Gangelt: CDU-Chef rechnet mit Veränderungen in der Opposition

Gangelt: CDU-Chef rechnet mit Veränderungen in der Opposition

Es gibt sicherlich Gemeinden, in denen der Ausgang einer Wahl offener ist, als in Gangelt. Dies mag jedenfalls der oberflächliche Eindruck sein, schließlich wusste die CDU hier stets eine absolute Mehrheit der Wähler hinter sich.

Der Vorsitzende, Dr. Heiner Breickmann, geht naturgemäß davon aus, dass seinen Leuten auch kommenden Sonntag die Arbeit in der ablaufenden Legislaturperiode mit einem guten Ergebnis honoriert wird. Dennoch rechnet er mit Veränderungen im Gemeinderat, jedenfalls auf Seiten der Opposition: Sowohl den Freien Wählern als auch den Grünen traut er den Einzug in den Gemeinderat zu. „Und die Unabhängigen Bürger werden wohl ihre drei Mandate verteidigen“, glaubt er.

Vor allem Freie Wähler und UB propagieren äußerst offensiv, dass die bestehenden Mehrheitsverhältnisse gebrochen werden müssten. Dass Breickmann dies anders sieht, vermag nicht zu überraschen. Gerade die stabilen Mehrheitsverhältnisse seien es, die dafür sorgen, dass die Gangelter Probleme verglichen mit denen in anderen Gemeinden harmlos anmuten. „Der Herr Fiedler wäre doch glücklich, wenn er so eine Mehrheit hinter sich wüsste, wie bei uns Bernhard Tholen“, sagt Heiner Breickmann mit Blick nach Geilenkirchen. In Gangelt hingegen sei die reibungslose Zusammenarbeit zwischen Rat, Gemeinde und Bürgermeister gewährleistet. Dies sei auch ein wesentlicher Grund für die Gangelter Schuldenfreiheit.

Neben den üblichen Aufgaben sieht Breickmann auf der Liste anstehender Erledigungen nun etwa eine Ausbesserung des Rad- und Feldwegesystems weit oben. Ein abermaliger milder Winter sei schließlich alles andere als garantiert. Auch an der Sauberkeit des Orts könne wohl noch einiges verbessert werden.

Doch auch zu Gangelter Streitthemen bezieht er Stellung. In Sachen Geschäftswelt musste die CDU sich immer wieder Vorwürfe gefallen lassen, nicht nur zu wenig für kleinere Einzelhändler getan zu haben, sondern — im Gegenteil — die großen hofiert zu haben.

Den Anblick leerstehender Ladenlokale möchte Breickmann zwar mit schönreden. Und er gibt auch zu: „Um das zu ändern, fehlt die zündende Idee.“ Dennoch hält er das Nahversorgungszentrum am Ortsausgang West, das mancher Gangelter als einen Grund für das Geschäftssterben sieht, für richtig und für zeitgemäß: „Denn machen wir uns nichts vor: Die Leute wollen am liebsten mit dem Auto bis an die Kasse fahren“, kontert Breickmann derlei Klagen. Große Einkaufszentren mit massig Parkraum seien schlicht gefragter. „Da sind wir, wie andere Gemeinden auch, mit dem Trend gegangen.“

Und auch zu dem Vorwurf, die CDU watsche schon aus Prinzip die Anträge der Opposition ab, bestreitet Breickmann entschieden: „Die CDU will nicht ihre Macht demonstrieren, sondern handelt zum Wohl der Gemeinde.“ Dabei sei man untereinander durchaus zunächst schon mal verschiedener Meinung — um sich schließlich hinter dem Konsens zu versammeln, wenn die Entscheidung im Rat ansteht.

(jpm)