Übach-Palenberg: Carolus-Magnus-Gymnasium darf sich jetzt Europaschule nennen

Übach-Palenberg : Carolus-Magnus-Gymnasium darf sich jetzt Europaschule nennen

In letzter Zeit war viel die Rede von Übach-Palenbergs Schulen, und meistens ging es dabei um den teils nicht so guten, teils schlechten Zustand der Gebäude. Auch in der Ratssitzung am Dienstag wurde der damit verbundene Streit wieder thematisiert.

Manchmal gerät dabei ein wenig ins Hintertreffen, dass der Zustand der Gebäudesubstanz nicht unbedingt etwas aussagt über die Substanz dessen, was sich in ihrem Inneren abspielt. Darum kann es nicht schaden, auch mal diesen Satz zu schreiben: Übach-Palenberg hat gute Schulen.

Das Carolus-Magnus-Gymnasium (CMG) hat das sogar gerade einmal wieder schwarz auf weiß bekommen: Es trägt jetzt offiziell den Titel Europaschule. Am kommenden Montag wird im Landtag die Urkunde überreicht.

„Wir haben uns gefragt: Wofür stehen wir eigentlich?“, sagt Lehrer Christoph Schlagenhof. Darauf gab es gleich drei Antworten: die individuelle Förderung, die Vermittlung demokratischer Kultur und eben den europäischen Gedanken — wobei man letzterem besonderes Gewicht beimaß.

Der Titel „Europaschule“ wird in mehreren Bundesländern vergeben, in Nordrhein-Westfalen ist eine Arbeitsgemeinschaft des Schulministeriums für die Vergabe zuständig. Im Kreis Heinsberg gibt es noch vier weitere Europaschulen: eine in Wassenberg und drei in Erkelenz. Nur eine davon ist ein Gymnasium. Um sich Europaschule nennen zu dürfen, habe man dann gar nicht mehr so viel anstoßen müssen, berichtet Schlagenhof weiter. „Es ging eher darum, die losen Fäden zu bündeln.“ Das erledigten dann seine Kolleginnen Caroline Claßen und Jessica Wolf, die ein 320-seitiges Dossier zusammenstellten.

Aufgenommen wurden etwa Projekte wie der Europatag, die Kooperationen mit Schulen in den Niederlanden, Frankreich und Spanien sowie das Fremdsprachenangebot, das mit vier Fremdsprachen plus Latein deutlich über dem Pflichtangebot liegt. Auch dass Praktika im Ausland vermittelt werden und ein Austausch mit Spanien geplant ist, gefiel der ministerialen Arbeitsgruppe.

„Der Titel wird getragen von Schulleitung, Kollegen, Eltern und Schülern“, sagt die stellvertretende Schulleiterin Dr. Renate Schwab. „Wir wollen die Europabrille bei allem aufziehen, was wir tun.“ Sie erhofft sich einen „Motor, der uns immer wieder neue Impulse gibt, die Schule voranzubringen“.

Ein Aspekt, der noch in den Anfängen steckt, aber den Europatitel schon jetzt mitträgt, ist der bilinguale Zweig. Damit ist der Unterricht von natur- oder geisteswissenschaftlichen Fächern in fremden Sprachen gemeint. Innerhalb von fünf Jahren soll der bilinguale Zweig am CMG fest etabliert sein. Wer heute entscheidet, sein Kind für die nächste fünfte Jahrgangsstufe anzumelden, kann also davon ausgehen, dass dieses lernt, wie der Brite Renaissance ausspricht oder was Erlenmeyerkolben auf Spanisch heißt.

„Jetzt geht es darum, den Pokal zu verteidigen“, sagt Christoph Schlagenhof. „Wir wollen das Niveau halten und die Auszeichnung mit Leben füllen.“

(jpm)