Bürgertreff Geilenkirchen braucht dringend Helfer

Für jeden offen : Bürgertreff Geilenkirchen braucht dringend Helfer

Im Oktober 2012 hat der Bürgertreff in Geilenkirchen eröffnet. Viele Stammgäste kommen seitdem regelmäßig. Aber es gibt auch Probleme: Es werden mehr Helfer benötigt. Der offene Treff am Donnerstag musste bereits gestrichen werden.

Der Kaffee brodelt in der Kochnische vor sich hin, die Kuchenstücke auf dem großen Tisch verströmen einen süßen Duft und in einer kleinen Lostrommel werden kleine weiße Kugeln durcheinander gewirbelt – es ist Bingo-Zeit im Bürgertreff Geilenkirchen.  Ausgelassen unterhalten sich einige Senioren über ihren Tag. Nach der Ansage der Nummer geht der Blick schnell auf die Bingokarte, doch bisher hatte keiner Glück.

„Alle Menschen sind hier willkommen“, erzählt die Vorstandsvorsitzende Nicole Abels „Der Bürgertreff bringt Menschen zusammen. Man erzählt, tauscht sich aus, lacht viel und ist für den anderen da.“ Am Dienstag, Freitag und Samstag findet in der Gerbergasse 23 ein offener Treff statt. Darüber hinaus werden verschiedene Veranstaltungen angeboten: Ein philosophischer Gesprächskreis, ein Sprachcafé und heute eben Bingo. Zudem finden regelmäßig weitere Veranstaltungen wie Lesungen oder Vorträge statt – immer nach dem Prinzip: von Bürgern für Bürger.

„Die Menschen vertrauen sich uns an“, weiß Nicole Abels. „Wir leisten unkompliziert nachbarschaftliche Hilfe.“ So wurden in den Räumlichkeiten schon kurzerhand  platte Fahrradreifen geflickt, Verabredungen zum Streichen der Küche getroffen oder bei der Suche nach den TV-Sendungen im neuen Fernseher geholfen: „Das sind so viele Kleinigkeiten. Hier passiert viel zwischenmenschlich und wir sind die Anlaufstelle dafür.“

Seit seiner Eröffnung im Oktober 2012 hat sich der Treff in Geilenkirchen etabliert. Viele Stammgäste kommen regelmäßig. „Beim Bingo kommen eher unsere älteren Besucher zusammen, im offenen Treff ist das gemischter – so ab 40 Jahren aufwärts“, berichtet Abels.

Einen schönen Nachmittag hatten diese Besucher beim Bingo. Foto: ZVA/Michèle-Cathrin Zeidler

Damit der Bürgertreff seine Türen öffnen kann, engagieren sich aktuell zwölf ehrenamtliche Helfer. „Zu guten Zeiten hatten wir mal 16 Ehrenamtler“, erzählt die Vorstandsvorsitzende. „Wir brauchen dringend neue Helfer.“ Jeder offene Treff werde schließlich mit zwei Ehrenamtlern besetzt.

„Es ist gar nicht so einfach, die Öffnungszeiten trotzdem aufrecht zu erhalten“, weiß auch Paul Storsberg. „Den offenen Treff am Donnerstag mussten wir schon schließen.“ Der Geilenkirchener ist seit Oktober 2018 im Bürgertreff-Team dabei. „Vorher hab ich Seniorenbetreuung für die Sozialwerke der Ministerien gemacht“, verrät er. Auf der Suche nach einer neuen Aufgabe habe er dann von dem Bürgertreff erfahren. „Soziales Engagement muss einfach sein. Die Gesellschaft braucht Leute, die sich engagieren“, so die Einstellung des Seniors. „Jeder, der bei uns mitmacht, kann eigentlich nur gewinnen“, ist er überzeugt.

Ihm bereite die Arbeit sehr viel Freude, wenngleich er aktuell gesundheitsbedingt kürzer treten müsse. Er organisiere gerne die offenen Treffen – da wisse man vorher nie genau, was passieren wird. „Wir haben immer ein offenes Ohr für die Sorgen und Nöten unserer Besucher“, erzählt Paul Storsberg. Und er stellt klar: „Der Treff ist für jeden offen. Hier sitzen nicht nur Rentner.“

Zu den Aufgaben der Ehrenamtlichen zählt es, sich um die Besucher zu kümmern, für die Räumlichkeiten und Getränkeangebote zu sorgen, Veranstaltungen zu planen und zu organisieren. Entscheidungen zu Planung und Organisation trifft gemeinschaftlich das Team. Ein Teamtreffen findet monatlich statt.

„Wir haben uns bewusst auf beiden Seiten für eine Fensterfront entschieden“, erzählt Abels. Der Bürgertreff solle auch baulich offen wirken. „Bei vielen ist die Hemmschwelle vor dem ersten Besuch hoch“, weiß sie. „Von draußen sieht man nur eine gemischte Gruppe am Tisch sitzen. Es gehört viel Offenheit dazu, die Tür zu öffnen und reinzugehen.“ Jeder neue Mensch sei aber eine Bereicherung, so die Einstellung im Treff.

Seinen ersten Besuch im Bürgertreff bereut auch Michael Leven nicht. Als er noch gearbeitet hat, habe er öfters in der Mittagspause vorbeigeschaut. Mittlerweile ist er seit fünf Jahren ehrenamtlicher Helfer im Bürgertreff. „Ich bin Frührentner. Die Arbeit hier macht mir einfach Spaß“, erzählt er. Meistens betreut er den offenen Treff am Freitag. „Ich komme mit vielen verschiedenen Menschen ins Gespräch.“ Außerdem schätzt er die Arbeit im Team: „Jeder ist für jeden da. Wir unterstützen uns gegenseitig.“

Gerade heute sei es wichtig, dass es einen Bürgertreff gibt. „Die Vereinsamung nimmt zu, nachbarschaftliche Hilfe wird nicht mehr so groß geschrieben und die Familie wohnt oft weiter weg“, weiß Nicole Abels. Neue Ehrenamtler sollten offen sein und gut zuhören können. „Man kann bei uns auch mal reinschnuppern“, sagt Abels. Interessierte könnten einfach im Bürgertreff vorbeischauen, das Team über ihre Facebook-Seite kontaktieren oder Nicole Abels direkt anrufen unter der Telefonnummer  0177/9325996.