Mitreißendes Konzert: Brasilianische Sängerin Simone im Bürgertreff

Mitreißendes Konzert : Brasilianische Sängerin Simone im Bürgertreff

„Wir sind ausverkauft, könnte man sagen — wenn unsere Veranstaltungen nicht immer umsonst wären“, freute sich Jürgen Benden über den Zuspruch zum Konzert von Sängerin Simone.

Er frohlockte: „Sie sehen einen begeisterten Vorsitzenden des Bürgertreffs vor sich. Simone Jesus-Antpöhler, oder einfach nur Simone, wurde im brasilianischen Salvador do Bahia geboren, lebt seit 19 Jahren in Deutschland, derzeit in Übach. Im Sprachcafé des Bürgertreffs habe sie den Wunsch geäußert, hier zu singen, erklärte Benden. Er habe sofort zugestimmt.

In Brasilien habe sie als Versicherungskauffrau gearbeitet, erzählt die Interpretin. Schon als Kind habe sie Lieder komponiert, um sich zu motivieren, denn sie komme aus einer großen Familie, wo es viele Probleme gab. „Auch mein Glaube hat mir geholfen“, betont sie. Heute sei sie glücklich verheiratet mit Helmut Antpöhler, der sich bei ihren Konzerten um die Technik kümmere und ihre CDs produziere. Besonders freue sie sich, dass ihre Tochter Larissa (14) gerne dabei sei, wenn Mama auftrete.

Die Sängerin hatte sich Unterstützung mitgebracht: Erstens Gitarrist Thomas Sefzick aus Linnich, mit dem sie schon seit vier Jahren zusammenarbeitet. „Simone hat die Melodie und den Text im Kopf, singt alles ins Diktiergerät, und ich gestalte die Harmonien dazu und den Notensatz“, schildert der das Prozedere, wie ein neuer Song entsteht. Zweitens Volker Frambach aus Frelenberg. „Er spielt heute das erste Mal mit mir“, verrät die Musikerin. Im Gepäck hat er die Cajón, eine „Kistentrommel“. Er erzählt: „Ich habe früher Gitarre und Schlagzeug in Bands gespielt, daher bin ich mit dem Rhythmus der Cajón vertraut!“

Rund 120 Musikfreunde freuten sich auf den Auftritt. Simone trat in kesser Lederjeans vor ihr Publikum und rief: „Seid ihr motiviert heut‘ Abend?“ „Jaa!“, schallte es aus vielen Kehlen, und schon erklangen die Töne des ersten Liedes: „È a tua luz“, auf Deutsch „Es ist dein Licht“.

Die Liedermacherin interpretierte fast alle Texte in ihrer Muttersprache Portugiesisch, doch sie projizierte sie auf Deutsch an die Wand, so dass auch diejenigen, die diese Sprache nicht beherrschten, den Sinn erfassen konnten. Teils sanft und einfühlsam, teils quirlig und temperamentvoll, immer jedoch bemerkenswert ausdrucksstark, präsentierte sich die Künstlerin und zeigte die Vielseitigkeit ihres Könnens.

Überraschungsgäste

Drei Mitglieder einer brasilianischer Capoeira-Kampftanzgruppe brachten den Bürgertreff mit ihren Instrumenten und akrobatischen Darbietungen zum Kochen. Foto: Renate Kolodzey

„Satisfacao“ („Zufriedenheit“) und „Como voce me ama“ („So wie du mich liebst“) waren weitere ihrer insgesamt elf Titel, darunter auch Lieder mit religiösem Inhalt. Die Zuhörer bedankten sich mit üppigem Applaus und waren sichtlich beeindruckt von der mitreißenden Darbietung.

Zum Schluss gab es eine Überraschung: Eine brasilianische Capoeira-Kampftanzgruppe aus Würselen mit Claudia da Silva Correia alias „Mestrando Faisca“, Patricia Damm Correia alias „Aluna Labella“ und Fatima Lino alias „Canela“ ließ mit ihrer atemberaubenden, akrobatisch-musikalischen Vorführung die Gäste staunen. Die dazu gehörige „Charanga-Musik“ entlockten sie einem rund zwei Meter langen Bogen, der an einer Kalebasse befestigt war, und zwei Tambourinen.

„Capoeira“ stammt übrigens von aus Afrika nach Brasilien verschleppten Sklaven, die sich nicht selbst verteidigen durften. Daher verbanden sie Kampfelemente mit Musik, um die Aufseher zu täuschen. Um anonym zu bleiben, legten sie sich einen zweiten Namen zu.

Begeistert von der ungewöhnlichen Vorführung, herrschte bald eine ausgelassene Stimmung im Saal, und das Klatschen wollte kein Ende nehmen.

Jürgen Benden bedankte sich bei den Mitwirkenden und betonte, dass der Bürgertreff noch dringend weitere Ehrenamtlern suche, um alle Projekte bewältigen zu können.