Geilenkirchen: Bürgerliste: Gegen einen „unnötigen Schultourismus”

Geilenkirchen: Bürgerliste: Gegen einen „unnötigen Schultourismus”

Der Schuleinzugsbereich der Anita-Lichtenstein-Gesamtschule soll auf das Stadtgebiet Geilenkirchen begrenzt sein. Dies beantragt die Fraktion der Bürgerliste im Rat der Stadt Geilenkirchen.

Hintergrund dieses Antrags ist, dass 29 Schüler aus Geilenkirchen, die sich an der Schule angemeldet haben, abgewiesen wurden. Bei der Anita-Lichtenstein-Gesamtschule übersteige seit Jahren die Zahl der Anmeldungen die Aufnahmekapazität der Schule, heißt es in der Begründung.

Leistungstöpfe gebildet

„Laut eigener Auskunft berücksichtigte der Schulleiter der Anita-Lichtenstein-Gesamtschule im Anmeldeverfahren für das Schuljahr 2012/2013 die Geschwisterkinder und das ausgewogene Verhältnis von Mädchen und Jungen und darüber hinaus das Losverfahren.

Außerdem ist die Hälfte der zur Verfügung stehenden Plätze aus den gebildeten Leistungstöpfen besetzt worden”, erklärt Fraktionschef Christian Kravanja und kritisiert: „Dieses Verfahren führt dazu, dass weniger Kinder aus Geilenkirchen als theoretisch möglich aufgenommen werden.

In dem gerade abgeschlossenen Anmeldeverfahren wurden zum Beispiel aufgrund der Geschwisterkindregelung drei Kinder aus der Gemeinde Gangelt aufgenommen, obwohl Gangelt eine eigene Gesamtschule vorhält.” Dies führe dazu, dass diese drei Plätze den Schülern aus Geilenkirchen nicht mehr zur Verfügung stünden und somit tendenziell mehr Schüler aus Geilenkirchen zugunsten von auswärtigen Schülern nicht in Geilenkirchen beschult werden könnten.

Die Stadt Geilenkirchen müsse für die Schülerbeförderungskosten der Schüler aus den Nachbarkommunen aufkommen, wodurch der Haushalt zusätzlich belastet werde. Der Schultourismus werde gefördert, da mehr Schüler als notwendig weite Schulwege in Kauf nehmen müssten. Die weiten Schulwege würden die betroffenen Schüler zeitlich belasten und dadurch deren Zeit zum Lernen und für die Freizeit unnötig beschneiden.

„Sowohl Ortsverband wie auch Fraktion der Bürgerliste sind der Meinung, dass das nicht akzeptabel ist. Wenngleich der Schulleiter sich natürlich im Rahmen des rechtlich Möglichen bewegt, so sind wir doch der Meinung, dass die in Trägerschaft der Stadt Geilenkirchen stehende Schule zumindest die moralische Verpflichtung hat, so viele Kinder wie möglich aufzunehmen”, erklärten Fraktionschef Christian Kravanja und Ortsvereinsvorsitzender Helmut Gerads unisono.

Die Bürgerliste habe generell nichts dagegen, Schüler aus umliegenden Kommunen aufzunehmen, sofern genügend Platz vorhanden ist. „In allererster Linie sehen wir uns aber verpflichtet, zunächst die eigenen Kinder zu unterrichten.

Erst danach darf die Stadt sich den Luxus leisten, auch Schüler aus Nachbarkommunen, die nicht zwingend aufgenommen werden müssen aufzunehmen.”

Und: „Um dies zukünftig zu verhindern, beantragt die Bürgerliste die Bildung eines Schuleinzugsbereiches für die Anita-Lichtenstein-Gesamtschule.” Dieser solle sich auf das Stadtgebiet Geilenkirchen erstrecken.

„Intransparenz wirkt auf uns befremdlich”

Ortsvereinsvorsitzender Helmut Gerads und Fraktionschef Christian Kravanja bezeichnen das Aufnahmeverfahren als „unausgewogen”. „Auch die Intransparenz des Verfahrens, die auch dadurch erzeugt wird, dass die Schule nach Rücksprache mit der Bezirksregierung Köln keine Angaben über die Grundschulempfehlungen der aufgenommenen Schüler machen darf, während die städtische Realschule hingegen am 28. Februar, also vor Abschluss des Anmeldeverfahrens, mitteilen konnte, dass zu diesem Zeitpunkt dort 45 Anmeldungen vorlagen, von denen 13 Schülerinnen und Schüler eine Hauptschulempfehlung erhalten hatten, wirkt auf uns befremdlich.”

Mehr von Aachener Nachrichten