Übach-Palenberg: Der Umzug der „Bücherkiste“ nach Palenberg ist geglückt

Übach-Palenberg : Der Umzug der „Bücherkiste“ nach Palenberg ist geglückt

Man kennt das ja: Bei Umzügen läuft nicht immer alles reibungslos. Da stapeln sich die Kisten, da wirbelt der Staub, ein paar Helfer sagen in letzter Minute ab und der Sperrmüll muss auch noch raus. So ähnlich sieht es auch beim künftigen Domizil der „Bücherkiste“ aus, die sich als Verein auf die Fahnen geschrieben hat, Ersatz für die seitens der Stadt Übach-Palenberg geschlossene Stadtbücherei zu sein.

Für Frank Kozian und Ramona Haumann vom Vorstand ist nun ein Ende in Sicht, auch wenn nicht alles nach Plan gelaufen ist. „Die Stadt hat uns alle Unterstützung, die sie angeboten hatte, auch geliefert“, so Kozian. Zwar sei es durchaus etwas langsamer und vielleicht auch umständlicher vonstatten gegangen. „Aber wir können uns wirklich nicht beschweren.“

Sie haben noch viel zu tun bis zum Start der Bücherkiste: Vereinsvorsitzender Frank Kozian und Ramona Haumann, die in Zukunft Aktivitäten für junge Leser organisieren wird. Foto: Markus Bienwald

Dauerproblem Telekom

So wurden die neuen Räumlichkeiten in einer der beiden Baracken auf dem Schulhof der Gemeinschaftsgrundschule (GGS) in Palenberg auf den Einzug vorbereitet, Möbel und die Kisten mit unzähligen Büchern und anderen Medien aus den Beständen der ehemaligen Stadtbücherei hertransportiert und auch sonst alles Mögliche getan, um dem Verein einen guten Start zu ermöglichen.

Dennoch sind die Aktiven der „Bücherkiste“, die als Kulturverein auftritt, noch nicht da, wo sie eigentlich sein wollten. „Da gibt es beispielsweise das Dauerproblem mit der Telekom“, berichtet Frank Kozian. „Die zicken beim Online-Zugang, das Ganze lässt sich nur zu einem recht hohen Preis anbinden, im Internet hingegen werben die mit ganz anderen Preisen“, sagt er.

Aber ohne Zugang gibt es keine Bücherkiste, das ist für ihn auch klar. Denn da, wo in der Vergangenheit das Analoge vorherrschte, will die Bücherkiste vorangehen und sich zeitgemäß aufstellen. So ist die Hardware angeschafft, darunter auch ein Laptop, mit dem sich später vor Ort in der fertigen Bücherkiste bestens im Bestand recherchieren lässt. Aber auch die ehrenamtlichen Mitarbeiter müssen mit der bereits angeschafften Organisationssoftware umgehen können.

Die Software wird beim Betrieb der Kiste eine ganz wichtige Rolle spielen, lässt sich doch damit nicht nur koordinieren, welche Medien wann und wo zur Verfügung stehen oder auch nicht. „Die Nutzer können damit auch extern recherchieren, ob wir die gewünschten Sachen auch anbieten und ob sie verfügbar sind“, weiß Kozian. Das gilt dann auch für noch zu beschaffende E-Reader oder die speziell auf junge Nutzer zugeschnittenen Varianten.

Zurück in die Obhut der Stadt?

Er will im „Betriebszustand“ der Bücherkiste auch W-LAN anbieten, frei im Innenbereich und in Richtung Schulhof über das inzwischen gut verbreitete Freifunk-Angebot realisiert. Das hat auch mit der längerfristigen Perspektive zu tun. „Wir haben den Verein ja so angelegt, dass der Zweck darin besteht, eine Brücke zu bauen, bis die Stadt wieder über die finanziellen Mittel verfügt, um die Bücherei neu zu starten“, erläutert Kozian.

Stimmen die technischen Voraussetzungen, die Möglichkeiten für Nutzer und nicht zuletzt die Aktualität bei Medien und Ausleihmöglichkeiten, sei die Stadt sicherlich eher dazu bereit, das Konstrukt „Bücherkiste“ wieder in städtische Obhut zu übernehmen, unter welchem Titel auch immer. Quasi als Messlatte dafür, ob der politische Wille zur Unterstützung der Arbeit der Bücherkiste da ist, hat der Vorstand jeden Stadtverordneten angeschrieben und um finanzielle Unterstützung gebeten. „Nur einer hat sich zurückgemeldet und etwas gespendet, sonst kam nix“, sagt Kozian und zuckt mit den Schultern.

Was die Bücherkiste, die übrigens in einer Art kleiner Eröffnung am Freitag, 12. Oktober — Uhrzeit steht noch aus — der Öffentlichkeit vorgestellt werden soll, ehe sie dann voraussichtlich ab November in den Regelbetrieb startet, noch fehlt, sind Mitarbeiter. Bei einem aktuellen Mitgliederbestand, der sich an zwei Händen locker abzählen lässt, wird das schwierig.

Ramona Haumann will die Aktivitäten für Kinder und Jugendliche in der Bücherkiste organisieren. „Dazu brauchen wir Lesepaten, die sich immer mal wieder zur Verfügung stellen, um etwa einmal im Monat einen Vorlesenachmittag anbieten zu können“, sagt sie. Und natürlich braucht es helfende Hände, die sich in die Software einarbeiten und zu festen Zeiten vor Ort sein können. „Und schließlich brauchen wir noch Bücherpaten, Menschen, die gerne gegen Nennung des Sponsors, beispielsweise ein Buch pro Quartal stiften“, sagt Frank Kozian.

Eine ganze Menge Baustellen gibt es also noch vor der Öffnung der Bücherkiste. Aber der Vorstand ist sich sicher, dass auch das alles noch aus dem Weg geräumt wird. Auch Zuhause ist es ja so, dass manche Umzugskiste etwas länger im Weg steht, bevor auch sie ihren Platz findet.

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