Geilenkirchen: Computerkurse für Senioren in der Stadtbücherei

Geilenkirchen : Computerkurse für Senioren in der Stadtbücherei

„Das gedruckte Buch wird es immer geben”, ist Nadine Sadlowski, Diplom-Bibliothekarin in der Stadtbücherei, überzeugt. Und ihre Kollegin Monika Fuß meint: „Die neuen Medien, auch das E-Book, sind nur eine Ergänzung zum gedruckten Buch.”

Längst sind die Zeiten vorbei, in denen es in der Geilenkirchener Mittelpunktbibliothek nur Bücher gab. Vor vielen Jahren schon hielten CDs, DVDs und CD-Roms Einzug. Und auch vor Computerarbeitsplätzen und Internet-Anschluss wollte man sich nicht verschließen.

Längst eine Selbstverständlichkeit sind auch die Ferienaktionen für Kinder im Alter zwischen acht und zehn Jahren, die hier an zwei Schulungstagen den Internet-Führerschein erwerben können. „Wir sehen uns als Dienstleister und wollen den Menschen helfen, mit der neuen Technik zurechtzukommen”, sagt Nadine Sadlowski und hat dabei auch die Generation 50 plus im Blick.

Das Team um Bücherei-Leiterin Antonia Zaharanski hat festgestellt, dass die drei Computerplätze mit Internet-Anschluss nicht nur von Kindern und Jugendlichen rege frequentiert, sondern auch von älteren Menschen in Anspruch genommen werden. „Manche haben Angst vor der Technik, die im eigenen Haus installiert werden muss, um ins Internet zu gelangen. Viele sind technisch nicht in der Lage, einen Internet-Zugang einzurichten, und Fachleute können die Senioren oft nicht bezahlen”, nennt Monika Fuß Gründe, warum sie in der Bücherei auch Nutzer zwischen 60 und 80 Jahren antrifft.

Vor Jahren schon wurde die Idee geboren, Senioren in einem Internet-Kurs zu schulen. Hatte dies anfänglich Wolfgang Eichstädt übernommen, liegt diese Aufgabe nun in den Händen von Nadine Sadlowski. „Im Gegensatz zu den Kindern fehlt hier oft das Basiswissen. Da gibt es schon Berührungsängste vor Maus und Tastatur”, hat die Diplom-Bibliothekarin festgestellt.

Zunächst nimmt Nadine Sadlowski den Menschen in ihrem dreistündigen Kurs die Angst vor der Technik, erklärt den Umgang mit Tastatur und Maus. „Haben sie die Scheu verloren, kommt die Software an die Reihe”, sagt sie. Dann geht es um den Einsatz von Suchmaschinen und das Schreiben von E-Mails, aber auch um Facebook, Blogs und Twitter. „Es gibt immer mehr ältere Menschen, die sich für die Technik interessieren”, weiß die Bibliothekarin. Die Kurse zum Preis von fünf Euro werden je nach Bedarf angeboten. Interessenten können sich jederzeit in der Geilenkirchener Stadtbücherei, Telefon: 02451/98280, melden.

Aber auch wenn der Einstieg in die Computerwelt getan ist, will das Bibliotheksteam die Generation 50 plus nicht alleine lassen. Manche haben sich mit der Technik vertraut gemacht, haben aber Angst, sich durch das weltweite Netz zu bewegen. Wie finde ich meinen Urlaubsort? Wie finde ich eine Hotelbewertung?

Wie buche ich ein Hotel? Wie melde ich mich in einem sozialen Netzwerk an? Wie kann ich bei Ebay etwas ersteigern? Für diese und viele weitere Fragen steht Nadine Sadlowski jeden ersten Donnerstag im Monat von 17 bis 18 Uhr in der Bücherei als Ansprechpartnerin bereit. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich, das Angebot der Bücherei ist kostenlos.

Bei all ihrem Einsatz für ältere Menschen am Computer haben die Mitarbeiterinnen der Stadtbücherei die Kinder nicht aus dem Blick verloren: „Kinder müssen auf die Gefahren aufmerksam gemacht werden, die das Internet mit sich bringt”, sagt Monika Fuß. Sicherlich erklärt sie auch ihnen den richtigen Umgang mit Monitor, Maus und Rechner.

„Ich mache die Kinder darauf aufmerksam, dass sie beim Chatten ihr Gegenüber nicht kennen und dass sie ihren Namen und ihre Adresse keinesfalls preisgeben sollen. Schließlich kann hinter dem angeblich 14-Jährigen auch ein 60-Jähriger stecken.” Nadine Sadlowski ergänzt: „Wir wollen die Kinder zu einem medienkritischen Umgang anleiten.”

Als Suchmaschine empfiehlt sie den Kindern „blinde-kuh.de”. Hier gibt es auch kindergerechte Spiele und Informationen. Den Eltern empfiehlt sie, den häuslichen Computer kindersicher zu machen, so dass der Nachwuchs nicht auf alle Seiten Zugriff hat. „Die Zeit am Computer sollte begrenzt sein und am besten nur unter Aufsicht der Eltern stattfinden.”

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