Geilenkirchen: Da rockt sogar der Bürgermeister mächtig ab

Geilenkirchen: Da rockt sogar der Bürgermeister mächtig ab

„Ich begrüße Sie zu einem epochalen Ereignis. Sie sind heute Zeuge des ersten Prinzenempfanges, der nicht von der Stadt ausgerichtet wird”, eröffnete GKV-Ehrenpräsident Franz-Michael Jansen in seiner Eigenschaft als amtierender Präsident des Komitees Geilenkirchener Karnevalsgesellschaften (KGKG) die närrische Veranstaltung im Haus Basten.

Nach der Absage von Schützen- und Prinzenempfang durch Bürgermeister Thomas Fiedler im vergangenen Jahr, hatte sich das KGKG entschlossen, den Prinzenempfang in Eigenregie zu übernehmen.

Während die Stadt weiterhin die Räume im Haus Basten zur Verfügung gestellt hatte, übernahmen die Karnevalsvereine die Bewirtung, bei von Sponsoren gestifteten Getränken. Aber halt: „Auch der Bürgermeister hat ein Fass Bier gespendet”, vermeldete Franz-Michael Jansen sehr zur Freude des närrischen Volkes.

Die Finanznot der Stadt

Die gefundene Lösung gefiel offenbar auch den Gästen, und sie zeigten Verständnis für die Entscheidung des Bürgermeisters vor dem Hintergrund der Finanznot der Stadt. Schon nach dem Einmarsch der in der KGKG vertretenen Narrenzünfte zeigte sich ein farbenprächtiges Bild in der Guten Stube der Stadt. In ihrem 3 x 11-jährigen Jubiläumsjahr hat der Geilenkirchener Karnevalsverein das Zepter in der Hand, und so präsentierte Jansen mit MarkoI. und Conny I. das vom GKV gestellte Stadtprinzenpaar. Natürlich hatten auch alle anderen Vereine ihre Prinzenpaare mitgebracht. Jupp II. und Ulla I. vom „Würmer Wenk” stellten sich vor, Christoph II. und Barbara I. von der KG „Lott se loope” Immenwauweiler waren mit von der Partie, und die Karnevalsfreunde Süggerather „Spätlese” waren mit Holger I. und Sabine I. angereist. Der IKV Teveren verfügt in dieser Session nicht über ein Prinzenpaar, ließ dafür aber das Kinderprinzenpaar Jana I. und Adjutantin Pauline Schmitz hochleben.

Bürgermeister Thomas Fiedler hatte es sich nicht nehmen lassen, mit einer Büttenrede in Reimform selber vor das Publikum zu treten. „Ich habe meine Tuschmaschine gleich mitgebracht”, rief er in die Narrhalla und blies zum Beweis auf seiner knallgelben Mini-Trompete. Herzlich willkommen hieß Fiedler die Narrenschar und gab zu bedenken: „Das war auch schon anders, das solltet ihr wissen. Es gibt Momente, die möchte ich missen. Da guck ich im Frühjahr mit dem Kämmerer, es war 2010 - in die städtische Kasse, und mein Herz blieb stehn. Ich sag: Kämmerer, wer zahlt für die Empfänge? Die kann ich nicht absagen, da krieg ich Senge!” Der Bürgermeister blieb noch ein wenig beim Thema: „Sagt der Kämmerer: nun sei mal nicht bange, Bürgermeister bist du nämlich noch lange. Gesagt, getan, aber die Schützen waren sauer. Die waren so sauer, das war von Dauer.” In Sachen Schützenempfang sei die Zeit zu weit fortgeschritten gewesen, aber bis zum Prinzenempfang habe sich dann die Lösung wie dargestellt gefunden. Der GKV hatte für den Abend seine Solomariechen Lara Fischer und Jil Flanhardt sowie die Tanzgarde auf die Bühne geschickt. Daneben tanzten sich Justine Hagen und Julia Winkens als „Duo Stardust” in die Herzen des Publikums. GKV-Prinzenpaar Marko und Conny Banzet präsentierten mit „Wenn nicht jetzt, wann dann” ihr Sessionslied, und das IKV-Männerballett „Men in Tights” entfaltete sein Tanzvermögen in voller Pracht.

Einen Super-Auftritt legten die Vorsitzende des Aktionskreises Geilenkirchen, Dr. Rita Freches-Heinrichs, im Duett mit Bürgermeister Thomas Fiedler hin. Beiden rockten mächtig ab, sangen lautstark das Bruttosozialprodukt, und der Erste Bürger, der Stadt zupfte dabei gekonnt die Bassgitarre.

Mehr von Aachener Nachrichten