Übach-Palenberg: Das unfassbare Elend in den Slums von Manila

Übach-Palenberg: Das unfassbare Elend in den Slums von Manila

Sechs Wochen lang waren Net Net und Franz Flüggen auf den Philippinen. Einen ausführlichen Bericht über ihre Zeit vor Ort und das, was sie in Sachen Malabon-Projekt dort erlebten, gaben sie nun den Mitgliedern bei einer Versammlung in der Katholischen Grundschule (KGS) Scherpenseel. Malabon ist ein Symbol des Elends und der Name eines Stadtteils von Manila auf den Philippinen.

Dort herrschen unzureichende Hygiene, Armut, Obdachlosigkeit und Analphabetentum. In dem rund eineinhalbstündigen, selbst gedrehten Film, den das Ehepaar Flüggen mitbrachte, sind die hierzulande unfassbaren Zustände bestens dokumentiert. Einerseits kennen dort der Luxus und das Konsumverhalten keine Grenzen.

Doch einmal um die Ecke gegangen, schlägt das Bild mitunter in das völlige Gegenteil um. Dabei sind es die weitaus meisten der 16 Millionen Einwohner zählenden Gegend um den Moloch Manila, die in den elenden Slums ihr Leben fristen.

Und genau dort setzt seit 1987 die Arbeit des in Übach-Palenberg beheimateten Projekts Malabon an. „Anscheinend können wir die Gründe für die elenden Verhältnisse nicht ändern - aber wir können uns selbst ändern. Wir können uns und unsere Verhältnisse ändern, und wir können Menschen helfen, sich und damit ihre Verhältnisse zu ändern. Der wehrlose Mensch muss ein Zeichen von Solidarität und Gerechtigkeit erfahren”, sagt Vorsitzender Herbert Schmerz dazu.

Um das Projekt hat sich mittlerweile eine eingeschworene Gemeinschaft gebildet, die in Malabon verschiedene Projekte gestartet hat und auch weiterhin begleitet.

So wurde durch die Solidarität der Menschen in und um Übach-Palenberg, mit dem „Epizentrum” in Scherpenseel, ein „Haus der Gesundheit” gebaut, eingerichtet und betrieben.

Dort arbeiten einheimische Ärzte, Zahnärzte und Gesundheitshelfer, um die Menschen, die in den Slums leben müssen, unentgeltlich zu versorgen. Neben dem Kurieren spielt aber auch die Vorsorge eine tragende Rolle.

Und kürzlich erst wurde von einem befreundeten niederländischen Arzt ein zwar älterer, aber noch voll funktionstüchtiger Zahnarztstuhl gestiftet. Der steht zwar noch in Übach-Palenberg, doch die Projektgruppe wird wieder einen Weg finden, ihn in das Hilfsgebiet zu transportieren, wo er noch lange Jahre gute Dienste leisten kann. Ohne Bildung wollen die Gruppenmitglieder ebenfalls nicht helfen.

Das Schulprojekt half dabei, mittlerweile über 200 Slumkinder schulisch wie beruflich auszubilden. Letztes, aber nicht unwichtigstes Projekt ist das Straßenkinderprojekt, bei dem die Kinder, die tagsüber nicht in ihrem Elternhaus sein können, betreut werden und Gemeinschaft erleben können.

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