Geilenkirchen: Der Verkehr rollt weiter über den Sparkassen-Parkplatz

Geilenkirchen : Der Verkehr rollt weiter über den Sparkassen-Parkplatz

Da waren sich die Fraktionschefs Max Weiler (CDU) und Jürgen Benden (Grüne) ausnahmsweise einmal schnell einig: Wenn es um den innerstädtischen Verkehr in Geilenkirchen geht, muss ein Gesamtkonzept her. Für ein solches Plädoyer erhielt Weiler im Ausschuss für Stadtentwicklung und Wirtschaftsförderung schnell den Dank von Benden, und auch die anderen Fraktionen stimmten zu.

Auch Marko Banzet, der SPD-Mann zog sogar den von seiner Fraktion gestellten Antrag zurück.

Die SPD nämlich hatte beantragt, den städtischen öffentlichen Parkplatz an der Konrad-Adenauer-Straße durch Poller vom Parkplatz der Kreissparkasse zu trennen. Dies hätte zur Folge, dass nur der Verkehr vom Kreissparkassen-Parkplatz weiterhin sowohl in Richtung Hünshoven als auch in Richtung Innenstadt abfließen kann. Nicht mehr möglich wäre es für Autofahrer, über den öffentlichen städtischen Parkplatz und dann über den Kreissparkassen-Parkplatz nach links in Richtung Hünshoven abzubiegen.

Dies nämlich machen so manche Autofahrer, weil die Konrad-Adenauer-Straße in Höhe des öffentlichen Parkplatzes Einbahnstraße in Fahrtrichtung Marktplatz ist. Halten sie hingegen den regulären Fahrtweg vom Parkplatz an der Konrad-Adenauer-Straße nach Hünshoven ein, müssen sie über Konrad-Adenauer-Straße, Herzog-Wilhelm-Straße, Haihover Straße und Theodor-Heuss-Ring fahren, was laut Verwaltung einen Umweg von 800 Metern macht. Die zweite Möglichkeit wäre über Konrad-Adenauer-Straße, Martin-Heyden-Straße und Nikolaus-Becker-Straße. Laut Verwaltung ein Umweg von 1,5 Kilometer. Stattdessen fahren sie auf das Sparkassengelände und können von dort aus nach links Richtung Hünshoven abbiegen.

Den Durchgangsverkehr unterbinden

Mit der Abtrennung des Kreissparkassenparkplatzes wollte die SPD diesen Durchgangsverkehr aus der Innenstadt über die Konrad-Adenauer-Straße in Richtung Hünshoven unterbinden. Die Situation an der Ampel Richtung Theodor-Heuss-Ring sollte dadurch entspannt werden.

Das allerdings hätte zur Folge, dass die Kreissparkasse nur noch von der Kreuzung Theodor-Heuss-Ring/Nikolaus-Becker-Straße/Konrad-Adenauer-Straße her erreichbar wäre und nicht mehr direkt aus der Innenstadt. Die Verwaltung merkte zum SPD-Antrag an, dass im Rahmen der Planung zur Neugestaltung der Innenstadt die Filialleitung es als wichtig angesehen habe, dass der Kreissparkassenparkplatz auch vom Kreisverkehr am Marktplatz aus angesteuert werden kann.

Jürgen Benden begrüßte den SPD-Antrag. „Die Belastung mit Verkehr in der Innenstadt ist zu hoch. Das wäre auch eine verkehrslenkende Maßnahme“, sagte er. „Die Zufahrtstraße zum Parkplatz sollte keine Durchgangsstraße sein und Linksabbiegen an der Sparkasse verboten werden“, erklärte er weiter.

Wilhelm-Josef Wolff („Geilenkirchen bewegen! und FDP“) war anderer Ansicht: „Ich würde gar nichts machen, es gibt keine Konflikte. Trotz kurzer Rotphasen gibt es keine Probleme.“ Das bestätigte auch die Verwaltung: An der evangelischen Kirche habe es 2015 einen Auffahrunfall gegeben, 2016 seien es zwei Unfälle gewesen, im vergangenen Jahr wieder nur einer. Max Weiler war von den Pollern zwischen den beiden Parkplätzen nicht begeistert. „Die Zahlen sprechen dagegen“, sagte er.

Im Laufe der Diskussion wurde deutlich, dass eigentlich alle Ausschussmitglieder Verkehr in der Innenstadt vermeiden wollen. Da alle die Notwendigkeit sahen, fraktionsübergreifend gemeinsam mit Fachleuten an einem Gesamtkonzept zu arbeiten, zog Banzet den SPD-Antrag zurück.

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