaturen von zwei Grad oder weniger gemeldet sind, wird es Ernst. Sechs Kollegen werden dann in Bereitschaft versetzt, der Kolonnenführer sichtet um vier Uhr morgens die Situation. Glatteis oder Schneedecke? Dann werden die übrigen Kollegen im Bereitschaftsdienst aus den Federn geklingelt. Anschließend geht es auf der Prioritätenliste abwärts: Zuerst sind Hauptstraßen, Busstrecken sowie die in Übach-Palenberg zahlreich vorhandenen Steigungen an der Reihe. Priorität zwei und drei genießen die Nebenstraßen sowie Fahrrad- und Gehwege.

Außerdem haben die Kollegen vom Bauhof diejenigen Straßen im Blick, die erfahrungsgemäß besonders schnell vereisen. In Geilenkirchen sind dies beispielsweise die Landesstraße 42 Richtung Flugplatz sowie An der Friedensburg, in Übach-Palenberg die Landstraße Richtung Frelenberg sowie die Wurmtalbrücke. „Die Wurm ist zwar ein eher warmes Gewässer, gibt aber natürlich Feuchtigkeit ab“, weiß Udo Langendorf. Wenn es glatt wird, dann zuerst hier.

Gefahrenstellen entschärfen

Auch Gangelts Bauhofleiter Günter Paulzen kann wie aus der Pistole geschossen die größten Gefahrenstellen in seinem Bereich nennen: „Die Oberstraße von Schierwaldenrath nach Laffeld.“ Die liegt mitten im Feld und weist dazu noch scharfe Kurven auf. Um Gefahrenstellen wie diese zu entschärfen, können auch seine Leute auf zunächst 75 Tonnen Streusalz zurückgreifen.

Natürlich liege auch für Gangelt weiteres Streusalz auf Abruf bereit. Wie ist das Bauchgefühl, Herr Paulzen? „Der letzte Winter war lang“, blickt der Bauhofleiter zunächst zurück. „Dieser wird denke ich etwas strenger.“