Übach-Palenberg: Dach des Ü-Bades kostet die Stadt eine Million Euro

Übach-Palenberg : Dach des Ü-Bades kostet die Stadt eine Million Euro

In den vergangenen Monaten wurde viel darüber gesprochen, was die Sanierung der Schulgebäude Stadt und Steuerzahler kostet. Doch die Schulen sind nicht die einzigen Liegenschaften, die Löcher in den städtischen Geldbeutel reißen. Das wurde der Politik in Erinnerung gerufen, als sie den Auftrag für die Sanierung der Flachdächer des Hallenbades vergab.

Dass Handlungsbedarf besteht, ist bereits im Sommer 2016 bekannt geworden. „Das Dach ist insgesamt schrottreif und muss komplett erneuert werden“, sagte der Fachbereichsleiter Hoch- und Tiefbau, Achim Vogelheim, damals in aller Klarheit, nachdem die SPD-Fraktion das Thema angesprochen hatte. Vogelheim äußerte damals die Hoffnung, dass die Kosten „hoffentlich eher niedrig siebenstellig“ ausfallen würden.

Dieser bescheidene Wunsch zumindest ist ihm erfüllt worden. Wie die Stadtverwaltung nunmehr auf eine Nachfrage unserer Zeitung hin mitteilt, geht sie von Kosten von einer Million Euro aus. Darin inbegriffen sind unter anderem Gerüstbau inklusive Sonderverankerung, Blitzschutz, Asbestentsorgung, Statik und Planungskosten. Mit der Maßnahme soll mit Beginn der Freibadsaison begonnen werden. Laufen die Arbeiten wie geplant, ist drei Monate später alles fertig. Um die Baumaßnahme finanzieren zu können, wurden bereits 2016 Rückstellungen veranlasst.

Die Ausführungen der Verwaltung lassen wenig Zweifel, dass das Thema angegangen werden muss. Das Flachdach ist demnach überaltert und undicht, das Material derart spröde, dass das Dach schon durch bloßes Betreten weiter beschädigt werde. Stellenweise trenne nicht mehr als 45 Jahre alte Dichtmasse Innen- und Außenbereich. Auch einige Wände seien durch das feuchte Klima angegriffen worden.

Letzte große Sanierung erst 2005

Mitbürger, die über ein intaktes Langzeitgedächtnis verfügen, dürften sich angesichts dieser Schilderungen verwundert die Augen reiben. Schließlich ist es deutlich weniger als 45 Jahre her, dass das Ü-Bad mit einigem Aufwand und viel Geld erneuert wurde. An einem Juniwochenende 2006 wurde das Hallenbad neu eröffnet, 4,1 Millionen Euro hatte die damals noch SPD-geführte Verwaltung ausgegeben und den Übach-Palenbergern unter anderem eine 85 Meter lange Rutsche und allerlei andere schöne Dinge gegönnt. Das alles war so spektakulär, dass man sich sogar den damals neuen und bis heute aktuellen Namen überlegte: Ü-Bad.

Die Dächer hingegen ließ man offenbar erst einmal so, wie sie waren, nur der Teil direkt über dem Becken wurde saniert.

„Das seinerzeit zur Verfügung stehende Budget wurde nach technischen Erfordernissen verwendet“, erklärt die Verwaltung dazu heute.

(jpm)
Mehr von Aachener Nachrichten