Geilenkirchen: Bündnismehrheit votiert für Windkraftanlagen

Geilenkirchen: Bündnismehrheit votiert für Windkraftanlagen

Das Thema „Erweiterung Konzentrationszone Windkraftanlagen” wird noch einige Zeit den Rat der Stadt Geilenkirchen und die Ausschüsse beschäftigen.

Der Ausschuss für Stadtentwicklung und Wirtschaftsförderung der Stadt Geilenkirchen hatte bei seiner Sitzung in der vergangenen Woche den Ball zunächst an den Rat weiter gespielt. Dieser hatte sich nun am Mittwoch in seiner 5. Sitzung mit dem Vorentwurf für zwei Windkraftanlagen zur frühzeitigen Öffentlichkeitsbeteiligung zu beschäftigen.

Am 24. Februar 2010 hatte der Rat bereits beschlossen, den Flächennutzungsplan zu ändern, mit dem Ziel, die Konzentrationszonen für Windkraftanlagen auszudehnen. Der inzwischen erarbeitete Vorentwurf sieht vor, die südöstlich von Lindern gelegene Konzentrationszone in Richtung Süden (Beeck) zu vergrößern. Nordöstlich von Tripsrath, unweit des Heinsberger Ortsteils Baumen, soll auf Geilenkirchener Stadtgebiet eine neue Konzentrationszone ausgewiesen werden.

„Wir als Freie Bürgerliste sprechen uns grundsätzlich für den Ausbau regenerativer Energien aus”, meldete sich Christian Kravanja zu Wort. Aber der Pferdehof bei Lindern ziehe die Aufmerksamkeit auf sich. Kravanja: „Hier wollen wir unbedingt 300 Meter Abstand halten.” Für den Diplom-Ing. für Raumplanung vom Planungsbüro MWM in Aachen, Robert Moersheim, sprach nichts dagegen: „Das können wir so machen, aber beschließen muss am Ende der Rat.” Karl-Peter Conrads (CDU) war schon bei der Stewi-Sitzung nicht sehr begeistert: „Wir entscheiden uns für den Menschen, nicht für den Wind”, meinte er mit Blick auf die Tripsrather Windkraftanlage.

In Bezug auf die Windkraftanlage Lindern/Beeck habe sich schon vor vier oder fünf Jahren die Untere Landschaftsbehörde gegen diesen Standort ausgesprochen. „Das war damals der Grund für unsere Entscheidung, dagegen zu stimmen”, erinnerte sich Conrads. Daran halte die CDU auch heute fest. CDU-Fraktionsvorsitzender Wilhelm-Josef Wolff bat den Rat über beide Anlagen separat abzustimmen. Dazu sahen die vier Fraktionen der Ratsmehrheit aber keine Veranlassung.

Jürgen Benden (Grüne) verwies auf die Co2-Einsparung durch die Nutzung von Windkraft und die Einnahmen für den städtischen Haushalt: „Ein Rad bringt nach Abschreibung 40000 bis 50000 Euro Gewerbesteuer im Jahr”, so Benden. „Linderner Bürger sprechen sich gegen die Erweiterung der Windkraftkonzentrationszone aus”, warf Raimund Tartler (CDU) ein. Rainer Jansen (Grüne) beantragte mit einem Beschlussvorschlag für beide Konzentrationszonen abzustimmen.

Für die Abstimmung „zwei Anlagen in einem Paket” wurde positiv abgestimmt. So waren die Mitglieder des Rates am Ende mehrheitlich auch für die Verabschiedung des Vorentwurfes zur frühzeitigen Öffentlichkeitsbeteiligung - bei 14 Nein-Stimmen und einer Enthaltung. Bevor die weiteren Entscheidungen getroffen und die nächsten Schritte in dem langwierigen Verfahren angegangen werden, lädt die Verwaltung Mitte Mai 2010 (nach den Landtagswahlen) alle interessierten Bürger der Stadt zu einer Bürgerversammlung zum Thema „Windkraftanlagen” in die Aula der Anita-Lichtenstein-Gesamtschule ein. Das genaue Datum wird derzeit noch abgestimmt.